Marktberichte

Dow Jones schließt mit Minus US-Börsen erholen sich nach Dämpfer kaum

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(Foto: AP)

Die US-Indizes zeigen sich zum Wochenausklang nur leicht von den Tiefs erholt, auf die sie durch neuerliche Gewinnmitnahmen vor allem im Technologiesektor gedrückt worden waren. Im Tech-Sektor zeigen sich Anleger vor dem Feiertagswochenende weiterhin nervös.

Der Ausverkauf bei US-Technologiewerten hat sich den zweiten Tag in Folge fortgesetzt. Die New Yorker Börsen schlossen mit Kursverlusten. Der Dow Jones ging 0,6 Prozent tiefer auf 28.133 Punkten aus dem Handel. Der technologielastige Nasdaq gab 1,3 Prozent auf 11.313 Punkte nach und der breit gefasste S&P 500 büßte 0,8 Prozent auf 3426,96 Punkte ein. Im Wochenverlauf ließ der Dow 1,8 Prozent, der Nasdaq 3,3 Prozent und der S&P 2,3 Prozent Federn.

Auch Europa geriet im Sog dessen unter die Räder. Der deutsche Leitindex Dax rutschte um rund 1,7 Prozent auf ein Zwei-Wochen-Tief von 12.842 Punkten, sein europäisches Pendent EuroStoxx50 gab ebenso stark nach. Dabei hatte eine fortgesetzte Erholung am US-Arbeitsmarkt zunächst für Erleichterung bei den Investoren gesorgt.

In den USA stieg die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft im August um 1,37 Millionen und damit in etwa so stark wie erwartet. Die in einer getrennten Umfrage ermittelte Arbeitslosenquote fiel überraschend deutlich auf 8,4 von 10,2 Prozent. "Die Daten zeigen einen sich verbessernden Arbeitsmarkt, der den Konsum unterstützt, aber noch weit von den Niveaus vor dem Corona-Ausbruch entfernt ist", fasste Marktstratege Sameer Samana vom Wells Fargo Investment Institute zusammen.

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Im Fokus der Aktienanleger stand aber der zweite Nasdaq-Kurseinbruch in Folge. Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst CMC Markets, sprach von einem "Realitäts-Check für die sorglosen US-Tech-Investoren." Nach der Rekordjagd der vergangenen Wochen werde den Marktteilnehmern klar, dass es eben nicht um Kurssteigerungen zum Selbstzweck gehe, "sondern hier sind Unternehmen, die überleben und investieren müssen."

Seit März hatte der Sektor rund 80 Prozent zugelegt. Marktschwergewichte Microsoft, Amazon und Facebook gaben bis zu 2,8 Prozent nach. Die Geschäftsaussichten für die Branchen-Riesen seien allerdings weiterhin gut und ein Kursrücksetzer bis zu einem gewissen Grad nicht verwunderlich, sagte Eric Papesh vom Investmenthaus T.Rowe Price. "Wir sind der Meinung, dass sie durch solide Fundamentaldaten untermauert werden - einschließlich Verbesserungen des Cashflows, der Einnahmen, der Erträge und der Gewinnspannen."

Angesichts zuletzt angezogener Anleiherenditen waren hingegen Finanzwerte im Aufwind. Titel von JP Morgan stiegen um 2,2 Prozent. Gefragt waren auch Papiere von Curevac, die mehr als elf Prozent zulegten. Das Tübinger Biotech-Unternehmen erhält vom Bund bis zu 252 Millionen Euro für die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs.

Quelle: ntv.de, mba/rts