Das war Donnerstag, der 10. März 2016
Wahnsinn, 3:0 gegen den Tabellenzweiten der Premierleague, Tottenham Hotspur! Dortmunds Borussia tingelt mit diesem Hinspielergebnis im Rücken wohl weiter durch Europa. Mit einem Auge Richtung Sportredaktion durfte ich den fußballerischen Leckerbissen ein wenig verfolgen, während "Der Tag" mit spannenden und kuriosen Nachrichten aufwartete. Sei es die Nullzins-Entscheidung der EZB oder das nächste Kapitel in Volkswagens Abgas-Affäre.
Das waren einige der wichtigsten Nachrichten des Tages:
Damit verabschiede ich mich und bedanke mich bei Ihnen, werte Leser, fürs Vorbeischauen. Bleiben Sie uns gewogen. Morgen früh übernimmt dann wieder Christian Herrmann. Gute Nacht.
Serbien ruft wegen Überschwemmungen Notstand aus
Wegen schwerer Überschwemmungen infolge heftiger Regenfälle hat Serbien den Notstand ausgerufen. Dies diene dem Schutz von Leben und Sicherheit der serbischen Bürger, erklärte die Regierung in Belgrad. Nach Angaben der Polizei ist ein großes Gebiet von dem Hochwasser betroffen. Mehr als 700 Häuser stünden unter Wasser. Für die kommenden Tage wurde noch mehr Regen vorhergesagt.
Im Frühjahr 2014 waren bei besonders schweren Überschwemmungen in Serbien und seinen Nachbarländern mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen. Zehntausende mussten ihre Häuser verlassen. Nach Schätzungen der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung betrug der Schaden damals allein in Serbien rund zwei Milliarden Euro.
Fußball-Legende Pelé versteigert 2000 Erinnerungsstücke
Großer Kehraus im Hause Pelé: Brasiliens Fußball-Legende will mehr als 2000 Erinnerungsstücke aus seiner einmaligen Karriere unter der Hammer bringen und die Einnahmen zum Teil einem Kinderkrankenhaus in seiner Heimat stiften. Unter den Memorablia ist Pelés eine Kopie des (alten) WM-Pokals, seine drei Weltmeister-Medaillen und der Ball, mit dem er sein 1000. Tor erzielt hatte.
Das US-Auktionshaus Julien's strebt einen Erlös von rund einer Million Dollar (890.000 Euro) an. "Nachdem ich schon einen beachtlichen Teil meiner Sammlung der Stadt Santos überlassen habe, habe ich nun entschieden, dass auch Fans und Sammler einen Teil meiner Geschichte besitzen können sollen", wird der 75-jährige Pelé zitiert: "Ich hoffe, dass sie die Artefakte in Ehren halten und meine Story mit ihren Kindern und Enkeln teilen."
Höchstdotiertes Los der Auktion ist eine Kopie des Coupe Jules Rimet, des bis 1970 vergebenen und seit 1983 im Original verschollenen WM-Pokals. Dieser könnte eine halbe Million Euro einbringen.
Obama gibt Entwarnung: keine Invasion in Kanada
Zum ersten Mal seit fast 20 Jahren ist ein kanadischer Regierungschef zu Besuch im Weißen Haus. Der neue Premierminister Justin Trudeau wurde von US-Präsident Barack Obama nicht nur sehr herzlich empfangen. Obama gab dem Liberalen auch noch gute Nachrichten mit auf den Heimweg. Demnach muss sich Kanada keine Sorgen um den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen machen.
Wörtlich sagte Obama: "Jedes Mal, wenn wir Präsidentschaftswahlen haben, sollen sich unsere Freunde im Norden auf einen Exodus von Amerikanern vorbereiten, die schwören, nach Kanada zu ziehen, wenn der Kerl der anderen Partei gewinnt. Normalerweise geht aber alles gut aus." Na dann, Herr Trudeau...
Forscher: Zika-Virus gefährdet auch Erwachsene
Das in Lateinamerika grassierende Zika-Virus kann laut französischen Forschern offenbar nicht nur Gehirne von Ungeborenen, sondern auch von Erwachsenen schädigen. Die Wissenschaftler schilderten in der Fachzeitschrift "New England Journal of Medicine" den Fall eines 81-jährigen Manns, der nach einer Kreuzfahrt im Januar in ein Krankenhaus in Créteil nahe Paris eingeliefert worden sei. In seiner Rückenmarksflüssigkeit sei das Zika-Virus gefunden worden.
Der vor seiner Kreuzfahrt im Pazifik völlig gesunde Patient habe unter hohem Fieber und Lähmungserscheinungen gelitten und sei zwischenzeitlich ins Koma gefallen, schrieb das Forscherteam. Bei ihm sei eine Meningoenzephalitis, eine Hirn- und Hirnhautentzündung, diagnostiziert worden. Mittlerweile gehe es ihm etwas besser. Das unter anderem von der Ägyptischen Tigermücke übertragene Zika-Virus grassiert derzeit vor allem in Lateinamerika.
Ermittlungen gegen mutmaßlichen Drogen-Sünder Beck auf Eis
In der Drogen-Affäre um Volker Beck kann die Staatsanwaltschaft vorerst nicht gegen den Grünen-Politiker ermitteln. Denn Bundestagspräsident Nobert Lammert hat das Immunitätsverfahren zu dem Abgeordneten auf Eis gelegt. Das entsprechende Schreiben der Berliner Staatsanwaltschaft genüge nicht den Anforderungen, die für die Auslösung der Frist für den Beginn von Ermittlungen bestehen, hieß es aus dem Bundestag.
