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Schwache Konjunkturdaten ZEW-Index schickt Euro auf Talfahrt

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(Foto: picture alliance / dpa)

Kurs-Wechselbad für Europas Gemeinschaftswährung: In der Nacht noch steigt der Euro aufgrund des schwachen Dollar über die 1,27er-Marke. Eine ganze Salve negativer Konjunkturdaten für Deutschland und die Eurozone lassen den Kurs aber wieder sinken.

Der Euro ist nach erneut schwachen Konjunkturdaten aus dem Währungsraum gesunken. Am Nachmittag notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,2653 US-Dollar und damit etwa ein Cent tiefer als in der vergangenen Nacht. Das Tagestief lag bei 1,2640 US-Dollar. Gegen Mittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2646 (Montag: 1,2679) Dollar festgesetzt.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,11

Ein unerwartet starker Rückgang der ZEW-Konjunkturerwartungen habe den Euro belastet, hieß es aus dem Handel. Unter den vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) befragten Finanzexperten hatte sich die Einschätzung zur weiteren konjunkturellen Entwicklung im Oktober den zehnten Monat in Folge eingetrübt. "Dies ist kein gutes Vorzeichen für die deutsche BIP-Entwicklung im Schlussquartal", meinte Experte Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen.

"Die Fallgeschwindigkeit wichtiger Frühindikatoren überrascht mittlerweile selbst Dauerpessimisten", kommentierte Experte Thomas Gitzel von der VP Bank. Außerdem war die Industrieproduktion der Eurozone im August unerwartet schwach ausgefallen und hatte den Euro ebenfalls unter Druck gesetzt.

Yen zeigt Stärke

Der Yen hat seit Freitagabend deutlich zum US-Dollar zugelegt. Aktuell steht der Greenback bei 107,17 Yen nach Wechselkursen um 107,73 am Freitag. Zwar erholte sich der Dollar, der am Montag bis auf 106,84 Yen gesunken war, etwas. Übergeordnet zeigt der Yen aber Stärke.

Hintergrund der Dollarschwäche sind Kommentare aus dem Kreise der US-Notenbank am Wochenende. So äußerte Stanley Fischer, Vizepräsident der Federal Reserve, auf dem Treffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) die Einschätzung, dass die Konsequenz eines schwächeren Wachstums im Ausland eine verlangsamte Zinswende in den USA sein könnte.

Quelle: n-tv.de, kst/bad/rts/dpa

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