Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 408 Sind Rosinen auch Korinthen?

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Knitterig und nicht besonders schön anzusehen, aber sehr süß: Rosinen.

imago/Rainer Unkel

Immer wenn ich zur Weihnachtszeit backe, frage ich mich: Gibt es zwischen Rosinen, Korinthen und Sultaninen tatsächlich einen Unterschied oder sind es nur regional unterschiedliche Bezeichnungen für ein und dieselbe Sache? (fragt Erika W. aus Weißenfels)

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Rosinen gehören in fast jedes Weihnachtsgebäck.

(Foto: imago/BE&W)

Rosinen sind, besonders zur Weihnachtszeit, eine beliebte und vielverwendete Backzutat. In manchen Zutatenlisten tauchen dann auch Korinthen oder Sultaninen auf. "Ob Sultaninen, Korinthen oder Rosinen: Erst einmal sind alle getrocknete Weintrauben, die sich allerdings sowohl in der Art der Trocknung als auch in der Sorte der Weintrauben unterscheiden", sagt n-tv.de Koch- und Back-Expertin Heidi Driesner dazu.

Die Bezeichnung Rosinen wird umgangssprachlich oft als Oberbegriff für alle getrockneten Weinbeeren verwendet. "Das ist nicht falsch, allerdings auch nicht ganz korrekt, denn bei einer Rosine handelt es sich, streng genommen, um eine bestimmte dunkle, kernreiche Trockenfrucht" so Driesner weiter. Wer allerdings auf diese korrekte Bezeichnung beharrt, der darf sich nicht wundern, wenn er als Korinthenkacker bezeichnet wird. Doch dazu später mehr. Die klassische Rosine wird in den letzten Jahren mehr und mehr von den kernlosen Sultaninen abgelöst. 

Sultaninen sind größer als Rosinen. Die hellen, dünnschaligen und kernlosen Trockentrauben, die ursprünglich aus der sogenannten Sultantraube gewonnen wurden, werden heute auch aus anderen Ursprungstrauben hergestellt. Die Weinbeeren werden nach der Ernte im Freien getrocknet. Je schneller die Beeren trocknen, umso heller bleiben sie. Manchmal sind Sultaninen, die man im Handel kaufen kann, geschwefelt. Produzenten sind verpflichtet, das auf der Verpackung anzugeben. "In diesem Fall ist es besser, die Trockenfrüchte, bevor sie in den Teig oder ins Müsli wandern, gründlich zu waschen", rät die Expertin.

Korinthen stammen aus Griechenland

In der Regel völlig ungeschwefelt (außer sie kommen aus Österreich) ist die kleinste Sorte der Rosinen auf dem Markt. Die Korinthen wurden nach der griechischen Hafenstadt Korinth benannt. Die violett-schwarzen, kernlosen Trockenfrüchte werden aus der Rebsorte Korinthiaki (schwarzer Lorbeer) gewonnen. Dabei handelt es sich um dunkelrote, sehr süße Trauben, die als Keltertraube zu Dessertweinen mit lieblichem Geschmack werden. Korinthen sind kräftiger und süßer im Geschmack als Sultaninen.

Als Zibeben werden die großen am Rebstock getrockneten Weinbeeren bezeichnet, die Kerne in sich tragen. Die rötlichen Weinbeeren sind in Supermärkten sehr selten zu finden, denn sie werden vor allem für die Herstellung von Dessert- und Süßweinen verwendet. Die Bezeichnung Zibebe ist im Süden Deutschland und in Österreich weit verbreitet und wird dort auch als Oberbegriff für alle Rosinen verwendet.

Rosinen sind gesund - und kalorienreich

Rosinen sind wahre Energieträger und können pur, als Backzutat oder auch zu Deftigem wie beispielsweise zu Sauerkraut gegessen werden. Durch den Trockenprozess verlieren die Früchte zwischen 75 und 85 Prozent ihrer ursprünglichen Feuchtigkeit. Der Fruchtzucker steigt dadurch auf bis zu 75 Prozent an. Das macht alle getrockneten Weinbeeren zu echten Kalorienbomben - mit rund 270 Kalorien pro 100 Gramm. Allerdings enthalten sie auch Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen in konzentrierter Form. Damit können alle Arten von Rosinen ein guter Zuckerersatz sein, aber nur für die, die sie auch mögen.

Egal, welche Art der getrockneten Weinbeeren im Rezept aufgeführt werden - es ergibt im Geschmack keinen großen Unterschied, welche Sorte man benutzt. Noch besser schmecken alle Arten, wenn man sie vorher ein paar Stunden einweicht, gern auch mal in Rum.

Übrigens: Die abfällige Bezeichnung "Korinthenkacker" für einen besonders kleinlichen Menschen wurde tatsächlich von den Korinthen abgeleitet. Die Vorstellung, die dahinter steht, ist, dass Menschen, die alles in ihrem Leben übergenau nehmen, auch auf der Toilette ihren Prinzipien treu bleiben und ihren Kot ausschließlich in korinthengroßen Teilen abgeben.

Quelle: n-tv.de

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