Marktberichte

Dow Jones kämpft sich zurück Wall Street zeigt sich etwas erholt

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(Foto: picture alliance/dpa)

Nach dem größten Tagesverlust seit dem Börsencrash von 1987 scheint der Ausverkauf an der Wall Street vorerst gestoppt. Nach anfänglichem Druck schließt der Dow Jones sogar im Plus. Aktien von Fluggesellschaften befinden sich aber weiterhin auf der Verliererstraße.

Nach dem Börsenabsturz zum Wochenstart haben sich die US-Aktienmärkte etwas erholt präsentiert. Der Dow Jones Industrial eroberte die Marke von 21.000 Punkten zurück und schloss mit einem Gewinn von 5,19 Prozent bei 21.237,31 Zählern. Im frühen Handel hatte der Leitindex zunächst unter Druck gestanden und war erstmals seit mehr als drei Jahren unter die Marke von 20.000 Punkten gefallen. Am Vortag hatte der Dow mit einem Minus von knapp 13 Prozent den größten Tagesverlust seit 1987 verzeichnet. Der marktbreite S&P 500 endete mit einem Plus von 6,00 Prozent bei 2529,19 Punkten. Der technologielastige Nasdaq 100 legte um 6,46 Prozent auf 7473,95 Punkte zu.

Boeing
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"Unter 20.000 Punkten war der Dow Jones heute endlich in der Lage, die lang ersehnten überzeugten Käufer zu finden", sagte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Im aktuellen Umfeld wäre schon eine Seitwärtsbewegung ein Fortschritt. Derzeit wüssten die Investoren nicht, wie das wirtschaftliche Umfeld neu zu bewerten sei und damit wisse auch niemand, "wo ein fairer Wert von Aktien liegt", so Stanzl. Unter den Einzelwerten standen erneut die Aktien von Boeing im Fokus, die zeitweise um mehr als 20 Prozent einbrachen und den tiefsten Stand seit dem Jahr 2013 erreichten. Später berappelten sie sich aber deutlich und gingen mit einem Minus von "lediglich" 4,2 Prozent aus dem Handel. Am Montag hatten die Boeing-Titel fast 24 Prozent verloren und damit seit Beginn des freien Falls vor knapp vier Wochen rund zwei Drittel an Wert eingebüßt.

Boeing drängt auf Finanzhilfen

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Die Coronavirus-Krise belastet besonders stark den weltweiten Flugverkehr und damit die weitere Nachfrage nach Boeing-Fliegern. Derweil nehmen die Produktionsprobleme für den US-Flugzeugbauer laut US-Medien wegen infizierter und unter Quarantäne stehender Mitarbeiter weiter zu. Laut Medienberichten drängt Boeing bei der US-Regierung auf kurzfristige Finanzhilfen. Der Konzern steht wegen seines nach zwei Abstürzen binnen kurzer Zeit weltweit mit Flugverboten belegten Verkaufsschlagers 737 Max ohnehin schon mit dem Rücken zur Wand.

Die am Vortag unter die Räder gekommenen Aktien von Fluggesellschaften erlitten ebenfalls weitere Verluste. Delta Air Lines und United Airlines sackten um 11,4 Prozent beziehungsweise 13,5 Prozent ab. Aufgrund der enormem geschäftlichen Schäden, die die rapide Ausbreitung des Virus hinterlässt, wollen die US-Fluglinien Staatshilfen im Volumen von über 50 Milliarden Dollar beantragen.

Clorox profitiert von Coronavirus

Clorox Company
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Bei den Aktien von Amazon ging es hingegen um gut 7 Prozent nach oben. Der weltgrößte Online-Händler will einem starken Anstieg der Bestellungen aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus mit einer Einstellungsoffensive begegnen. Das Unternehmen hatte am Montagnachmittag (Ortszeit) angekündigt, in den USA 100.000 zusätzliche Voll- und Teilzeitkräfte für Lager und Auslieferung anzuheuern, um die gestiegene Nachfrage bewältigen zu können.

Die Papiere von Clorox setzten ihre steile Aufwärtsbewegung mit einem Gewinn von mehr als 13 Prozent fort. Der Hersteller von Desinfektionslösungen profitiert wegen der Viruspandemie derzeit von einer hohen Nachfrage nach seinen Produkten. Der Eurokurs erholte sich im US-Handel etwas von seinen deutlichen Verlusten aus dem europäischen Geschäft und wurde zuletzt wieder leicht über der Marke von 1,10 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0982 (Montag: 1,1157) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9106 (0,8963) Euro gekostet. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen fielen um 3 17/32 Punkte auf 103 30/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,08 Prozent.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa