Wirtschaft
Montag, 14. Juli 2008

Noch mal draufgelegt: InBev schluckt Anheuser

Der belgische Bierbrauer InBev übernimmt den US-Konkurrenten Anheuser-Busch und steigt zum Weltmarktführer auf. Der Beck's-Brauer bezahlt den Anheuser-Aktionären 70 Dollar pro Aktie, was einem Gesamtkaufpreis von rund 50 Mrd. Dollar entspricht, wie die Unternehmen in New York mitteilten. Der neue Konzern, der Anheuser-Busch InBev heißen wird, soll von Managern beider Unternehmen geführt werden.

Die Konzerne erwarten durch die Fusion bis 2011 Synergieeffekte von mindestens 1,5 Mrd. Dollar. InBev, das neben Beck's auch die Marken Franziskaner, Löwenbräu und Diebels vertreibt, würde durch den Zusammenschluss den bisherigen Branchenführer SABMiller aus Großbritannien als Branchenführer überholen.

Nachdem der größte US-Brauer Mitte Juni die ursprüngliche Offerte über 46,3 Mrd. Dollar noch abgelehnt hatte, ging InBev zunehmend auf Konfrontationskurs und drohte mit einem Sturz des Anheuser-Direktoriums. Am Freitag erhöhte InBev dann sein Angebot und die Verhandlungen über das Wochenende hatten zu der Einigung mit dem Budweiser-Brauer geführt.

Der Traditionskonzern Anheuser-Busch kontrolliert vor allem mit seinen US-Marken "Budweiser" und "Bud light" rund die Hälfte des amerikanischen Biermarktes.

Zerstrittene Familie

InBev und Anheuser-Busch haben zusammen nach Zahlen von 2007 einen Umsatz von 36,4 Mrd. Dollar und eine Produktion von 460 Mio. Hektolitern. Den beiden Brauereiriesen gehören insgesamt rund 300 Getränkemarken in aller Welt.

Die Aktien des US-Konzerns sind breit gestreut. Die Familie Anheuser-Busch, die den Konzern und seine Vorgänger seit mehr als 150 Jahren führt, hält nur einen sehr kleinen Teil der Anteile. Sie ist zudem untereinander zerstritten.

Der Übernahmekampf zwischen dem europäischen InBev-Konzern und Anheuser-Busch hatte in Teilen der US-Bevölkerung eine Welle der Empörung aus. Amerikanische Politiker kritisierten das Vorhaben massiv und forderten eine nationale Lösung. InBev versprach daraufhin, in den Vereinigten Staaten keine Braubetriebe zu schließen.

Quelle: n-tv.de