Den Immunitätsregeln zufolge haben Abgeordnete keinen grundsätzlichen Schutz vor Ermittlungen. Nach der Geschäftsordnung des Bundestages darf ein Ermittlungsverfahren gegen einen Abgeordneten "im Einzelfall frühestens 48 Stunden nach Zugang der Mitteilung beim Präsidenten des Deutschen Bundestages eingeleitet werden".
Das Schreiben der Staatsanwaltschaft sei am 9. März im Büro des Bundestagspräsidenten eingegangen, hieß es. Darin werde aber nur informiert über "das Anlegen eines Prüfvorgangs" wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die Einleitung eines "Prüfvorganges" reiche aber nicht aus. Das Schreiben enthalte keine Mitteilung, dass die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens beabsichtigt sei. Das bedeute, dass die 48-Stunden-Frist mit dem Zugang des Schreibens nicht begonnen habe.
PET-fressendes Bakterium könnte Welt vor Plastikmüll retten
Wissenschaftler haben erstmals ein Bakterium entdeckt, das Kunststoff zersetzt. Bislang seien nur wenige Pilze, aber keine Bakterien bekannt gewesen, die Plastik abbauen, schreiben die japanischen Forscher im Fachblatt "Science". Das Bakterium Ideonella sakaiensis 201-F6 hat zwei Enzyme, mit dessen Hilfe es den weit verbreiteten Kunststoff PET (Polyethylenterephthalat) zerlegt. Es könne bei der Sanierung PET-belasteter Flächen und Gewässer hilfreich sein oder beim Recycling Erdöl-basierter Rohstoffe, die zur PET-Herstellung benötigt werden, kommentiert ein deutscher Experte die Entdeckung.
Weltweit werden jährlich etwa 300 Millionen Tonnen Kunststoffe produziert. 56 Millionen Tonnen entfielen im Jahr 2013 auf PET-Kunststoffe. Daraus entstehen zum Beispiel Flaschen oder Verpackungen. Nur ein geringer Teil davon wird recycelt, riesige Mengen landen in der Umwelt, wo sie nur sehr langsam abgebaut werden. Nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) vergehen etwa 450 Jahre, bis sich eine Plastikflasche in der Umwelt zersetzt hat.
VW soll Motoren während US-Ermittlungen manipuliert haben
Auf die Gefahr hin, dass Ihnen dieser Satz bekannt vorkommt: Die Manipulationen an Dieselmotoren im Volkswagen-Konzern waren laut einem Medienbericht offenbar umfangreicher als bisher bekannt.
Sie wurden demnach sogar noch verstärkt, als die US-Behörden bereits ermittelten. VW habe die Manipulationssoftware in Dieselfahrzeugen überarbeitet, als die kalifornische Umweltbehörde Carb den Konzern bereits seit Monaten wegen deutlich erhöhter Abgaswerte im Visier gehabt habe, berichtete der NDR unter Berufung auf gemeinsame Recherchen mit WDR und "Süddeutscher Zeitung".
VW-Entwickler hätten anscheinend noch zum Jahreswechsel 2014/15 die illegale Abschaltvorrichtung unbemerkt von den US-Behörden durch ein Software-Update erweitert, berichtet der Rechercheverbund. Die Motorsteuerung konnte demnach fortan noch klarer unterscheiden, ob das Auto auf einem Prüfstand getestet wurde oder auf der Straße fuhr.
Die ganze Geschichte lesen Sie hier.
Präsentiert Apple Ende März das Billig-iPhone?
Apple hat für übernächste Woche zu einem Pressetermin geladen und damit Spekulationen über neue iPhones genährt. In der am gestern verbreiteten Einladung für den 21. März waren wie beim US-Konzern üblich keine Einzelheiten zum Inhalt angegeben. Allerdings diskutieren Experten seit längerem über ein iPhone mit einem vier Zoll großen Bildschirm.
Ein weniger teures Mobiltelefon könnte den Absatz der Kalifornier in Schwellenländern wie China vorantreiben. Entsprechende Spekulationen haben die Apple-Aktie in den vergangenen zwei Wochen nach oben getrieben.
Kann jetzt nur noch Chuck Norris den BER retten?
Chuck-Norris-Witze haben einen Bart, ich weiß. Aber da Bärte ja immer noch hip sind, kann ich es mir nicht verkneifen, diesen Tweet hier mit Ihnen zu teilen. Denn so langsam glaubt hier in Berlin keiner mehr an eine baldige Fertigstellung des künftigen Flughafens "Willy Brandt".
Morgen kommt mal wieder der Aufsichtsrat der Berlin-Brandenburger Flughafengesellschaft zusammen. Bei der Sondersitzung am Flughafen Tegel dürfte das Kontrollgremium auch über die neuen Risiken für den Zeitplan zur Eröffnung des künftigen Hauptstadtflughafens im nächsten Jahr sprechen. Das Bauordnungsamt verlangt, dass die Betreiber Unterlagen zum Bau nachbessern.
Der Bund als Miteigentümer des Unternehmens erhöhte vor der Sitzung den Druck auf Flughafenchef Karsten Mühlenfeld. Verkehrsminister Alexander Dobrindt pocht darauf, dass noch 2017 die ersten Flugzeuge abheben. Vielleicht hat der CSU-Mann ja schon einen Nachfolger für Mühlenfeld parat? "Mein Name ist Walker, Flughafen Ranger."
Ex-RAF-Mitglied vor Wahl zum Ortsvorsteher in Marburg
Bei der Ortsbeiratswahl im mittelhessischen Marburg hat ein früheres RAF-Mitglied in seinem Bezirk die meisten Stimmen geholt. Nach einem Bericht der "Oberhessischen Presse" hat der für die SPD angetretene Kandidat nun gute Chancen, auch Ortsvorsteher in dem Stadtteil zu werden. "Das Wahlergebnis zeigt, dass man Wolfgang Grundmann offenbar nicht nur persönlich schätzt, sondern ihm eben auch das politische Mandat für seinen Ortsteil (...) mehr als nur zutraut", teilte die Marburger SPD zu dem vorläufigen Endergebnis der Wahl mit.
