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Klage gegen Ex-Chef Neumann WeWork-Managerin bangte um Ungeborenes

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Neumann soll in Gegenwart seiner schwangeren Mitarbeiterin Marihuana geraucht haben.

(Foto: REUTERS)

Seinen Posten hat Firmengründer Neumann schon räumen müssen. Jetzt droht der fragwürdige Umgang mit Mitarbeitern den US-Bürovermieter WeWork sogar vor Gericht zu bringen. Eine Ex-Führungskraft berichtet von systematischer Diskriminierung, weil sie schwanger wurde und reicht Klage ein.

Kritik an der Unternehmenskultur bei dem Büroflächenvermieter WeWork ist unter der Führung des Mitgründers und Ex-Geschäftsführers Adam Neumann immer wieder aufgekommen. Jetzt folgen weitere brisante Enthüllungen der ehemaligen Personalchefin: Merdin Bardhi verklagt das Unternehmen wegen eines angeblichen geschlechterspezifischen Lohngefälles, Rauchen von Marihuana vor ihr und der Diskriminierung von schwangeren Frauen, die nach der Geburt ihres Kindes in Mutterschutz gegangen sind.

Bardhi wirft dem Unternehmen vor, dass sie während ihrer Schwangerschaft wiederholt diskriminiert wurde und wegen Neumanns Vorliebe für das Rauchen von Marihuana in Charterflugzeugen um die Gesundheit ihres ungeborenen Kindes fürchtete. Etwa sechs Monate nach der Geburt ihres zweiten Kindes im Jahr 2018 und nur wenige Wochen nachdem sie Bedenken von Diskriminierung im Zusammenhang mit ihren Schwangerschaften formulierte, wurde Bardhi entlassen.

Schwangerschaft als "Problem" bezeichnet

Tatsächlich habe die Diskriminierung bereits im Jahr 2013 bei ihrem Vorstellungsgespräch begonnen, geht aus einer Beschwerde bei der "Equal Employment Opportunity Commission" hervor. Neumann habe sie damals gefragt, ob sie heiraten und schwanger werden wolle, zitiert CNN Business das Papier.

Als sie im März 2016 das erste Mal schwanger wurde, habe Bardhi gezögert, Neumann von ihrer Schwangerschaft zu erzählen, sah sich aber dazu gezwungen, weil ihr ehemaliger Chef auf Flügen Marihuana rauchte und die werdende Mutter ihr ungeborenes Kind nicht dem Rauch aussetzen wollte.

Neumann bezeichnete den bevorstehenden Mutterschutz auch als "Urlaub", heißt es in der Beschwerde weiter. Jennifer Berrent, eine andere langjährige Führungskraft, habe ihre Schwangerschaft sogar als Problem bezeichnet, das es zu lösen gelte. Das Muster soll sich wiederholt haben als Bardhi 2018 wieder schwanger wurde, ein Kind bekam und wieder in Mutterschutz ging.

Fragwürdige Unternehmenskultur kostet Neumann Posten

Nach ihrer Rückkehr sei sie degradiert und monatelang von der Arbeit ausgeschlossen worden, berichtet Bardhi weiter. In ihrer Beschwerde wirft sie ihrem ehemaligen Arbeitgeber auch ein geschlechterspezifisches Lohngefälle vor. Einem männlichen Kollegen soll das Unternehmen für die gleiche Position mehr als das Doppelte an Gehalt angeboten haben.

"WeWork wird sich energisch gegen diese Klage verteidigen", kündigt das Unternehmen in einer Mitteilung an. "Wir haben keinerlei Toleranz gegenüber Diskriminierung jeglicher Art. Wir sind bestrebt, das Unternehmen voranzubringen und ein Unternehmen und eine Kultur aufzubauen, auf die unsere Mitarbeiter stolz sein können." Neumanns Rolle im Unternehmen und die von ihm gepflegte Kultur wurden in letzter Zeit intensiv untersucht. Nach der Einreichung der Unterlagen für den Börsengang im August sah sich das Unternehmen mit einer Flut von Kritik über seine Arbeitsweise konfrontiert. Neumann musste daraufhin das Unternehmen verlassen.

Quelle: n-tv.de, jki