Marktberichte

Der Dax tut sich schwer Der Handelskrieg holt die Börse wieder ein

Die vergangene Börsenwoche endet mit einem Paukenschlag, der auch die kommenden Tage am Aktienmarkt bestimmen dürfte: Der US-chinesische Handelskrieg ist allen zwischenzeitlich versöhnlichen Signalen zum Trotz wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt.

Nachdem China kurz vor dem Wochenende mit Vergeltungszöllen gegen die USA überraschte und US-Präsident Donald Trump seinerseits noch mal nachlegte, haben die Anleger in der neuen Woche wohl neben der internationalen Geldpolitik ein weiteres, gut bekanntes Topthema. Bislang hatte es ganz danach ausgesehen, als ob vor allem das Treffen der Währungshüter im US-amerikanischen Jackson Hole mit der Rede des Fed-Chefs Jerome Powell den weiteren Trend bestimmen könnte. Doch die Zentralbanker betonten vor allem, wie schwer es sei, in den Zeiten von Trumps erratischer Handelspolitik Aussagen für die Zukunft zu treffen.

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Zudem läuft noch bis Montag auch das G7-Treffen der sieben wichtigsten Industriestaaten im französischen Biarritz statt. Auf ein baldiges Ende des Handelskriegs zwischen den USA und dem Reich der Mitte können Anleger angesichts der neuen Zölle einmal nicht hoffen. Insgesamt will China amerikanische Waren im Wert von 75 Milliarden US-Dollar mit Strafzöllen von 5 bis 10 Prozent belegt werden.

In dem als schwacher Börsenmonat gefürchteten August hat der Dax bislang mehr als 3 Prozent verloren, sich seit seinem Tief zur Mitte des Monats bei 11.266,48 Punkten aber wieder berappelt bis auf zeitweise mehr als 11.800 Punkte. Am Freitag beendete der Dax den Handel bei 11.611,51 Punkten und einem Minus von 1,15 Prozent. Damit rutschte der Leitindex wieder unter die viel beachtete 200-Tage-Linie, die als Indikator für den längerfristigen Trend gilt. Mit weiteren Zuwächsen tut sich der deutsche Leitindex nun schwer. Aus charttechnischer Sicht sehen Analysten bei 11.865 Punkten für den Dax die nächste Hürde.

Ifo-Index könnte Orientierung geben

"Der Dax hält sich an der 11.800-Punkte-Marke fest und Investoren stehen erwartungsgemäß vorerst weiter an der Seitenlinie", sagte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. In dem ganzen Rummel um das Notenbanker-Treffen in den USA sei das G7-Treffen in Frankreich ab Samstag bisher vollends untergegangen. "Es dürfte interessant sein, wie die Regierungschefs die konjunkturelle Situation einschätzen und wie das Thema Handelsstreit unter den G7 Staaten weiter gesehen wird", so Lipkow. Er schätzt die Finanzmärkte weiterhin als sehr fragil und insgesamt schnell reizbar ein, wenn nicht der richtige Ton getroffen beziehungsweise die Ansprache verfehlt werde.

Neben den Dauerthemen Handelsstreit und Brexit richten sich die Blicke der Anleger auch in der neuen Woche wieder auf das politisch krisengeschüttelte Italien, wo im Ringen um eine neue Regierung die Parteien zunächst Verhandlungsspielraum bekommen haben. 

Zuvor, am Montag, steht das Ifo-Geschäftsklima für den August auf der Agenda. Angesichts der zuletzt rückläufigen konjunkturellen Entwicklung der deutschen Wirtschaft verspreche die Veröffentlichung Spannung, schrieben die Ökonomen der DZ Bank. Unternehmensseitig rücken in der neuen Woche noch einmal einige Nachzügler der Berichtssaison in den Blick. Mit dem Solarpark- und Windkraftanlagenbetreiber Encavis, dem Immobilienkonzern Aroundtown, dem Medienkonzern RTL (alle am Mittwoch), der Optikerkette Fielmann (am Donnerstag) sowie dem Technologiekonzern Isra Vision (am Freitag) sind dies alles Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe.

Quelle: n-tv.de, dpa

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