Wirtschaft
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Freitag, 14. September 2018

Berichte über neue China-Zölle: Trump bremst Wall Street aus

Schlechte Laune an der New Yorker Wall Street: US-Präsident Trump will den Handelsstreit mit China wohl weiter anheizen. Dementsprechend vorsichtig agieren die Börsianer am letzten Handelstag der Woche.

Wiederaufkeimende Sorgen vor einem Handelskrieg haben die New Yorker Börse zum Wochenausklang leicht ins Minus gedrückt. US-Präsident Donald Trump beschloss nach Reuters-Informationen im Zollstreit mit China die nächste Eskalation. Der Republikaner leitete neue Strafzölle auf Importe aus der Volksrepublik im Volumen von insgesamt 200 Milliarden Dollar ein, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte.

Mit einer Vergeltungsmaßnahme der chinesischen Führung in ähnlichem Umfang wird gerechnet. Beide Seiten haben bereits in früheren Runden Zölle gegeneinander verhängt. "Sollte Trump mit den Zöllen voranschreiten, reicht das aus, um die Stimmung an den Märkten einzutrüben", sagte ein Händler.

Der Dow Jones schloss mit 26.155 Punkte nahezu unverändert. Der S&P 500 stieg um 0,1 Prozent auf 2906 Zähler. Der Nasdaq-Composite verringerte sich um 0,1 Prozent auf 8010 Stellen.

Im frühen US-Handel hatten noch Pläne für neue Handelsgespräche zwischen Washington und Peking für Auftrieb an der Wall Street gesorgt. Da der erste Bericht über weitere China-Zölle erst kurz nach Handelsschluss in Europa kam, verabschiedeten sich Dax und EuroStoxx50 mit einem Plus ins Wochenende. Der Dax legte am Freitag 0,6 Prozent auf 12.124 Punkte zu, der EuroStoxx50 0,3 Prozent auf 3344 Punkte. Mehr dazu lesen Sie hier.

Bei den US-Einzelwerten verteuerten sich die Papiere von Adobe um 2,8 Prozent. Der Anbieter der Bildbearbeitungssoftware "Photoshop" verbuchte einen überraschend großen Umsatz- und Gewinnsprung.

Ein verlangsamter Umsatzschwund beflügelte die Aktien der kriselnden Kaufhauskette Sears. Sie stiegen um 2,9 Prozent. Die Quartalserlöse auf vergleichbarer Basis gingen zwar um 3,9 Prozent zurück. Im Vorquartal hatte das Minus allerdings noch bei 11,9 Prozent gelegen.

Die Aktien des Versorgers NiSource brachen um 11,7 Prozent ein. Auslöser war eine Serie von Gas-Explosionen in verschiedenen Ortschaften bei Boston. Experten vermuten einen Überdruck in einer Hauptleitung der NiSource-Tochter Columbia Gas als Unglücksursache.

Quelle: n-tv.de