Marktberichte

Furcht vor Corona-Folgen Neue Hiobsbotschaften setzen Wall Street zu

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Die Kurse an der Wall Street machen erneut eine Kurve nach unten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Eine ganze Serie schlechter Nachrichten aus der US-Wirtschaft verscheucht die Anleger an der Wall Street. Die wichtigsten Indizes rutschen wieder deutlich ab. Auch die Bilanzsaison bringt wenig Zuversicht - die Aktien großer Bankhäuser büßen zum Teil massiv ein.

Nach dem kräftigen Plus vom Vortag ist es zur Wochenmitte an den US-Börsen wieder steil abwärts gegangen. Hatten zuletzt Hoffnungen die Aktienkurse gestützt, dass die Corona-Pandemie ihren Höhepunkt überschritten haben könnte, gewannen nun wieder Zweifel und Angst vor den wirtschaftlichen Folgen die Oberhand. Dazu trugen nicht zuletzt ernüchternde Konjunkturdaten bei.

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Der Dow-Jones-Index fiel um 1,9 Prozent auf 23.504 Punkte. Der S&P-500 schloss 2,2 Prozent tiefer. Der Nasdaq-Composite verlor 1,4 Prozent.

Der Empire State Manufacturing Index für die wirtschaftliche Aktivität im US-Bundesstaat New York im April regelrecht abgestürzt auf den tiefsten Stand aller Zeiten. Auch die Einzelhandelsumsätze gingen im März stärker zurück als erwartet Das galt auch für die Industrieproduktion, die den stärksten Rückgang seit 1946 erfuhr.

Banken enttäuschen überwiegend

Derweil ging die Bilanzsaison in den USA in eine neue Runde. Noch vor Handelsbeginn hatten mit Bank of America, Goldman Sachs und Citigroup drei weitere US-Großbanken über den Verlauf des ersten Quartals berichtet. Die am Vortag veröffentlichten Zahlen von JP Morgan und Wells Fargo waren anfangs positiv aufgenommen worden, später waren die Aktien der beiden Banken jedoch unter Druck geraten, weil Anleger sich auf die hohen Rückstellungen konzentrierten.

Auch die Bank of America legt Milliarden Dollar zurück, um für mögliche Kreditausfälle wegen der Corona-Krise gerüstet zu sein. Der Gewinn der Bank brach im Quartal um 45 Prozent und damit stärker als erwartet ein. Die Aktie fiel um 6,5 Prozent.

Bei Goldman Sachs und der Citigroup hat sich der Gewinn im Quartal jeweils ebenfalls fast halbiert. Die Anleger nahmen die Zahlen der beiden Banken uneinheitlich auf. Die Citigroup-Aktie büßte 5,6 Prozent ein, mit dem Kurs von Goldman Sachs ging es nach frühen Verlusten schließlich um 0,2 Prozent nach oben. Die Analysten von CFRA haben Goldman Sachs nach den Zahlen auf Hold hochgestuft.

Apple stellte am Mittwoch die zweite Generation seines preiswerteren iPhone SE vorgestellt, das zu einem Preis ab 399 US-Dollar auf den Markt kommen soll. Bestellt werden kann das Gerät, das günstigste Handy aus dem Hause, ab dem 17. April. Die Aktie tendierte mit einem Minus von 0,9 Prozent besser als der Markt.

Die Netflix-Aktie marschierte weiter hoch und markierte ein neues Allzeithoch. Das Papier stieg um 3,2 Prozent, seit dem Tief Mitte März hat es bereits knapp 48 Prozent gewonnen. Der Streamingdienst gilt als Nutznießer der Corona-Krise mit ihren Ausgangsbeschränkungen.

Ölpreise uneinheitlich

Die Ölpreise tendierten uneinheitlich. Zunächst standen beide Sorten nach der Monatsprognose der Internationalen Energie-Agentur (IEA) unter Druck. Doch nachdem der Preis für US-Öl der Sorte WTI auf den tiefsten Stand seit 2002 gefallen war, erholte er sich im späteren Verlauf. Der Preis für ein Barrel gewann schließlich 0,4 Prozent auf 20,19 Dollar. Brentöl verbilligte sich dagegen um 5,2 Prozent auf 28,07 Dollar.

Beim Gold kam es derweil nach dem jüngsten Anstieg zu Gewinnmitnahmen. Der Preis für eine Feinunze sank um 0,4 Prozent auf 1.721 Dollar. Hier belastete auch der wieder etwas festere Dollar.

Quelle: ntv.de, kst/DJ