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Verlierer ist Berlin Paris für Startup-Szene zunehmend lukrativ

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Frankreichs großer Inkubator: Station F. Hier residiert die Pariser Start-up-Szene.

(Foto: imago/viennaslide)

Mehr als 21 Milliarden Euro haben europäische Startup-Unternehmen im vergangenen Jahr eingesammelt. Unter den Top drei sind auch zwei deutsche Firmen. Doch nach Berlin ist weniger Geld geflossen. Dafür trägt ein Plan der französischen Regierung Früchte.

Beim Wettlauf junger Unternehmen um Geldgeber könnte Paris dem deutschen Startup-Zentrum Berlin einer Studie zufolge demnächst den Rang ablaufen. Während im vergangenen Jahr Investitionen in Paris um 39 Prozent zulegten, erhielten Berliner Startups 12 Prozent weniger Geld von Investoren, wie aus einer Studie der Beratungsgesellschaft EY hervorgeht.

Mit Investitionen von insgesamt 2,5 Milliarden Euro liegt die französische Hauptstadt nur noch knapp hinter Berlin, wo Startups 2,6 Milliarden Euro einsammelten. Den Spitzenplatz in Europa hält unangefochten London: Trotz der Unsicherheiten rund um den Brexit sammelten Start-ups in der britischen Hauptstadt 2018 fünf Milliarden Euro ein, drei Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Gesamtwert der Startup-Finanzierungen stieg den EY-Beratern zufolge in Europa im vorigen Jahr um elf Prozent auf 21,3 Milliarden Euro. Investitionen in die Gründerszene seien dabei relativ unabhängig von konjunkturellen Schwankungen, hieß es in der Studie. So hätten Investitionen in Unternehmen, die nicht älter als zehn Jahre sind, trotz eingetrübter Konjunkturaussichten im zweiten Halbjahr noch einmal zugelegt.

Ins Auge steche vor allem die dynamische Entwicklung in Frankreich, sagte EY-Partner Peter Lennartz. Die französische Regierung verfolge das Ziel, Startup-Nation Nummer eins in Europa zu werden. Dafür gebe es günstige Kredite vom Staat, massive Steuererleichterungen sowie unkomplizierte Erteilungen von Aufenthaltsgenehmigungen. In Paris wurde zudem der Startup-Campus "Station F" angesiedelt.

Die größte Finanzierung des Jahres erhielt allerdings das britische Unternehmen FarFetch. Der Luxus-Onlinehändler sammelte demnach bei seinem Börsengang im September 583 Millionen Euro ein. Auf Platz zwei und drei folgten mit der Gebrauchtwagen-Plattform Auto1 (460 Millionen) und dem Bekleidungs-Startup About You (264 Millionen) zwei deutsche Startups.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts

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