Die städtische CDU hatte vor der Abstimmung am vergangenen Sonntag heftige Kritik an der Kandidatur geäußert. Die SPD wies diese zurück. Grundmann habe seine Haftstrafe längst verbüßt und zudem aus seiner Vergangenheit kein Geheimnis gemacht. Grundmann wurde 1977 wegen Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt. Verhaftet worden war er 1972.
Oberhausener Ausstellung lockt mit Astronauten-Perspektive
Einmal die Erdkugel so ähnlich wie ein Astronaut zu sehen - das ermöglicht jetzt eine Ausstellung in Oberhausen. Im Gasometer, einem früheren Gasspeicher, ist dazu im 100 Meter hohen Innenraum ein Ballon mit einem Durchmesser von 20 Metern aufgehängt worden, auf den Satellitenaufnahmen projiziert werden. Der Besucher sieht den Wechsel von Tag und Nacht, leuchtende Metropolen bei Nacht und Wolkenformationen.
Die Erdkugel ist die Hauptattraktion der Ausstellung "Wunder der Natur", die von Freitag an bis zum Jahresende gezeigt wird. Rund 150 Tier- und Pflanzen-Bilder namhafter Fotografen sollen die "Genialität der biologischen Systeme" vor Augen führen.
Polizisten wegen rechtem Magazin in Windschutzscheibe abgestraft
Das sichtbare Ablegen einer rechten Zeitschrift hinter der Windschutzscheibe eines Polizei-Einsatzwagens hat Konsequenzen für zwei Erfurter Bereitschaftspolizisten. Sie seien mit sofortiger Wirkung in eine andere Dienststelle versetzt worden, sagte ein Sprecher der Landeseinsatzzentrale am Donnerstag auf Anfrage. Nach seinen Angaben wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet.
Außerdem werde geprüft, ob sie gegen ihre beamtenrechtlichen Pflichten verstoßen hätten. Die beiden Beamten waren am Mittwoch bei einer AfD-Kundgebung in Jena eingesetzt gewesen. Das sichbare Ablegen der Zeitschrift "Compact" hatte für Kritik und Empörung gesorgt.
WDR plant 100 Stunden langes Mitmach-Hörspiel
Der WDR plant eine Mitmachaktion, bei der das nach Senderangaben "größte Hörspiel aller Zeiten" entstehen soll. Das Kulturradio WDR 3 fordert dazu auf, den 1404 Seiten dicken Roman "Unendlicher Spaß" von David Foster Wallace als Hörspiel umzusetzen. Mitmachen kann den Angaben zufolge jeder auf der Webseite www.unendlichesspiel.de. Dort gibt es die Möglichkeit, sich eine Romanseite zu reservieren, sie einzulesen, hochzuladen und anschließend anzuhören.
Die Künstler Andreas Ammer, Andreas Gerth und Acid Pauli sollen die einzelnen Beiträge dem WDR zufolge zu "einer Symphonie aus unterschiedlichsten Stimmen und sich ständig erneuernden Klängen verweben". Das Hörspiel "Unendliches Spiel Unendlicher Spaß" soll den gesamten Roman umfassen und rund 100 Stunden lang werden.
Polizei fasst nach Silvester-Übergriffen weitere Verdächtige
Im Zusammenhang mit den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht hat die Hamburger Polizei zwei weitere Verdächtige gefasst. Beamte verhafteten einen 21-Jährigen in einer Bremer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Der Marokkaner sei durch umfangreiche technische und kriminaltaktische Ermittlungen überführt worden. In einer Erstaufnahmeeinrichtung in Hamburg nahmen die Beamten zudem einen 25-jährigen Iraner fest.
Beide Männer stünden im Verdacht, aus einer Gruppe heraus eine 18-Jährige in Hamburg-St. Pauli sexuell genötigt zu haben. Nach dem Iraner sei auch mit Hilfe von "Aktenzeichen XY ... ungelöst" gefahndet worden. Nach Ausstrahlung der ZDF-Sendung am 10. Februar sei der entscheidende Hinweis eingegangen. Wegen der Übergriffe auf St. Pauli und am Hamburger Jungfernstieg wurden nach Angaben der Polizei 243 Strafanzeigen gestellt. Die Polizei konnte bislang 21 mutmaßliche Täter ermitteln.
Martin Schulz beklagt Rassismus in den Parlamenten
EU-Parlamentspräsident Martin Schulz beklagt einen zunehmenden Rassismus europäischer Politiker. "Hier gerät etwas aus den Fugen, dem wir uns mit aller Kraft entgegenstellen müssen", sagte Schulz der morgigen Ausgabe der "Hamburger Morgenpost". In den Parlamenten, seien mittlerweile Dinge zu hören, "die ich so nicht für möglich gehalten habe und die mich zutiefst erschüttern", sagte Schulz.
Es sei mitunter die Rede von "menschlichem Abschaum", der "an Europas Küsten gespült" werde, nannte der SPD-Politiker ein Beispiel der zunehmenden Verrohung. Flüchtlinge würden als "Hunde" bezeichnet, die nur "eine Sprache verstehen, nämlich die der Gewalt". Es werde davon geredet, Menschen auf der Flucht vor Krieg und Elend "notfalls" zu erschießen, klagte Schulz.
Am Mittwoch hatte der EU-Parlamentspräsident einen Abgeordneten der griechischen Neonazipartei Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte) wegen rassistischer Äußerungen des Straßburger Plenarsaales verwiesen. Der Abgeordnete Eleftherios Synadinos hatte zuvor Türken pauschal als "dumme und schmutzige Barbaren" bezeichnet.
