Marktberichte

Harter Weg zur 14.000 Dax wird die Luft zu dünn

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Die Dax-Marke von 14.000 Punkten wackelt.

(Foto: imago images/photothek)

Am deutschen Aktienmarkt bröckeln im Tagesverlauf die Gewinne. Der kräftige Sprung zu Wochenbeginn will verdaut werden. An der grundsätzlich positiven Gemengelage ändert sich allerdings nichts.

Am Ende geht dem deutschen Aktienmarkt etwa die Puste aus. Mit der Startglocke legte der Handel nochmals deutlich zu und der deutsche Aktienindex Dax verschob seinen Rekordstand noch ein bisschen Richtung 14.000er Marke - doch dann bröckelten die Gewinne. Damit bleibt es vorerst beim Dax-Hoch von 13.903 Stellen. Auch die Wall Street kann am Nachmittag mit neuen Rekordständen keinen Impuls liefern. Die Umsätze am Aktienmarkt sind allerdings zwischen den Jahren extrem dünn.

Und so schließt der Dax am Ende 0,2 Prozent schwächer bei 13.761 Punkten. Der MDax notiert hingegen 0,8 Prozent fester bei 30.912 Stellen. Der TecDax gewann 0,2 Prozent auf 3218 Stellen. Morgen ist in Deutschland der letzte Handelstag des Jahres 2020, gehandelt wird allerdings nur bis um 14.00 Uhr.

Lange Zeit lockte die Hoffnung auf eine Aufstockung der Konjunkturhilfen in den USA weitere Anleger. So hat das US-Repräsentantenhaus eine Gesetzesvorlage verabschiedet, die die Unterstützungszahlung für viele Amerikaner von 600 auf 2000 Dollar erhöhen soll. Allerdings muss der von den Republikanern kontrollierte Senat der Erhöhung noch zustimmen. Übergeordnet sorgte die Hoffnung auf eine Erholung der Weltwirtschaft aber für ein solides und festes Umfeld.

 Unternehmensseitig war die Nachrichtenlage dünn. Im Dax schlossen MTU an der Spitze mit einem Aufschlag von 1,7 Prozent. SAP legten um 1,5 Prozent zu. Der Software-Hersteller will seine Tochter Qualtrics in den USA an die Börse bringen. Zudem legen die beiden Wohnungstitel Deutsche Wohnen und Vonovia zu.

Dax
Dax 13.786,29

Abwärts ging es für die Deutsche Bank, die 3,0 Prozent nachgaben. Der Bankensektor war bereits am Vortag schwächer als der Gesamtmarkt. Marktteilnehmer hatten hier auf noch offene Fragen bei den künftigen Finanzbeziehungen zwischen Brüssel und London verwiesen. Wenig überraschend schlossen auch Delivery Hero leichter: Nach dem kräftigen Applaus für den Südkorea-Deal, den Anleger am Vortag mit einem zweistelligen Kursplus honorierten, machten nun einige Kasse. Für das Papier ging es 2,9 Prozent zurück. Auch alle Autowerte geben nach.

In der zweiten Reihe dauerte der Höhenflug von Lufthansa an. Das Papier verteuert sich um weitere 5,6 Prozent. Hier schürt weiter die Aussicht auf ein Anziehen des Tourismus Anlegerhoffnungen. Auch der Flughafenbetreiber Fraport legt zu. Unter den Verlierern sind einmal mehr Commerzbank. Sie teilen nicht nur das Schicksal des deutschen Branchenprimus, sondern hatten am Vortag hohe Millionenbelastungen im vierten Quartal dank Stellenstreichungen mitgeteilt. Die größten Abschläge aber verbuchten K+S.

Richtungssuche nach starkem Start in den USA

In den USA nahmen die Börsen derweil im frühen Handel ihre Rekordjagd wieder auf. Billiges Zentralbankgeld und Wirtschaftsstimuli der Regierung, mit denen die Folgen der Corona-Krise gemildert werden sollen, befeuern weiter die Kauflaune. Einige Anleger ließen sich allein von der Rekordjagd mitreißen, sagte Carsten Brzeski, Leiter des Macro-Research bei ING. Im weiteren Handel allerdings fiel etwa der Dow-Jones-Index zurück und lag leicht unterhalb des Schlussstands vom Vortag. Der breiter gefasste S&P 500 hielt sich leicht in der Gewinnzone.

Die Ölpreise ziehen vor dem Hintergrund des US-Konjunkturpakets und der damit verbundenen Hoffnung auf eine Wirtschaftsbelebung an. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI steigt um 1,1 Prozent auf 48,14 Dollar, für Brent geht es um 1,2 Prozent auf 51,48 Dollar nach oben.

Der Goldpreis legt ebenfalls leicht zu. Der Preis für die Feinunze steigt um 0,3 Prozent auf 1880 Dollar. Die als Folge der höheren Ausgaben steigende Staatsverschuldung spiele Goldinvestoren in die Hände, hieß es am Markt. Denn ein höheres Defizit sei schlecht für den Dollar und somit gut für das Gold. US-Anleihen geben derweil weiter nach. Die Rendite zehnjähriger Papiere steigt bei sinkenden Notierungen um 2,0 Basispunkte auf 0,94 Prozent.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/dpa