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Werbeversprechen müssen auch wissenschaftlich belegt sein - das gilt auch für  Eiweißpulver.
Werbeversprechen müssen auch wissenschaftlich belegt sein - das gilt auch für Eiweißpulver.(Foto: imago stock&people)
Donnerstag, 07. September 2017

Strafe für Abnehmprodukt: Almased bekommt sein Fett weg

Wer gegen überflüssige Pfunde ankämpft, greift auch gerne mal zu Diätshakes. Diese versprechen schnelle Erfolge im Kampf mit den Kilos und andere gesundheitliche Wirkungen. Letzteres ist allerdings untersagt. Ein Hersteller ignoriert dies und muss nun blechen.

Der Kampf gegen vermeintliches oder reales Übergewicht wird nicht nur hierzulande mit allen Mitteln geführt. Neben Sport und Hungern greifen Übergewichtige gerne auch zu sogenannten Diätshakes. Diese werden mit Milch oder Wasser vermischt und sollen so Mahlzeiten ersetzen. Ein Schlankheitsmittel dieser Art ist auch "Almased Vitalkost", welches unter anderem mit bezifferten Gewichtsreduktionen innerhalb konkret angegebener Zeiträume, einer angeblichen Regulierung des Blutzuckerspiegels oder Aktivierung des Stoffwechsels warb.  

Die Verbraucherzentrale Sachsen störte sich an den Behauptungen und klagte deshalb vor dem Landgericht Lüneburg gegen den Hersteller, die Almased Wellness GmbH, wegen verbotenen Werbeaussagen. Sie beriefen sich mit ihrer Klage auf die sogenannte Health-Claim-Verordnung, die für alle EU-Mitgliedsstaaten gilt. Die Verordnung regelt, welche nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben die Hersteller bei der Werbung für ihre Produkte machen dürfen und welche nicht.

Der Fall wanderte durch alle Instanzen, final untersagte dann der Bundesgerichtshof im vergangenen Jahr dem Unternehmen, die genannten Werbeaussagen zu treffen.

Umso erstaunter waren dann auch die sächsischen Verbraucherschützer, als sie die verbotene Werbung anschließend noch auf der Internetseite des Unternehmens entdeckten.

Das Landgericht Lüneburg hatte für diese Missachtung der entsprechenden Urteile kein Verständnis und verhängte nun ein Ordnungsgeld in Höhe von 50.000 Euro gegen den Hersteller. Der Betrag müsse so empfindlich sein, dass dem Unternehmen die Folgen des Verstoßes spürbar werden, begründete das Gericht die Strafe. Es berücksichtigte dabei, dass es sich bei der Firma "um einen Global-Player des Marktes für Gewichtsreduzierungsmittel handelt, die Werbung zur teuersten Sendezeit schalten kann". Für den Fall, dass das Geld nicht bezahlt wird, sind bis zu 50 Tage Ordnungshaft des Geschäftsführers vorgesehen.

"Wir begrüßen diese Entscheidung sehr", sagte Michael Hummel, Justiziar der Verbraucherzentrale Sachsen. "Die Strafe für so einen dreisten Verstoß hätte aber gern noch etwas höher sein können."

Quelle: n-tv.de

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