Kaum zu glauben, aber wahr
Weltweit ereignen sich täglich die erstaunlichsten Dinge. n-tv fasst die außergewöhnlichsten Geschichten zusammen. Dieses Mal stürzt eine 1000 Kilogramm schwere Werbetafel während der Rushhour auf eine Straße in der mexikanischen Stadt Toluca, rast Extremsportler Sebastian Alvarez mit mehr als 250 km/h aus 2000 Meter Höhe gen Santiago de Chile, bezeichnet Pop-Ikone Beyoncé ihre Schneiderin als Idiotin.
Schlagzeilen zum Feierabend
Sachsens AfD will Sahra Wagenknecht verklagen
Der sächsische Landesverband der AfD prüft eine Klage gegen die Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht sowie juristische Schritte gegen Wagenknecht und die ARD. Anlass ist Wagenknechts Behauptung in der Sendung "Menschen bei Maischberger", in den Landesverband seien "reihenweise" NPD-Mitglieder eingetreten. "Diese Behauptung ist nicht nur eine Frechheit, sondern inhaltlich falsch", erklärte der parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion, Uwe Wurlitzer.
"Die AfD-Sachsen hat eine strikte Ausschlussklausel, die es früheren oder noch aktiven NPD-Mitgliedern verbietet, Mitglied der AfD zu werden", so Wurlitzer. "Die AfD lässt die Geltendmachung von Ansprüchen auf Unterlassung und Gegendarstellung gegen Frau Wagenknecht prüfen sowie ein Vorgehen in Bezug auf ein mögliches strafrechtlich relevantes Verhalten von Frau Wagenknecht". Demnach könnten Wagenknechts Äußerungen als Verleumdung und üble Nachrede gewertet werden.
Menschlicher Fuß im Hamburger Hafen entdeckt
Bei Arbeiten im Hamburger Hafen hat sich ein menschlicher Fuß an einem Schwimmbagger verfangen. Ein Besatzungsmitglied entdeckte das Leichenteil, an dem sich noch eine Socke sowie Teile einer Hose befanden, beim Einholen des Saugrüsselkopfes in den Metall-Greifzähnen, wie die Polizei mitteilte.
Der Fuß gehört wohl zur Leiche eines sehbehinderten 53-Jährigen, der vor rund dreieinhalb Wochen in die Elbe gestürzt war und seitdem verschollen ist. In der Hose fand die Polizei persönliche Papiere des Verunglückten. Der Mann war auf dem Anleger Teufelsbrück unterwegs, als er vermutlich aufgrund eines Unfalls in den Fluss stürzte. Nur sein Blindenhund blieb nach Angaben der Beamten am Ufer zurück.
Bis hoch zum Chef: Eine ganze Bank tritt in den Streik
Streik mal anders - oder hier stimmt der Betriebsfrieden: Der Chef der deutschen Ethikbank, Klaus Euler, und seine Mitarbeiter wollen am 16. März gemeinsam streiken. Damit will das Bankhaus gegen die "überbordende Kontrollbürokratie" der EU und die "repressive Niedrigzinspolitik" der Europäischen Zentralbank (EZB) protestieren. Am Mittwoch kommender Woche werde bei der Ethikbank niemand erreichbar sein, teilte das Geldinstitut mit.
Die Kontrollmechanismen der EU ließen sich von Volksbanken und Sparkassen kaum noch schultern. Sie seien "maßlos übertrieben", erklärte Euler, da nicht zwischen regional agierenden Instituten und den großen Bankkonzernen unterschieden werde. Die Niedrigzinspolitik der EZB nehme den mittelständischen Banken die Haupteinnahmequelle - das Zinsergebnis. Leidtragende seien auch die Sparer, die keine Zinsen mehr bekommen.
Die Ethikbank ist eine von wenigen kleinen Banken in Deutschland, die Kredite streng nach ökologischen und ethischen Kriterien vergeben.
23 Millionen Lachse verenden qualvoll
Eine Algenblüte hat ein Massensterben in chilenischen Lachsfarmen verursacht. Seit ihrem Beginn im Februar seien bereits 22,5 Millionen Fische verendet, zitierte die Zeitung "La Tercera" Chiles Wirtschaftsminister Luis Felipe Céspedes. Ursache sind demnach höhere Wassertemperaturen wegen des Wetterphänomens "El Niño" im Pazifischen Ozean. An dessen Küste haben die betroffenen Lachsfarmen in den südchilenischen Regionen Los Lagos und Aysen ihre Zuchtanlagen.
Die toten Lachse würden zu Fischmehl verarbeitet - die Fischmehlfabriken stünden jedoch bereits an der Grenze ihrer Produktionskapazität, hieß es weiter. Die Algen produzieren Gifte und führen zu Sauerstoffarmut im Wasser, was zum Ersticken der Fische führt. Chile ist nach Norwegen der zweitgrößte Lachsexporteur der Welt.
Krebspatient Westerwelle liegt noch immer im Krankenhaus
Der ehemalige Außenminister Guido Westerwelle liegt weiterhin im Krankenhaus. Der frühere FDP-Vorsitzende muss sich in der Universitätsklinik Köln, wo er wegen seiner Blutkrebs-Erkrankung Knochenmark-Stammzellen bekommen hatte, stationär behandeln lassen. Dies bestätigte die Westerwelle-Stiftung, die der ehemalige FDP-Chef nach seinem Abschied aus dem Auswärtigen Amt gegründet hatte.
Begründet wurde der lange Klinik-Aufenthalt mit einer "Medikamentenumstellung". Dass Westerwelle wieder im Krankenhaus ist, ist bereits seit mehr als drei Monaten bekannt. Anfang Dezember hatte der 54-Jährige einen TV-Auftritt absagen müssen. Bei Westerwelle war im Juni 2014 Leukämie festgestellt worden. Daraufhin musste er eine Chemo-Therapie machen und zog sich fast völlig aus der Öffentlichkeit zurück.
