Marktberichte

Auftrieb an der Wall Street US-Börsen schließen stark im Plus

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Luft nach oben: Die New Yorker Börsen verabschieden sich mit kräftigen Kursgewinne ins Wochenende.

(Foto: AP)

Im New Yorker Aktienhandel kommt kurz vor dem Wochenende Bewegung auf. Im späten Handel ziehen die Kurse an. Einzelne Aktien wie Hewlett-Packard Enterprises und vor allem Blue Buffalo verzeichnen zweistellige Aufschläge.

Zum Abschluss der Börsenwoche drängeln US-Anleger zurück in den Aktienhandel: Fallende Renditen an den Anleihemärkten hätten die Stimmung gedreht, hieß es. Die Rendite zehnjähriger US-Papiere, die am Mittwoch noch in Richtung 3,00 Prozent kräftig gestiegen war, fiel mit 2,86 Prozent auf den tiefsten Stand seit einer Woche. Das sorgte an der Wall Street erneut für Erleichterung, nachdem die Zinsen schon am Vortag etwas nachgegeben hatten. Aufwind verzeichnen Händler unter anderem bei den Hochtechnologiewerten.

Der Dow-Jones-Index schloss 1,4 Prozent im Plus bei 25.309 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 legte um 1,6 Prozent auf 2747 Zähler zu. Der Composite-Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 1,8 Prozent auf 7337 Punkte.

Im Wochenvergleich ergab sich für den Dow ein Plus von 0,4 Prozent, den S&P ein Aufschlag von 0,6 Prozent und den Nasdaq-Index ein Zugewinn von 1,4 Prozent.

Zum neuen Optimismus an der Wall Street trugen auch Signale der US-Notenbank Fed bei. Die Währungshüter rechnen derzeit mit keinen großen Gefahren für ihre Politik der behutsamen Zinserhöhungen. Der Wirtschaftsaufschwung werde weiterhin durch einen stetigen Zuwachs an Jobs, einen steigenden Wohlstand der Haushalte und eine günstige Stimmung bei den Verbrauchern unterstützt, schreibt die Notenbank in ihrem Halbjahresbericht an den US-Kongress zur Geldpolitik.

Derzeit gehen die meisten Volkswirte davon aus, dass die Dollar-Wächter in diesem Jahr drei Mal ihre Leitzinsen anheben. Befürchtungen, es könnte zu mehr Zinsschritten kommen, hatten die Börsen in den vergangenen Wochen immer wieder in Aufruht versetzt.

Der Vorsitzende der regionalen Notenbank von Boston, Eric Rosengren, sieht die Realzinsen noch für längere Zeit auf niedrigem Niveau. Gegenwärtig hängen die Aktienmärkte stark von der Zinsentwicklung ab. Der kräftige Anstieg der Kapitalmarktzinsen in den USA sorgt unter Anlegern für Verunsicherung. Zum einen büßen Aktien im Vergleich zu Anleihen an Attraktivität ein, wenn die Zinsen steigen. Zum anderen können steigende Zinsen auf die Gewinne von Unternehmen drücken.

Mit Spannung wird daher der Auftritt des neuen Fed-Chefs Jerome Powell am Dienstag im Kongress erwartet. Hier könnte er eine erste Duftmarke setzen, welchen Kurs die Notenbank unter seiner Führung verfolgt. Der geldpolitische Schlüsselsatz liegt momentan in einer Spanne von 1,25 bis 1,50 Prozent. Einige Beobachter halten einen ersten Zinsschritt bei der Fed-Sitzung im März für möglich.

Zu den Favoriten am Aktienmarkt zählte Blue Buffalo. Der "Häagen-Dazs"-Anbieter General Mills will den Hersteller für Bio-Tierfutter für 40 Dollar je Aktie oder insgesamt acht Milliarden Dollar übernehmen. Während die Aktien von General Mills um 3,6 Prozent nachgaben, schnellten die von Blue Buffalo um 17,2 Prozent auf 40 Dollar nach oben.

Die Papiere von Hewlett-Packard Enterprises sprangen mehr als 10 Prozent in die Höhe. Der IT-Konzern verfünffachte den Quartalsgewinn auf 1,4 Milliarden Dollar. Das aus der Aufspaltung von Hewlett-Packard hervorgegangene Hardware-Unternehmen HP Inc war an der Börse mit einem Kursaufschlag von 3,5 Prozent ebenfalls gesucht. Der Konzern verdiente im ersten Quartal mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Überschuss stieg auf 1,9 Milliarden Dollar von 611 Millionen Dollar. Das Unternehmen profitierte dabei von einer stärkeren Nachfrage nach PCs und Druckern.

Starke Quartalszahlen von Edison International sorgten für ein Kursplus von 4,1 Prozent. Analyst Shariar Pourezza vom Broker Guggenheim hatte die Aktien der Holdinggesellschaft für Versorger von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft.

Aktien von Herbalife legten nach Geschäftszahlen des Herstellers von Diätprodukten und Kosmetika um 3,0 Prozent zu. Die Analysten von Pivotal Research sprachen von einem außerordentlich starken Gewinn je Aktie im vierten Quartal.

Papiere von First Solar sackten dagegen nach Zahlen des Solarunternehmens um 6,8 Prozent ab. Hier habe der Umsatz im vierten Quartal wegen Verzögerungen bei einem Projekt in Indien unter den Erwartungen gelegen, wie Analyst Jeffrey Osborne von Cowen anmerkte.

Europas Anleger trauten sich kurz vor Wochenschluss doch noch etwas aus der Deckung. Der Dax ging 0,2 Prozent höher bei 12.483 Punkten aus dem Handel, sein europäisches Pendant Eurostoxx50 legte 0,3 Prozent auf 3441 Punkte zu.

Wie der Börsen-Tag in Europa lief, können Sie hier nachlesen.

Der Kurs des Euro gab im späten US-Handel leicht nach, zuletzt kostete ein Euro 1,2295 US-Dollar. Damit büßte die Gemeinschaftswährung auf Wochensicht rund einen US-Cent ein. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2299 (Donnerstag: 1,2276) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete somit 0,8131 (0,8146) Euro. US-Staatsanleihen stiegen vor dem Wochenende kräftig. Richtungweisende zehnjährige Papiere legten um 14/32 Punkte auf 98 31/32 Punkte zu. Ihre Rendite fiel entsprechend auf 2,87 Prozent.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa/rts