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Wall Street schließt schwächer US-Jobdaten dämpfen Zinsfantasien

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Die Wall Street schließt leicht im Minus.

(Foto: imago images / UPI Photo)

Die US-Arbeitsmarktdaten fallen besser aus als erwartet und die Fed sieht ein solides Wachstum der amerikanischen Wirtschaft. Das lässt eine größere Zinssenkung durch die Notenbank in näherer Zukunft unwahrscheinlicher erscheinen.

Starke US-Jobdaten haben die Hoffnungen der US-Anleger auf deutlich niedrigere Zinsen gedämpft. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss bei dünnen Umsätzen 0,2 Prozent tiefer auf 26.922 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank ebenfalls 0,2 Prozent auf 2990 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,1 Prozent auf 8161 Punkte. Im Wochenvergleich legte der Dow dagegen um 1,2 Prozent, der S&P um 1,7 Prozent und der Nasdaq-Index um 1,9 Prozent zu.

Die Regierung in Washington meldete für Juni 224.000 neue Stellen. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit 160.000 gerechnet. Es sei zwar unwahrscheinlich, dass die Daten die Fed an einer geldpolitischen Lockerung hinderten, sagte Jim O'Sullivan, Chefökonom des Handelshauses High Frequency Economics. Immerhin hätten die Notenbanker ihre Besorgnis über die mögliche Beeinträchtigung des Wachstums durch den Zollstreit deutlich gemacht. Allerdings spekulierten Anleger nun nicht mehr auf allzu aggressive Zinssenkungen.

"Die Kürzung um 50 Basispunkte sollte zu diesem Zeitpunkt vollständig ausgepreist sein", sagte Scott Brown, Chefökonom bei der Investmentbank Raymond James. Die Fed hatte 2018 den Schlüsselsatz vier Mal angehoben - zuletzt im Dezember auf die Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent - bevor sie eine Pause einlegte.

Aus Sicht der US-Notenbank hat die amerikanische Wirtschaft trotz steigender Risiken durch die Handelskonflikte ihren Aufschwung fortgesetzt. Im ersten Halbjahr sei die Wirtschaft "in solidem Tempo" gewachsen, teilten die Währungshüter um Notenbank-Chef Jerome Powell in ihrem Halbjahresbericht für den Kongress mit. Dabei wiesen sie unter anderem auf einen robusten Konsum der Haushalte hin. In den jüngsten Monaten habe die Wirtschaft aber etwas an Schwung eingebüßt - höhere Zölle hätten den Welthandel gebremst. Die Investitionen seien etwas schwächer ausgefallen. Die Notenbank bekräftige ihr Versprechen, angemessen zu handeln, um die Wirtschaft weiter auf Wachstumskurs zu halten.

Der Chipkonzern Intel zählte nach einem schwachen Ausblick von Samsung zu den Verlierern. Die Aktie gab gab 0,9 Prozent nach. Samsung rechnet wegen des Zollstreits zwischen den USA und China mit einem Gewinnrückgang im zweiten Quartal.

Besser als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten versetzten auch in Europa den Zinsfantasien der Anleger einen Dämpfer. Der Dax ging 0,5 Prozent tiefer auf 12.568 Punkten aus dem Handel. Der EuroStoxx50 verringerte sich um 0,5 Prozent auf 3527 Punkte.

Quelle: n-tv.de, hul/rts

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