Wir drücken die Daumen und hoffen auf baldige Genesung!
Make America Great Again
"Mach Amerika wieder großartig", lautet das Motto des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. Auch ansonsten verlegt sich der Mann vor allem aufs Brusttrommeln:Er provoziert gerne und bleibt politisch eher vage. Dieses Alphamännchen-Gehabe hat die Künstlerin Illma Gore zu einem ganz besonderen Aktbild inspiriert, das so einiges erklärt - und im Netz seit Wochen hohe Wellen schlägt.
Fukushima: Schilddrüsenkrebs bei Kindern vervielfacht
Kurz vor dem fünften Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima schlagen zwei vor allem von Ärzten getragene Nichtregierungsorganisationen Alarm: In der betroffenen Präfektur Fukushima seien bereits 116 Kinder mit Schilddrüsenkrebs diagnostiziert worden. In einer vergleichbaren Bevölkerungsgröße gibt es normalerweise einen bis fünf Fälle pro Jahr. Die beiden Organisationen PSR und IPPNW stützten sich bei ihren Untersuchungen auf wissenschaftliche und medizinische Daten.
In Zukunft seien zudem tausende zusätzliche Krebsfälle zu erwarten. Die japanische Gesellschaft sei nach der Fukushima-Katastrophe erhöhten Strahlenwerten ausgesetzt worden - etwa im Wasser und in Lebensmitteln. Das entspreche einem erhöhten Krebsrisiko von 9600 bis 66.000 zu erwartenden Krankheitsfällen.
Neonazi-Partei schockt vor Landtagswahl mit Postkarten
Kurz vor den Landtagswahlen hatten viele Menschen in Rheinland-Pfalz Post der eher unangenehmen Art: Die offen neonazistische Partei "Der III. Weg" verschickte hasserfüllte Postkarten, mit denen sie die Stimmung in der Flüchtlingsdebatte weiter anzuheizen versucht. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal prüft deshalb nach eigenen Angaben, ob die Grenze zur Volksverhetzung und Beleidigung überschritten ist.
Auf der einen Seite der Karte ist das Bild eines Flüchtlingsbootes zu sehen, darunter steht "Gutschein für die Ausreise aller Überfremdungsbefürworter Richtung Afrika". Auf der anderen Seite fordert die Partei, Unterstützer einer "volksfeindlichen" Politik sollten ausreisen und Kriege in Afrika vor Ort lösen. Als Reiseweg sind drei Optionen zum Ankreuzen angegeben: per Boot, über die Balkanroute oder per Flugreise mit Zuzahlung. Zunächst hatte der SWR über den Vorgang berichtet.
Schichtwechsel
Christian Herrmann sagt "Adíos" und tritt seinen Feierabend an, um morgen früh wieder für Sie fit zu sein. Bis dahin übernehme ich das Ruder und halte Sie mit allem, was wichtig ist, auf dem Laufenden. Der Paukenschlag von EZB-Chef Draghi bleibt sicher nicht das einzige Topthema am Nachmittag. Derweil fiebere ich dem Duell zwischen Tottenham und Dortmund entgegen. Der europäische Klassiker hat deutlich mehr Charme als die gestrige Begegnung zwischen dem Scheich- und dem Oligarchenclub. Mein Name ist Sebastian Huld und ich freue mich, dass Sie dabei sind.
Telefonbuch gibt falsche Notrufnummer an
"Kein Anschluss unter dieser Nummer" - das sind nicht unbedingt die Worte, die man hören möchte, wenn man die Polizei ruft. In Hannover und Umgebung ist das allerdings nicht länger ausgeschlossen, wenn sich Bürger in Not auf die aktuelle Ausgabe des Telefonbuchs verlassen. Dort hat sich nämlich ein kleiner Fehler eingeschlichen: Statt der 110 ist dort die Nummer 101 für die Polizei angegeben.
Verantwortlich ist der Oeding-Verlag, der von einem "grässlichen Fehler spricht". Von insgesamt 295.000 Telefonbüchern, die derzeit unter anderem in Supermärkten ausliegen, seien 35.000 bis 40.000 betroffen. "Die Kunden werden uns auslachen, aber wir müssen dazu stehen."
Beschwerden hat es bisher aber kaum gegeben - der Verlag vermutet, dass die meisten Menschen die richtige Nummer offensichtlich verinnerlicht haben. Wer lieber auf Nummer sicher gehen möchte, bekommt vom Oeding-Verlag auf Nachfrage aber auch einen Aufkleber mit der richtigen Nummer zugeschickt.
Scheinehen: Polizei sprengt Schleuserring
Die deutschen Sicherheitsbehörden haben offenbar einen Schleuserring zerschlagen, der Scheinehen für Inder arrangiert haben soll. Bei einer großangelegten Razzia durchsuchten 175 Polizisten am frühen Morgen zwölf Wohn- und Geschäftsadressen in fünf Bundesländern. Folgende Infos hat die federführende Staatsanwaltschaft Stendal inzwischen bekannt gegeben:
Der Schleuserring besteht mindesten aus sechs Männern und zwei Frauen aus Deutschland, Bulgarien und Indien.
Zwei Männer wurden festgenommen: ein 51-jähriger Deutsch-Inder und ein 36-jähriger Bulgare.
Bei den Razzien wurden Heiratsdokumente, Flugtickets und Eheringe sichergestellt.
Die Scheinehen wurden zwischen Indern und Bulgarinnen organisiert und kosteten bis zu 20.000 Euro.
Die Gruppe war auch in Dänemark aktiv, dort gab es bereits am Montag eine Festnahme.
