Marktberichte

"Hauch von Entspannung" am Markt Dax muss den "Puddingtest" bestehen

dfc6a6ff23d61ef14a1bccd80bbc7b4a.jpg

Beobachter warnen vor einer "Bärenmarktrallye".

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Die vergangenen Monate waren für Anleger alles andere als einfach, zeitweise brach der Dax um fast 40 Prozent ein. Mittlerweile scheint sich die Lage zwar zu stabilisieren, Experten warnen allerdings davor, dass das dicke Ende erst noch kommen könnte.

Nach einer verlängerten Atempause durch die Osterfeiertage steht dem deutschen Aktienmarkt in der neuen Woche ein weiterer Drahtseilakt ohne Sicherheitsnetz bevor. Für den Leitindex Dax wird es darum gehen, seinen Erholungskurs beizubehalten und noch mehr Abstand von seinem Tief Mitte März zu gewinnen, als die Corona-Krise den Index seit der Eskalation am Rosenmontag (24. Februar) um fast 40 Prozent hatte einbrechen lassen. Am Donnerstag schloss der deutsche Leitindex 2,24 Prozent höher bei 10.564 Zählern.

Dax
Dax 15.459,75

In den USA hatte die Notenbank ein gewaltiges Kreditprogramm auf den Weg gebracht, mit dem rund zwei Billionen Dollar in die leidende Wirtschaft gepumpt werden sollen. Je mehr Konjunkturpakete seitdem geschnürt werden und je besser sich die Zahlen bei den Neuinfektionen mit Covid-19 entwickeln, umso häufiger wagen sich Anleger wieder aus der Deckung. Allein in der zurückliegenden Woche hat der Dax wieder fast 11 Prozent dazugewonnen, seit dem Tiefpunkt Mitte März ging es sogar um fast 30 Prozent nach oben. Das Problem: Die offizielle Quittung des weltweiten Lockdowns kommt erst noch.

Wie stark sich die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie genau auf die Wirtschaft ausgewirkt haben, ist noch immer nicht klar zu beziffern. Während Deutschland noch eine geeignete Exit-Strategie sucht, haben sich einige Länder bereits vorsichtig an eine Lockerung gewagt. Vor diesem Hintergrund sehen einige Experten schon jetzt wieder Licht am Ende des Tunnels. "Ein Hauch von Entspannung macht sich breit", schrieb etwa Marktexperte Christian Apelt von der Landesbank Helaba. Zwar habe die Zahl der Corona-Toten erheblich zugenommen. Die Dynamik lasse jedoch bei den bestätigten Neuinfektionen nach.

Chancen für risikobereite Investoren

Andere Beobachter werden nicht müde zu betonen, dass es sich hierbei um eine "Bärenmarktrally" handeln dürfte, in der auf einen starken Absturz zwischenzeitlich deutliche Erholungsbewegungen folgen, bevor es zu weiteren Kurseinbrüchen kommt. "Die Unsicherheiten bleiben extrem hoch", hieß es in einer aktuellen Studie der DZ Bank. In den Gewinnschätzungen der Analysten würden sich die Folgen der Corona-Krise demnach bisher nur unzureichend wiederfinden. Und die Vielzahl an Reduzierungen der Unternehmensausblicke und Streichungen von Dividenden zeigten, wie ernst die Lage sei. Gleichwohl berge die aktuelle Situation auch Chancen für risikobereite Investoren.

Aktienmarktexperte Robert Halver sieht in den anstehenden Osterfeiertagen nun den "Puddingtest" für die Märkte. "Setzen in der nächsten Woche Dax und Co. ihre, wenn auch schwankungsstarke, Befestigung fort, stehen die Zeichen mindestens für eine Bodenbildung gut", schrieb er. "Anderenfalls könnten umfangreiche Gewinnmitnahmen zu erneuten Kursrücksetzern von nervösen Anlegern führen." Ökonomen gehen mittlerweile davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie um mehr als vier Prozent einbrechen wird. Am schlimmsten soll der Rückgang im zweiten Quartal ausfallen.

Am Ostermontag bleiben die Börsen an den wichtigsten Handelsplätzen in Europa zunächst geschlossen, wobei in Japan, China, Korea, Russland und den USA an dem Tag normal gehandelt wird. In den Tagen darauf werden vor allem Daten aus der Konjunktur über Wohl und Wehe am Aktienmarkt entscheiden. Am Mittwoch wird sich etwa zeigen, wie stark die Industrieproduktion und der Einzelhandel in den USA bereits unter der Pandemie gelitten haben. Hier erwarten Experten für den Monat März vor allem im Industrie-Output ein dickes Minus, und zwar im verarbeitenden Gewerbe, bei der Energieversorgung und im Bergbau.

Quelle: ntv.de, jve/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.