Marktberichte

Tesla-Rivale legt 53 Prozent zu Gewinnmitnahmen färben Wall Street rot

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Der Dow Jones beendet das Jahr rund 22 Prozent im Plus.

(Foto: picture alliance/dpa)

Viele Anleger wollen vor Silvester Kasse machen: Nicht nur in Deutschland, auch in den USA nutzen sie den Jahresabschluss, um ihre Depots auszumisten und schicken den Dow Jones damit in die Verlustzone. Nur ein chinesischer Tesla-Rivale trotzt der Verkaufsorgie - gewaltig.

Am vorletzten Tag des Jahrzehnts haben die Anleger in den USA Gewinne mitgenommen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab in New York 0,6 Prozent auf 28.462 Punkte nach. Damit liegt die Jahresbilanz für den US-Leitindex aktuell aber immer noch bei rund 22 Prozent. Der breiter gefasste S&P 500 verringerte sich um 0,6 Prozent auf 3221 Punkte. Der technologielastige Nasdaq-Auswahlindex 100 stand 0,7 Prozent tiefer bei 8709 Zählern. Alle drei Indizes hatten am Freitag Rekordstände erklommen.

Noch größere Kursverluste wurden durch einen Bericht verhindert, wonach der chinesische Vize-Ministerpräsident Liu He noch in dieser Woche in die USA reisen will, um ein Handelsabkommen mit den USA zu unterzeichnen. "Washington hat eine Einladung geschickt, und Peking hat sie akzeptiert", hieß es in dem Bericht der "South China Morning Post". Beide Seiten hatten sich zuletzt auf ein erstes Teilabkommen geeinigt, um den seit fast anderthalb Jahren dauernden Handelskonflikt beizulegen.

Allerdings sind die meisten Händler im Urlaub, die Umsätze sind gering. "Es sind viele nicht da, es ist nicht viel los - da werden einige Bewegungen übertrieben", sagt Robert Pavlik, Chefstratege bei der Vermögensverwaltung Slatestone Wealth.

Tesla-Rivale hängt alle ab

Bei den Einzelwerten sprangen die Papiere des Tesla-Rivalen Nio 53 Prozent in die Höhe. Der chinesische Elektroautohersteller profitiert derzeit von der starken Nachfrage nach seinen Fahrzeugen und hat mehr Umsatz erwirtschaftet als erwartet.

Der deutsche Aktienmarkt legte 2019 so stark zu wie seit sieben Jahren nicht mehr. Der Dax ging bei 13.249,01 Punkten aus dem Handel - das ist ein Plus von 26,3 Prozent binnen Jahresfrist. "Die Anleger können zum Jahresausklang die Sektkorken knallen lassen und den letzten Handelstag im Jahr festlich begehen", sagte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research. Im gesamten abgelaufenen Jahrzehnt liegt das Plus bei gut 122 Prozent.

Den letzten Handelstag des Jahres nutzten die Investoren jedoch, um Kasse zu machen. Der Dax sackte um 0,7 Prozent ab. Am verkürzten Handelstag waren die Umsätze gering, viele Investoren blieben zwischen den Feiertagen zu Hause.

Öl und Gold legen zu

Moderate Aufschläge verzeichnen die Ölpreise. Damit zeigen die Notierungen kaum eine Reaktion auf die jüngsten Entwicklungen im Irak und Syrien. Nach dem Tod eines US-Zivilisten bei einem Raketenangriff auf einen Militärstützpunkt im Irak hat die US-Armee Stützpunkte der vom Iran unterstützten Hisbollah-Brigaden im Irak und in Syrien bombardiert. Die Preise notieren damit weiter in der Nähe ihrer Dreimonatshoch vom vergangenen Freitag. Tendenziell stützen würden weiter die gefallenen US-Öllagerbestände aus der Vorwoche, heißt es. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI steigt um 0,2 Prozent auf 61,84 Dollar, für Brent geht es um 0,7 Prozent auf 68,62 Dollar nach oben.

Der Goldpreis erhöht sich um 0,3 Prozent auf 1.516 Dollar. Unterstützung für das Edelmetall kommt vom schwächeren Dollar, der Gold für Käufer aus anderen Währungsgebieten billiger macht.

Quelle: ntv.de, chr/rts