Marktberichte

Negativ-Effekt im Handelsstreit Handelsbilanz mit China bremst US-Märkte

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(Foto: imago/UPI Photo)

Sowohl US-Exporte nach als auch Importe aus China sind im Dezember wegen der Abkühlung der globalen Konjunktur unerwartet gesunken. Auch der anhaltende Shutdown sorgt nicht gerade für gute Laune bei den Anlegern.

Schwache chinesische Handelsdaten haben auch den US-Aktienmärkten zum Wochenauftakt zu schaffen gemacht. "Sowohl Importe als auch Exporte enttäuschten die Erwartungen und schüren Angst vor einer Verlangsamung des weltweiten Wachstums", sagte Norbert Rücker,

Chef-Analyst der Privatbank Julius Bär. Die chinesischen Exporte schrumpften im Dezember überraschend um 4,4 Prozent und damit so stark wie zuletzt vor zwei Jahren. Die Importe gingen sogar um 7,6 Prozent zurück. "Diese Daten beweisen, welch starken negativen Effekt der Handelsstreit auf die chinesische und vielleicht auch die Weltwirtschaft hat", sagte Stephen Innes, Chef-Händler für den asiatisch-pazifischen Raum beim Broker Oanda. Für Analystin Helen Lau vom Broker Argonaut machten die schwachen Konjunkturdaten allerdings eine baldige Einigung im Zollstreit zwischen den USA und China wahrscheinlicher.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 0,4 Prozent auf 23.909 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,5 Prozent auf 2582 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,9 Prozent auf 6905 Punkte.

Anleger zogen sich aus Firmen mit einem starken China-Geschäft wie dem Chiphersteller Micron zurück, dessen Titel sich um bis zu 3,5 Prozent verbilligten. Citigroup-Aktien drehten 4,3 Prozent ins Plus, nachdem sie zur Eröffnung knapp zwei Prozent nachgegeben hatten. Anleger freuten sich über den überraschend hohen Quartalsgewinn. Außerdem machten Äußerungen über anziehende Handelsgeschäfte zum Auftakt des aktuellen Quartals Anlegern Mut. Im frühen Geschäft hatte das schwächelnde Anleihe-Geschäft der Bank die Märkte enttäuscht.

Eine milliardenschwere Übernahmeofferte bescherte Gannett den größten Kurssprung der Firmengeschichte. Die Aktien des Herausgebers der Zeitung "USA Today" stiegen zeitweise um gut 20 Prozent auf 11,66 Dollar. Das Verlagshaus MNG bietet nach eigenen Angaben zwölf Dollar je Gannett-Aktie oder insgesamt 1,36 Milliarden Dollar. Das Management von Gannett habe bislang aber nicht "angemessen reagiert". Gannett kündigte eine Prüfung des Angebots an.

Die verheerenden Waldbrände in Kalifornien treiben den größten US-Energieversorger PG&E in die Pleite. Das Management beschloss die Ablösung von Konzernchefin Geisha Williams und kündigte einen Antrag auf Gläubigerschutz für Ende Januar an. Im November hatten Waldbrände die Kleinstadt Paradise im Norden Kaliforniens völlig zerstört, dabei starben mindestens 86 Menschen. Opfer der Katastrophe werfen PG&E fahrlässiges Verhalten vor und fordern Schadenersatz. Auf das Unternehmen könnten im Zusammenhang mit den Bränden 2017 und 2018 nach eigenen Angaben Kosten von bis zu 30 Milliarden Dollar zukommen. Die PG&E-Aktie brach 47 Prozent ein.  

Quelle: n-tv.de, mba/rts