Marktberichte

Angst vor zweiter Welle gesunken Schnäppchenjäger heben Dow Jones ins Plus

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(Foto: AP)

Ein Wiederanstieg der Infektionen in einigen US-Bundesstaaten und neue Ansteckungen in China treiben den Anlegern erst die Sorgenfalten auf die Stirn. Doch dann zeigen sie sich im Tagesschlussspurt kauffreudig - und verhelfen dem US-Leitindex zu einem leichten Plus.

Der Handel an den US-Börsen war von nervösen Schwankungen geprägt. Angesichts zunehmender Sorgen über eine neue Coronavirus-Infektionswelle sank der Dow Jones Industrial mit einem frühen dreiprozentigen Abschlag erst unter die Marke von 25.000 Punkten, dann kamen aber die Schnäppchenjäger und trieben ihn in der Spitze um etwa 1000 Punkte nach oben. Am Ende blieb ein Anstieg um 0,62 Prozent auf 25.763,16 Punkte übrig. Der technologielastige Nasdaq rückte 1,4 Prozent auf 9726,02 Punkte vor und der breit gefasste S&P 500 legte 0,8 Prozent auf 3066,59 Punkte zu.

Der Volatilitätsindex, der als Angstbarometer gilt, schnellte zeitweise hoch, beruhigte sich dann aber wieder. "Wenn wir einen Rückschlag sehen, dann nimmt der Enthusiasmus ab und die Leute warten ab, was der jüngste Anstieg der Infektionszahlen bedeutet", sagte Anthony Denier, Chef des Online-Brokers Webull Financial.

Dow Jones
Dow Jones 34.935,47

Billionenschwere Hilfspakete von Regierungen und Notenbanken weltweit zusammen mit der Rücknahme vieler Coronavirus-Eindämmungsmaßnahmen hatten in den vergangenen Wochen die Kurse an den Börsen nach oben getrieben; der S&P gewann zeitweise 47,5 Prozent seit seinem Tiefpunkt im März. Doch ein pessimistischer Konjunkturausblick der US-Notenbank und steigende Neuinfektionen drehten den Wind. "Der Ausverkauf seit dem Höhepunkt vergangene Woche ist eine Erinnerung daran, dass wir noch nicht aus dem Gröbsten heraus sind", sagte David Bahnsen, Chefinvestor bei The Bahnsen Group.

Für Besorgnis sorgte insbesondere ein Ausbruch des Coronavirus in Peking: Die Regierung riegelte mehrere Wohnblocks ab, nachdem sich mehr als 100 Menschen mit dem Virus infiziert hatten. In mehreren US-Bundesstaaten steckten sich zudem zuletzt so viele Menschen an wie nie zuvor.

Gefragt waren daher vor allem die Aktien von Firmen, die von Ausgangssperren profitieren: Die Papiere des Online-Fitnessanbieters Peloton Interactive legten 6,2 Prozent zu, die Aktien des Videokonferenz-Anbieters Zoom 7,2 Prozent. Wenn Menschen nicht ins Fitnessstudio gehen oder ihre Freunde treffen können, nutzen sie vermehrt die digitalen Angebote, hoffen Börsianer. Um 5,6 Prozent aufwärts ging es für die Aktien des Impfstoffentwicklers Moderna. Israel ist einem Bericht zufolge an dem experimentellen Coronavirus-Impfstoff interessiert und verhandelt dazu mit dem Unternehmen. Im Juli soll eine Studie in einer späten Phase mit 30.000 Freiwilligen beginnen.

Quelle: ntv.de, mba/rts/mba

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