Bulgarien ist Mitglied der EU. Ehepartner, die aus Drittstaaten stammen, können sich damit prinzipiell frei innerhalb der EU bewegen.
Brasilien liefert Mafia-Boss aus
Brasilien hat einen mutmaßlichen Boss der neapolitanischen Camorra nach Italien ausgeliefert. Der 57-jährige Pasquale Scotti, der lange auf der Liste der gefährlichsten Kriminellen Italiens stand, sei am Morgen in Rom gelandet, berichtet die Nachrichtenagentur Ansa. Er muss eine 30-jährige Haftstrafe absitzen.
Die italienischen Behörden hatten mehr als 30 Jahre lang wegen Mordes, Erpressung, Geldwäsche und anderen Verbrechen nach Scotti gesucht. Letztes Jahr im Mai konnten brasilianische Sicherheitskräfte ihn in Recife fassen. Er hatte dort unter falschem Namen mit seiner Frau und den zwei gemeinsamen Kindern gelebt.
Keine Flüchtlinge: Polizei zieht Grenzpersonal ab
Die Blockade der Balkanroute scheint zu wirken. Am österreichisch-slowenischen Grenzübergang Spielfeld hat die Polizei in dieser Woche noch nicht einen Flüchtling gezählt. "Derzeit rechnen wir nicht damit, dass sich die Situation ändert", sagte ein Polizeisprecher.
In Spielfeld waren letzte Woche noch 1500 Frauen, Männer und Kinder angekommen. Die seit einigen Wochen geltende Tages-Obergrenze von 80 Asylbewerbern und 3200 durchreisenden Flüchtlingen wurden aber noch nie überschritten. Mittlerweile hat die Polizei sogar Personal vom Grenzübergang abgezogen.
Auch in Deutschland hat sich die Zahl der ankommenden Flüchtlinge zuletzt deutlich reduziert.
Schlagzeilen zur Mittagspause
Deutschland-Tourismus boomt
Urlaub in Deutschland ist immer noch angesagt. Das Statistische Bundesamt hat die neuen Zahlen herausgegeben und die belegen einen boomenden Deutschland-Tourismus:
Es gab im Januar 23,6 Millionen Übernachtungen und damit 5 Prozent mehr als im Januar 2015.
Insgesamt gab es letztes Jahr 436,4 Millionen Übernachtungen in Deutschland - der sechste Rekord in Folge.
Gastwirte und Hoteliers haben im gleichen Zeitraum 4,2 Prozent mehr Umsatz gemacht.
Diese Entwicklung kommt allerdings nicht überraschend: Als Folge von Terroranschlägen bleiben die Deutschen lieber in der Heimat, Urlaubsziele wie Ägypten, Tunesien oder die Türkei melden dagegen weniger deutsche Touristen - auf der ITB versuchen sie diese Entwicklung zu stoppen.
USA warnen vor verheerendem Dammbruch
Die USA warnen vor einer "gigantischen humanitären Katastrophe" im Irak. Die Warnung hat allerdings nur indirekt mit dem Kampf gegen den IS zu tun, es geht stattdessen um den Staudamm bei Mossul. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Powers, sagte, sollte der Damm brechen, könnte eine 14 Meter hohe Welle den Tigris entlangrollen und bis zu 1,5 Millionen Menschen bedrohen.
Der Staudamm gilt als einer der gefährlichsten der Welt, weil er in einem geologisch komplizierten Gebiet gebaut wurde. Der Untergrund besteht aus wasserlöslichen Gesteinen wie Kalkstein, Gips und Ton - der Damm wird also allmählich ausgehöhlt.
Der Damm ist außerdem die größte Talsperre des Irak und strategisch bedeutend, weil er für die Trinkwasserversorgung und Stromerzeugung des Landes wichtig ist. Zurzeit befindet sich Mossul in der Hand des IS; der Staudamm wird dagegen von kurdischen Kämpfern bewacht.
Grenzkontrollen kosten bis zu 132 Euro pro Kopf
Dass Grenzkontrollen aufgrund der Flüchtlingskrise schädlich für die Wirtschaft sind, hört man vielerorts. Was systematische Grenzkontrollen Deutschland konkret kosten würden, hat jetzt das Münchner ifo-Institut berechnet.
Im ersten Fall gehen die Forscher davon aus, dass lediglich auf der Balkan- und der Italien-Route kontrolliert wird.
Die deutsche Wirtschaftsleistung würde sich um 1,4 bis 3,4 Milliarden Euro im Jahr verringern.
Pro Kopf wären dies zwischen 17 bis 41 Euro im Jahr.
Im zweiten Fall gehen die Forscher davon aus, dass es im gesamten Schengen-Raum Grenzkontrollen gibt.
Die deutsche Wirtschaftsleistung würde sich um 4,4 bis 10,8 Milliarden Euro im Jahr verringern.
Pro Kopf wären dies zwischen 54 und 132 Euro im Jahr.
Die vollständige Untersuchung hat das ifo-Institut in seiner Zeitschrift "Schnelldienst" veröffentlicht.
OECD sieht Trendwende in Griechenland
Im Rahmen der Flüchtlingskrise vergisst man ja gerne, dass bis vor Kurzem noch die griechische Schuldenkrise das bestimmende Thema der EU war. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rückt es mit einem neuen Bericht zur aktuellen Lage wieder in den Vordergrund. Die Experten fordern, …
… dass Griechenland mehr gegen die sozialen Folgen der Krise tut. "Die Schuldenkrise hat viele Menschen in die Armut gedrängt".
… dass die griechische Regierung verstärkt gegen Steuerbetrug kämpft und beschlossene Strukturreformen konsequenter umsetzt.
Insgesamt sehen die Experten aber Anzeichen für eine Trendwende: Sie erwarten für 2017 ein Wirtschaftswachstum von fast zwei Prozent.
