Marktberichte

Die Bären sind los Dax schenkt 6000 her

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Der Bär hat am deutschen Aktienmarkt derzeit die Oberhand.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Neue Woche, alte Probleme: Die Anleger am deutschen Aktienmarkt können sich nicht von dem Miesmacher-Thema Euro-Schuldenkrise lösen. Gleichzeitig wächst die Sorge über eine weltweit bevorstehende Rezession. Im Dax gehören vor allem die Autowerte zu den geprügelten Werten.

Ein Auftakt zum Vergessen: Direkt zum Start in die neue Handelswoche schenkt der deutsche Leitindex Dax die psychologisch wichtige Marke von 6000 Punkten her. Der Schlusskurs lag bei 5978 Zählern. Damit verzeichnete der Leitindex auf Schlusskursbasis den tiefsten Stand des Jahres, nachdem er bereits in der Vorwoche um rund viereinhalb Prozent abgesackt war, kamen am Montag nochmals 1,2 Prozent hinzu. Der MDax ging um 1,6 Prozent auf 9716 Punkte zurück und der TecDax gab um 2,3 Prozent auf 714 Punkte nach.

Die Gründe sind nicht neu: Befürchtungen über die Eurozone und die Weltwirtschaft hatten Händlern zufolge den Markt belastet. Die Laune der Anleger werde zunehmend nun auch von den Konjunktursorgen in den USA und China getrübt, kommentierte Marktanalyst Markus Kraus vom Brokerhaus GKFX Deutschland.

An den Rohstoffmärkten zeige sich ein adäquates Bild: Die Preise für Öl und Kupfer gerieten stark unter Druck. Angesichts der Krisenstimmung rückten auch der EZB-Zinsentscheid am Mittwoch sowie mögliche konjunkturstützende, geldpolitische Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke am Donnerstag stärker in den Anlegerfokus, sagte ein Börsianer.

Autosektor im Minus

Schwache US-Absatzzahlen vom Freitag belasteten am Montag den Autosektor. BMW sanken mehr als 3 Prozent. VW-Aktien verbilligten sich um 3,2 Prozent und Daimler um 1,9 Prozent. "Die schwache Konjunktur belastet die Automobilbranche besonders", sagte ein Händler.

Tagesverlierer im Dax waren jedoch Linde, die um 4,3 Prozent nachgaben und damit den Ausverkauf vom Freitag ungebremst fortsetzten. Am Freitagmittag hatte der Hersteller von Industriegasen mitgeteilt, dass drei Vorstandsmitglieder, darunter der CEO Wolfgang Reitzle, jüngst für insgesamt rund 14 Millionen Euro Linde-Aktien verkauft haben.

Ein seltener Anblick: Aktien der Deutschen Bank standen auf dem Kurstableau ganz oben. Kräftige Kursgewinne im europäischen Bankensektor in der vagen Hoffnung darauf, dass Spanien vielleicht doch unter den Euro-Rettungsschirm schlüpft, machten Deutsche Bank mit einem Kursplus von 1,1 Prozent zum Tagesgewinner im Leitindex.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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