Ratgeber
Dass Vermittler mit Boni die Neukundengewinnung oder Empfehlungen von Bestandskunden fördern, lohnt sich für alle Beteiligten
Dass Vermittler mit Boni die Neukundengewinnung oder Empfehlungen von Bestandskunden fördern, lohnt sich für alle Beteiligten(Foto: dpa)
Freitag, 16. Dezember 2016

Das leisten Vermittler wirklich : Bonus, mehr Komfort und höhere Zinsen?

Ein Gastbeitrag von Max Herbst

In Zinsvergleichen finden sich immer mehr ausländische Angebote, die ordentliche Zinsen zahlen und Kunden vorab sogar noch Prämien oder Boni gewähren. Das ist zu schön, um seriös zu sein. Oder?

Die Geschichte klingt ein wie ein Märchen, ist aber ein Lehrbeispiel für den Wettbewerb in der Finanzbranche: Es war einmal ein Vermittler, der wollte sich von seinen Konkurrenten unterscheiden und ihnen möglichst viele Kunden abjagen. Um sein Ziel zu erreichen, sagte er allen Sparern einen Bonus zu, wenn diese eine Festgeldanlage über ihn zeichneten und ihr Erspartes von anderen Banken abzogen.

Doch der Vermittler hatte die Rechnung ohne seine Wettbewerber gemacht. Die nämlich kopierten einfach sein Bonus- und Prämienmodell – etliche zahlten Neukunden sogar noch höhere Beträge. Plötzlich gehört es zum Standardangebot, Neukunden ein Begrüßungsgeld zu zahlen. Statt sich selbst hatte der Vermittler vor allem den Anlegern einen Gewinn beschert.

Lukrative Werbemaßnahmen zugunsten des Kunden ...

Bei genauerem Hinsehen sind die Bonuszahlungen aber auch aus Sicht der Vermittler gut investiertes Geld. Denn Kunden, die ihr Erspartes über einen Vermittler ins Ausland transferieren, haben im Vorfeld meist einen deutlich höheren Aufwand als bei inländischen Anbieter. Es gilt nicht nur zu klären, wie seriös die Geldhäuser in anderen Ländern arbeiten, sondern auch, wie hoch die Absicherung im Fall einer Bankenpleite ausfällt. Daneben müssen sich Sparer informieren, wie Zinseinnahmen außerhalb Deutschlands zu versteuern sind und wie aufwendig das Anlageprozedere ist.  

Max Herbst ist Inhaber der FMH-Finanzberatung, die seit 1986 unabhängige Zinsinformationen erstellt.
Max Herbst ist Inhaber der FMH-Finanzberatung, die seit 1986 unabhängige Zinsinformationen erstellt.

Vor diesem Hintergrund ist eine gewisse Anschubfinanzierung für Neukunden zumindest gerechtfertigt. Im neuen Festgeldvergleich der FMH-Finanzberatung sind Bonuszahlungen ersichtlich und auch Flexibilität, Absicherung und steuerliche Belange werden ausführlich dargestellt.

Wenn man überlegt, dass Sparkassen, Volksbanken und auch Geschäftsbanken Anleger mit Zinssätzen von unter 0,1 Prozent abspeisen, ist die Bonuszahlung zu Beginn aber auch aus rein finanziellen Aspekten erfreulich. Zwischen 25 und 50 Euro gibt es für eine Festgeldanlage von 25.000 Euro für zwei Jahre – und damit mehr, als die deutschen Banken im selben Zeitraum an Zinsen gewähren würden.

... und zugunsten der Vermittler selbst

Weiterer Vorteil: Einige Vermittler bieten mittlerweile sogar Prämien für Bestandskunden, zum Beispiel für erfolgreiche Weiterempfehlungen. Bedenkt man, dass eine loyale Kundenbasis und deren Empfehlungen und Fürsprache entscheidend für den langfristigen Unternehmenserfolg sind, sind auch diese Programme konsequent und nachvollziehbar. 

Aus Sicht der Vermittler ist der Bonus aber auch noch aus einem anderen Grund klug angelegt. Denn wer erst einmal den Schritt zu Weltsparen und Co. gewagt hat, stellt schnell fest, dass sich das eigene Vermögen dort oft deutlich bequemer verwalten lässt. Statt sich mühsam für etliche, unterschiedliche (Online)-Konten zu legitimieren, wickeln Kunden beim Vermittler alles bequem über eine Kennung ab. Ist der Neukunde also erst einmal registriert, kann er mühelos aus den verschiedenen in- und ausländischen Banken und unterschiedlichen Angeboten wählen, ohne das Erstprozedere immer wieder neu vorzunehmen. Und dann wird es aus Sicht der Vermittler erst so richtig lukrativ. Denn sie leben von Provisionen, die sie von den Banken erhalten.

Deutsche Einlagensicherung gilt auch im Ausland

Unter dem Aspekt der Sicherheit sind Vermittler – zumindest für Otto-Normalanleger – ebenfalls eine Option. Auch die abwickelnde Bank, die das Geld ins Ausland überträgt, sitzt stets in Deutschland und selbstverständlich ist sie mit der gesetzlichen Einlagensicherung von 100.000 Euro ausgestattet. Sobald das Geld zur ausländischen Bank transferiert ist, ist dann zwar  die ausländische Einlagensicherung zuständig. Hier heißt es dann wieder genau hinsehen. Der neue, erweiterte Festgeld-Vergleich zeigt: Alle ausländischen Banken, die mit Vermittler zusammenarbeiten, nehmen nicht mehr Geld an, als durch die jeweilige Einlagensicherung abgedeckt ist. 

Fazit

Manchmal werden Märchen wahr. Dass Vermittler mit Boni die Neukundengewinnung oder Empfehlungen von Bestandskunden fördern, lohnt sich für alle Beteiligten – es ist daher empfehlenswert, sich die Angebote einmal genauer anzusehen.

Quelle: n-tv.de

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