Jeder vierte Fernbusfahrer sitzt zu lange am Steuer
Bedenkliche Nachrichten für alle Fans von Fernbussen: Nach einem Bericht der "Rheinischen Post" sitzt fast jeder vierte Fernbusfahrer zu lange am Steuer. Das Bundesamt für Güterverkehr hat demnach …
… 2014 insgesamt 254 deutsche Busse kontrolliert und 60 Verstöße festgestellt.
… im ersten Halbjahr 2015 217 deutsche Busse kontrolliert und 53 Verstöße festgestellt.
Die Daten stammen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen. Bedenklich sind die Zahlen vor allem deshalb, weil laut Statistischem Bundesamt letztes Jahr 20 Millionen Menschen Fernbusse genutzt haben. Der Preiskampf werde immer wieder auf dem Rücken der Busfahrer ausgetragen, beschwerte sich der Verkehrsexperte der Grünen, Matthias Gastel.
Computer gewinnt auch das zweite "Go"-Duell
Langsam sollte sich Lee Sedol ranhalten, wenn er das "Go"-Duell gegen die Google-Software "AlphaGo" noch gewinnen möchte. Er verlor am Vormittag nach viereinhalb Stunden auch die zweite Runde gegen den Computer. Vielleicht hilft dem 33-jährigen Spitzenspieler ja eine kurze Pause: Das nächste Spiel steht erst am Samstag an. Außerdem wird am 13. und am 15. März gespielt - es besteht also noch Hoffnung, dass der Mensch als Sieger aus dem Duell mit der Maschine hervorgeht. Wer sich das zweite Spiel noch einmal angucken möchte, findet es auf der Youtube-Seite von Google.
Einen ausführlichen Bericht zu dem Spiel finden Sie hier.
Toter Zwergwal in der Ostsee entdeckt
Tragische Geschichte von der Küste: In der Ostsee ist ein toter Zwergwal entdeckt worden. Experten vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund sagen, das Tier sei gestern Abend tot treibend in der Kadetrinne gefunden worden. Es handele sich um ein junges Weibchen. Die Todesursache ist noch unklar. Zwergwale sind aber nicht in der Ostsee beheimatet, deswegen vermuten die Experten, dass sich das Weibchen auf der Suche nach Futter verirrt hat. Erst im Februar waren 29 Pottwale an der Nordseeküste verendet.
Schulkinder leiden unter Grippewelle
Achtung beim Husten und Niesen in deutschen Klassenzimmern! Das Robert-Koch-Institut (RKI) warnt in seinem neuesten Bericht, dass die Grippewelle anhält und aktuell vor allem Schulkinder betrifft. Allein in der letzten Woche gab es demnach 6400 bestätigte Fälle - trotz des aufkeimenden Frühlings; in der gesamten Saison 2015/16 sind 26.200.
Mit einer Grippe ist nicht zu spaßen: Das RKI spricht von 72 Todesfällen im Zusammenhang mit der aktuellen Grippewelle. Unter anderem kann das Virus das Lungengewebe angreifen. Bakterien können anschließend leichter die Lunge infizieren und eine Lungenentzündung oder Herzmuskelschäden verursachen.
Eine Übersicht zur Grippewelle finden Sie auf der Homepage des RKI.
Die Schlagzeilen am Morgen
Flüchtlinge verlassen Idomeni
Slowenien, Serbien und auch Kroatien haben ihre Grenzen auf der Balkanroute gestern für Flüchtlinge weitgehend geschlossen. Nach dem Willen der österreichischen Regierung bleibt es auch dabei - und zwar "dauerhaft", wie Innenministerin Johanna Mikl-Leitner der "Welt" sagte. Die Lage in Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze wird dadurch immer dramatischer: Schwere Regenfälle haben den Ort in eine Schlammwüste verwandelt; Hunderte Menschen, unter ihnen auch viele Kinder, litten unter schweren Erkältungen, Atemwegsbeschwerden und Durchfall, berichten Ärzte eines kleinen Krankenhauses in der Nähe.
Viele Menschen nehmen diese Entwicklung offenbar zum Anlass, umzukehren: Griechische Medien berichten, dass mehr als 250 Migranten das Aufnahmelager heute früh freiwillig verlassen hätten. Vor allem Familien seien mit Bussen in organisierte Lager im Großraum Athen gebracht worden. Mindestens 13.000 Menschen harrten aber noch immer in Idomeni aus. Was passiert, wenn sich die Lage nicht bessert, ist unklar.
Mehr zur aktuellen Lage in Idomeni finden Sie hier.
Nowitzki verliert viertes Spiel in Folge
Schon verloren haben dagegen in der Nacht die Dallas Mavericks und Dirk Nowitzki in der NBA und zwar mit 96:102 gegen die Detroit Pistons. Besonders heikel: Es war bereits die vierte Niederlage in Folge für die Mavericks, die mittlerweile nur noch den siebten Platz im Westen belegen mit einer Bilanz von 33 Siegen bei 32 Niederlagen. Die Playoffs, die in gut einem Monat beginnen, sind damit in akuter Gefahr. Nowitzkis Erklärung: "Wir machen immer ein paar gute Sachen, aber auch ein paar schwere Fehler hier und da."
Zweites "Go"-Duell hat begonnen
Das Duell "Menschen gegen Maschine" im asiatischen Brettspiel "Go" geht in die zweite Runde. Der südkoreanische Spitzenspieler Lee Sedol und die Google-Software "AlphaGo" kämpfen seit heute früh wieder um den Sieg - auf der Youtube-Seite von Google können Sie das Spiel verfolgen. Das erste Duell hatte gestern überraschend der Computer gewonnen. Hier finden Sie die Einzelheiten.
