Wirtschaft
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Freitag, 11. Mai 2018

Sieben Handelstage in Serie: Dow auf längster Gewinnstrecke des Jahres

In New York bleibt die Stimmung der Börsenmakler auch zum Ende der Arbeitswoche gut. Noch einmal steigen die Aktien leicht, doch setzen bereits Gewinnmitnahmen ein. Mittlerweile legt der Dow die längste Gewinnstrecke des Jahres hin.

Die Wall Street hat sich zum Wochenausklang mit einem leichten Aufschlag gezeigt. Mit nunmehr sieben Handelstagen im Plus verzeichnete der Dow-Jones-Index die längste Gewinnstrecke in diesem Jahr. Angetrieben wurde der Markt vor allem von den Pharmawerten, die nach Aussagen von US-Präsident Donald Trump zur Eindämmung von Preiserhöhungen deutlich zulegten. Dazu kamen die überraschend niedrigen Inflationsdaten vom Vortag. Diese Entwicklung wurde am Freitag durch die schwächeren Importpreise untermauert. Dagegen traten die geopolitischen Sorgen rund um die Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch die USA in den Hintergrund.

"Die jüngsten Daten haben die Befürchtungen der Investoren vor einer rasch steigenden Inflation abgekühlt", so Markt-Stratege Donald Selkin von Newbridge Securities. Die Daten dürften den Druck von der US-Notenbank nehmen, das Tempo der Zinserhöhungen in diesem Jahr weiter zu erhöhen. Die besser als erwartet ausgefallene Verbraucherstimmung passte in das insgesamt positive Bild der US-Konjunktur. Der von der Uni Michigan berechnete Index lag im Mai bei 98,8 und übertraf damit die Schätzung von 98,0.

Der Dow-Jones-Index verbesserte sich um 0,4 Prozent auf 24.831 Punkte. Der S&P-500 kletterte um 0,2 Prozent auf 2.728 Punkte, der Nasdaq-Composite gab um 2 Punkte auf 7.403 Punkte nach. Das Handelsvolumen ging auf 706 (Donnerstag: 768) Millionen Aktien zurück.

Wie es im Dax lief, lesen Sie hier.

Für die Pharmawerte ging es deutlich nach oben. US-Präsident Trump hatte seine mit Spannung erwarteten Pläne zur Eindämmung der Preiserhöhungen für verschreibungspflichtige Medikamente vorgestellt. Viele Einzelheiten seien allerdings unklar geblieben, hieß es. Im Vorfeld hatte es Sorgen hinsichtlich harter Maßnahmen seitens der US-Regierung gegeben. Insgesamt habe Trump nichts gesagt, was für erhöhte Nervosität sorgte, so ein Händler. Der Pharma-Subindex im S&P-500 legte um 1,7 Prozent zu. Die Aktie von Merck & Co gewann 2,8 Prozent, CVS Health legten um 3,2 Prozent zu und Express Scripts stiegen um 2,6 Prozent.

Dollar nimmt eine Auszeit

Der Dollar weitete die Verschnaufpause vom Vortag aus, als er wegen niedriger US-Teuerungsdaten unter Druck gekommen war. Der Euro rückte im Gegenzug in der Spitze bis auf 1,1969 Dollar vor. Im späten US-Handel notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1943 Dollar. Marktteilnehmer bezweifeln jedoch, dass die Schwächephase des Greenback längere Zeit anhält. Vor dem Hintergrund des weiter steigenden Zinsniveaus in den USA dürfte die US-Devise auch weiterhin auf Interesse stoßen.

Die Ölpreise verzeichneten nach der jüngsten Rally, die sie auf den höchsten Stand seit rund dreieinhalb Jahren geführt hat, leichte Gewinnmitnahmen. Der jüngste Aufwärtsimpuls kam dabei von der Aufkündigung des Iran-Atomabkommens durch die USA. Das zu erwartende geringere Angebot aus dem Iran könnte allerdings die Opec dazu verleiten, ihre preisstützenden Maßnahmen aufzuweichen. Die Gruppe wird sich im Juni treffen. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel zum US-Settlement um 0,9 Prozent auf 70,70 Dollar, für Brent ging es um 0,5 Prozent auf 77,12 Dollar abwärts.

Bei den Einzelwerten standen Nvidia im Fokus. Der Chiphersteller hatte am Donnerstag nach Börsenschluss in den USA überraschend gute Geschäftszahlen vorgelegt und einen optimistischen Ausblick gegeben. Zudem kündigte der Chiphersteller an, im laufenden Jahr 1,25 Milliarden Dollar in Aktienrückkäufe und Dividenden zu investieren. Die Anleger nahmen dies zum Anlass, Gewinne mitzunehmen. Die Aktie fiel um 2,2 Prozent, nachdem sie am Vortag noch auf einem Rekordhoch aus der Sitzung gegangen war.

Auch Dropbox hat mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen übertroffen. Dennoch ging es für die Aktie um 2,3 Prozent nach unten. Sie hat seit dem Börsengang des Unternehmens im März diesen Jahres um gut 11 Prozent zugelegt. Gut sei möglicherweise nicht gut genug gewesen, sagte ein Marktteilnehmer.

Symantec stürzten um 33,1 Prozent ab. Der Anbieter von Sicherheitssoftware hat zwar im ersten Quartal die Erwartungen des Marktes übertroffen, für das Geschäftsjahr aber einen Rückgang von Umsatz und Gewinn in Aussicht gestellt.

Die Aktie von Gamestop verlor 2,5 Prozent. Auslöser war der überraschende Rücktritt von CEO Michael K. Mauler nach nur drei Monaten im Amt. Die Nachricht sei ein "Schocker", hieß es von Wedbush. Der Rücktritt komme zu einer Zeit, in der Gamestop Schwierigkeiten habe, von seinem Schritt in den Mobilfunk- und Servicemarkt zu profitieren, so Analyst Michael Pachter. Laut dem Unternehmen erfolgte der Rücktritt aus persönlichen Gründen.

Quelle: n-tv.de