Wirtschaft
US-Präsident Trump: China ist noch nicht bereit für Einigung im Zollstreit. Auch das verunsichert die Anleger an der Wall Street.
US-Präsident Trump: China ist noch nicht bereit für Einigung im Zollstreit. Auch das verunsichert die Anleger an der Wall Street.(Foto: picture-alliance/ dpa)
Dienstag, 09. Oktober 2018

Wirtschaftswachstum ohne Power: IWF-Ausblick bremst Wall-Street-Anleger

Die Verluste halten sich in Grenzen, aber sie gehen in Serie: An der New Yorker Börse bremsen vor allem die Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft, die der IWF zum Teil kräftig zurückgeschraubt hat. Und dann ist da ja auch noch US-Präsident Trump.

Pessimistischere Konjunkturprognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) haben am Dienstag die Anleger an der Wall Street verunsichert. Der Dow Jones der Standardwerte schloss 0,2 Prozent tiefer auf 26.430 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,1 Prozent auf 2880 Zähler. Der Nasdaq Composite trat bei 7738 Punkten in etwa auf der Stelle. In Frankfurt schoben Schnäppchenjäger den Dax an. Der deutsche Leitindex, der noch in der Mittagszeit auf einem Sechs-Monats-Tief gelegen hatte, drehte ins Plus und schloss bei 11.977 Zählern 0,3 Prozent höher.

Der IWF hat seine Schätzungen für die Weltwirtschaft und einzelne Länder reduziert und dafür die von US-Präsident Donald Trump entfachten Handelsstreitigkeiten verantwortlich gemacht. "Die gesenkten Wachstumsprognosen des IWF zeigen, wie groß die Gefahren für die Weltwirtschaft im Moment sind", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

Handelsstreit weiterhin ein Thema

Belastend wirkten sich auch weiterhin Spekulationen auf schneller anziehende US-Zinsen aus. "Steigende Zinsen sind ein doppelter Schlag für Aktien", sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Sie verteuerten Firmenkredite und machten Aktien im Vergleich zu den als sicherer geltenden Staatsanleihen weniger attraktiv. Die Allianz-Fondstochter Pimco stieß ins gleiche Horn. Pimco-Manager Mark Kiesel sagte in einem CNBC-Interview, dass Bonds verglichen mit Aktien zunehmend ansprechend aussähen. Zudem dürfte sich die Stärke des Dollar negativ auf die Gewinne der Unternehmen auswirken.

Auch der schwelende Handelsstreit bremste die New Yorker Börsen. Die chinesische Regierung ist Trump zufolge noch nicht bereit für eine Einigung. Einige Treffen mit chinesischen Vertretern seien deswegen abgesagt worden. Der US-Präsident drohte erneut mit einer weiteren Runde von Sonderzöllen auf chinesische Waren im Wert von 267 Milliarden Dollar.

AA sacken ab

Übernahmespekulationen trieben die Aktien von Papa John's um fast neun Prozent in die Höhe. Laut "Wall Street Journal" erwägt der aktivistische Fonds Nelson Peltz's Trian eine Übernahme der Pizzakette. Die Aktien von Walmart stiegen nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank um 2,5 Prozent.

Die Papiere von American Airlines fielen dagegen um über sechs Prozent. Die Fluggesellschaft hatte mitgeteilt, dass die Kosten für Kerosin im dritten Quartal unerwartet hoch ausgefallen sind. Händler befürchten, dass die Anhebung der Ticketpreise nun nicht ausreicht, um die steigenden Energiekosten wettzumachen.

Quelle: n-tv.de