Erdogan-Gattin lobt den Harem
Wenn das mal kein modernes Weltbild ist: Emine Erdogan, die Frau des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, findet einen Harem vorteilhaft für die Entwicklung von Frauen. "Der Harem war eine Schule für Mitglieder der osmanischen Dynastie und eine Lehreinrichtung, in der Frauen auf das Leben vorbereitet wurden", sagte sie nach Angaben mehrerer Fernsehsender.
Im Harem galten während der osmanischen Herrschaft strenge Regeln, an die sich auch der Sultan halten musste. Es gab auch genaue Vorschriften für die Auswahl und Ausbildung der Haremsfrauen in Bereichen wie Literatur, Musik oder Fremdsprachen - das diente allerdings nur der Unterhaltung des Sultans, dem einige der Frauen natürlich auch sexuell zu Diensten sein mussten.
In den sozialen Netzwerken gibt es nun jede Menge wütender Kommentare: Erdogan selbst hatte schon zum internationalen Frauentag am Dienstag Proteste ausgelöst, als er sagte, für ihn sei eine Frau "in erster Linie eine Mutter".
Ausführlich finden Sie die Geschichte hier.
Texas vollzieht vierte Hinrichtung
Im US-Bundesstaat Texas ist ein zum Tode verurteilter Mann hingerichtet worden. Die zuständigen Behörden sagen, Coy Wesbrook wurde mit einer Giftspritze getötet. Der 58-Jährige hatte 1997 fünf Menschen erschossen, darunter seine Ex-Frau. Es war die vierte Hinrichtung in Texas in diesem Jahr und schon die achte in den USA. Letztes Jahr wurden in den USA 28 Menschen hingerichtet. Das war die niedrigste Zahl an Hinrichtungen seit 1991. Texas ist der US-Bundesstaat, in dem die meisten Todesstrafen vollstreckt werden.
Singapur ist die teuerste Stadt der Welt
Singapur bleibt die teuerste Stadt der Welt - zumindest, wenn es nach den Kollegen der britischen Analyse-Firma "Economist Intelligence Unit" geht. In ihrer neuen Rangliste bleibt Singapur unangefochten auf Platz eins, Zürich verbessert sich - falls man das so sagen kann - durch steigende Lebenshaltungskosten auf den zweiten Platz. Es folgen:
Hongkong
Genf
Paris
London
New York
Kopenhagen
Seoul
Los Angeles
Die Untersuchung beruht unter anderem auf den Preisen für Brot, Wein und Benzin sowie Mieten, Transport, Privatschulen und Haushaltshilfen. Deutsche Städte sind in der Analyse nicht vertreten.
VW diskutiert über die Gläserne Manufaktur
Wir bleiben bei VW: In der Gläsernen Manufaktur in Dresden wird demnächst die Produktion des Phaeton eingestellt (im Gespräch ist der 18. März) - und dann? Bisher gibt es noch keine Informationen, wie es weitergeht, aber die Entscheidung soll anscheinend noch in diesem Jahr fallen. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte, er stehe in engem Kontakt zu den Kollegen in Dresden. Das Gebäude im Herzen Dresdens sei "ein absoluter Besuchermagnet und eine Perle für Volkswagen. Wir werden hier sicherlich auch künftig innovative Produkte fertigen und zeigen". Entlassungen im Zusammenhang mit dem Umbau soll es keine geben: VW plant, 100 Mitarbeiter in Dresden zu lassen; die restlichen sollen zunächst im Werk Zwickau weiterbeschäftigt werden.
Einen ausführlichen Bericht zur Gläsernen Manufaktur und zum Phaton finden Sie hier.
Das Wetter mit Björn Alexander
Heute früh geht es vor allem von der Ostsee bis herunter ans Erzgebirge spürbar milder in den Tag als zuletzt mit 0 bis plus 3 Grad. Ansonsten liegen die Frühwerte häufig zwischen minus 8 und 0 Grad. Noch kälter ist der Morgen im Bereich Schwäbische Alb/Schwarzwald. Dort zum Teil um die minus 15 Grad. Und natürlich kann es dabei stellenweise glatt sein. Wettertechnisch bringt der Vormittag abseits einzelner Nebelfelder viel Sonne. Einzig im Osten sind kompaktere Wolken unterwegs, die vereinzelt etwas Regen bringen und sich im Tagesverlauf allmählich weiter ausbreiten. Richtung Erzgebirge und Harz mit ein paar Flocken. Deutlich schöner bleibt es von der Nordsee bis herunter an den Schwarzwald und dann bis herüber nach Ober- und Niederbayern. Die Temperaturen: im Donaunebel kalte 2, im übrigen Land meistens mildere 5 bis 12 Grad.
Das wird heute wichtig
Liebe Leser,
im Abgas-Skandal drohen VW in den USA Milliardenstrafen - kein guter Zeitpunkt für den Chef der US-Tochter, zurückzutreten. Michael Horn hat es nach gerade einmal zwei Jahren an der Spitze dennoch getan. Hier gibt es sicherlich noch Redebedarf und das wird heute außerdem wichtig:
In Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt beginnt der Schlussspurt im Landtagswahlkampf.
In Brüssel treffen sich die EU-Innenminister, um über die Flüchtlingskrise und den europäischen Grenzschutz zu sprechen.
In Meiningen beginnt der Prozess im Zusammenhang mit blutigen Ausschreitungen in einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge.
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung stellt ihren Report zur aktuellen Lage der Wirtschaft in Griechenland vor.
In der Fußball-Europa-League beginnt heute Abend das Achtelfinale: Borussia Dortmund spielt gegen die Tottenham Hotspur, Bayer Leverkusen spielt auswärts gegen Villarreal.
Das klingt nach einem spannenden Tag. Mein Name ist Christian Herrmann, ich werde Sie heute durch die erste Tageshälfte begleiten!
Schlagzeilen aus der Nacht