Wirtschaft
Mit Ring kauft Amazon gezielt zu.
Mit Ring kauft Amazon gezielt zu.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 28. Februar 2018

Startup mehr als Milliarde wert: Amazon kauft Ring

Das Startup DoorBot nimmt am "Höhle der Löwen"-Äquivalent "Shark Tank" teil. Doch kein Risikokapitalgeber zeigt Interesse. Das ist ein paar Jahre her. Jetzt heißt das Unternehmen Ring - und Amazon blättert eine stolze Summe dafür hin.

Amazon legt sich einen weiteren Anbieter vernetzter Türklingeln und Sicherkameras zu. Der weltgrößte Online-Händler übernimmt das Startup Ring, dessen Kunden sich mit Leuten vor ihrer Haustür per Videochat in einer Smartphone-App unterhalten können. Die rund fünf Jahre alte Firma sei dabei mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet worden, berichtete das "Wall Street Journal". Bereits im Dezember hatte Amazon das Startup Blink mit ähnlichen Produkten gekauft.

Ring gehört nach dem 13,7 Milliarden Dollar schweren Kauf der US-Biosupermarktkette Whole Foods nun zu den teuersten Akquisitionen des Konzerns, der immer stärker darauf setzt, künftig die Bestellungen von Kunden direkt in die Wohnungen zu liefern und dafür gleich noch die notwendigen Schlösser und Überwachungskameras anbietet. Amazon wollte sich am Dienstagabend zum Preis nicht äußern.

Amazon hat seit Herbst auch eine eigene Heimsicherheitskamera im Angebot. Der Online-Händler bietet zudem einen Service an, bei dem Paketzusteller über ein vernetztes Türschloss in Haushalte reinkommen und unter Beobachtung einer Kamera die Waren abstellen können.

"Jetzt, wo Amazon immer aggressiver auf die Lebensmittel-Zustellung setzt, glauben wir, dass die intelligenten Sicherheitsgeräte ein wichtiger Faktor sind, um die Benutzerakzeptanz zu erhöhen", schrieb Analyst Colin Sebastian vom Finanzdienstleister Baird Equity. Bereits jetzt können die Ring-Produkte zusammen mit dem Amazon-Sprachassistenten Alexa verwendet werden. Beobachter gehen davon aus, dass sie auch gut zusammen mit dem "Amazon Key" funktionieren dürften, ein bisher Prime-Mitgliedern vorbehaltenes Schloss zusammen mit einer Überwachungskamera. Die Übernahme schaffe Potenzial für mehr, urteilten Analysten hinsichtlich der Integration der Ring-Geräte ins Amazon-Portfolio.

Ring debütierte einst noch unter dem Namen DoorBot in einer Folge der Fernsehsendung "Shark Tank", in der Risikokapitalgeber Startup Ideen finanzieren können. In Deutschland gibt mit der "Höhle der Löwen" es eine ähnliche Sendung auf Vox und ntv. DoorBot-Gründer James Siminoff bot zehn Prozent an seiner Firma für 700.000 Dollar an. Doch keiner der "Haie" biss an. Schon in der jüngsten Finanzierungsrunde wurde Ring mit rund einer Milliarde Dollar bewertet.

Quelle: n-tv.de