Bearbeitungsgebühren für Kredite: Banken machen Kasse
Bearbeitungsgebühren für Kredite sind eigentlich nicht zulässig. Das hält viele Banken aber nicht davor ab, sie trotzdem zu berechnen. Sie werden wohl weitermachen, bis der Bundesgerichthof ein Machtwort spricht. Kunden sollten jetzt ihre Kreditunterlagen prüfen und ihre Ansprüche sichern.
Ob Immobiliendarlehen oder Ratenkredit – wenn Banken Geld verleihen, tunsich das nicht aus reiner Nächstenliebe, sondern weil sie daran verdienen.Die Bonitätsprüfung ist in ihrem Interesse. Deshalb dürfen sie auch keine Bearbeitungsgebühren verlangen. Inzwischen habenacht Oberlandesgerichte bestätigt, dass die Bearbeitung eines Kredits keineDienstleistung für den Kunden ist, sondern im eigenen Interesse der Bank liegt.Einem aktuellen "Finanztest"-Bericht zufolge, wird diese Rechtslageaber von vielen Instituten ignoriert.
Allein in den vergangenen drei Jahren haben demnach Ratenkredite von mehrals 200 Milliarden Euro vergeben – einen großen Teil davon mit einerBearbeitungsgebühr von meist 2,0 bis 3,5 Prozent. Auch bei Immobilienkreditenverlangen einige Banken Gebühren von 0,5 bis 1 Prozent. Für einImmobiliendarlehen von 200.000 Euro können so 2.000 Euro Gebühr anfallen.
Verjährung droht
Die können sich Kunden mit Verweis auf die Gerichtsurteile zurückholen, dasgeht ganz formlos mit einem Brief an die Bank. Wer die Gebühr im Jahr 2008gezahlt hat, sollte noch bis zum 31. Dezember handeln. Danach sind dieAnsprüche verjährt. Wahrscheinlich werden die Banken die Rückerstattung erstmalverweigern, das sollte die Betroffenen aber nicht davon abhalten, ihreAnsprüche anzumelden. Im kommenden Jahr wird der Bundesgerichtshof vermutlichendgültig darüber entscheiden, ob die Gebühr zulässig ist.
Wer bei neuen Verträgen von Vornherein Ärger vermeiden will, sollte nebenden Zinsen auch auf die Bearbeitungsgebühren achten. Branchengrößen wie Postbank, Deutsche Bank,Commerzbank, Hypovereinsbank, Santander Bank, Norisbank und Readybank kassierenderzeit noch.
Quelle: n-tv.de


