Frage & Antwort

Wieder rank und schlank werden Kann man Fett in Muskeln umwandeln?

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Erst speckig, dann muskulös - gibt es einen Zusammenhang?

(Foto: imago/Panthermedia)

Wer abnehmen möchte, bekommt oft den Rat, Körperfett in Muskeln umzuwandeln. Doch geht das überhaupt? Ein Sport- und Gesundheitsexperte weiß die Antwort darauf und erklärt, warum der Muskel ein natürlicher Fettfeind ist.

Fast jeder Mensch träumt vom perfekten Körper - doch die Realität sieht anders aus: Mehr als die Hälfte der Deutschen hat Übergewicht, von Fettleibigkeit ist immer noch jeder vierte Mann in Deutschland und jede fünfte Frau betroffen. Der Volksmund sagt: Um wieder rank und schlank zu werden, müsse man einfach "Fett in Muskeln umwandeln". Aber geht das überhaupt?

"Die Hoffnung ist natürlich wunderbar, doch das geht leider nicht", sagt Ingo Froböse, Professor für Prävention und Rehabilitation im Sport an der Deutschen Sporthochschule in Köln, zu n-tv.de. "Alle Menschen haben Fettzellen, auch die Schlanken. Allerdings sind diese nicht prall gefüllt", erklärt der Experte. Ein sehr schlanker Mensch kann zudem genauso viele Fettzellen haben wie ein übergewichtiger oder fettleibiger Mensch. Und: "Fettzellen verschwinden niemals."

Fettzellen bleiben auch immer Fettzellen, sie lassen sich durch Training nicht in Muskelzellen umwandeln. Zwar können sich unter bestimmten Umständen im Körper neue Muskelzellen bilden oder auch verschwinden, so Froböse. Der Aufbau von Muskulatur durch Bewegung geschieht aber in erster Linie dadurch, dass die vorhandenen Muskelzellen wachsen.

"Einer der wichtigsten Baustoffe für Muskelzellen ist das Protein", sagt Froböse. Um dieses Baumaterial der Muskelzellen herzustellen, benötigt der Körper Aminosäuren. Acht davon kann er allerdings nicht alleine herstellen, sie müssen "täglich auf die Speisekarte", so der Sportwissenschaftler. Aus dem Fett in den Fettzellen kann die Muskulatur jedenfalls nicht aufgebaut werden.

Muskeln verschlingen das Fett

Dennoch besteht ein Zusammenhang zwischen Muskelaufbau und Körperfett, sagt Froböse. Denn damit die Muskelzellen wachsen können, muss der Mensch sich bewegen - und dafür benötigt er Energie. Der beste Energiespeicher des Körpers sind wiederum seine Fettzellen. Während die Muskeln arbeiten, leeren sich die Fettzellen wie die Benzintanks von Autos.

Trainiert ein Mensch viel und regelmäßig, entwickelt sich seine Muskulatur sogar zu einem regelrechten Albtraum des Körperfetts. Die Muskelzellen werden nicht nur größer, sondern jeweils auch noch mit zusätzlichen kleinen Kraftwerken ausgestattet, den Mitochondrien, erklärt der Experte. "Muskeln müssen ständig durchblutet und ernährt werden, sie kosten also richtig Energie und die kommt aus den Fettzellen." Die gewachsene Muskulatur hält auf diese Weise die Fettzellen ständig in Schach.

Übrigens: Sportliche Aktivität führt nicht zwangsläufig dazu, dass das Körperfett abnimmt. "Wenn jemand trainiert und zugleich zu viel an Kalorien aufnimmt, baut sich die Fettmasse des Körpers nicht ab", erklärt Froböse. Denn dann sind ausreichend freie Fettsäuren im Blut vorhanden, auf welche die Muskelzellen als Energielieferant zurückgreifen können. So würde der Mensch zwar Muskeln aufbauen, das "Speicherfett" jedoch bleibe bestehen.

Quelle: n-tv.de

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