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Der Anfang vom Ende?: Boom bei Riester-Rente vorbei

Die Kritik an der staatlich geförderten Riester-Rente schlägt sich nun auch in Zahlen nieder. Zum einen sinkt die Zahl der Neuabschlüsse, zum anderen ruhen vermehrt Verträge. Doch nicht nur die hohen Kosten und die ungewisse Rentabilität sorgen für Zurückhaltung beim Verbraucher.

Viele Riester-Verträge ruhen.
Viele Riester-Verträge ruhen.

Der Boom bei der staatlich geförderten Riester-Rente ist vorbei. Im gesamten ersten Halbjahr 2012 wurden nur noch 200.000 Neuverträge abgeschlossen. In den Vorjahren waren es regelmäßig eine Millionen Verträge oder mehr pro Jahr. Eine Zulage erhielten Ende 2009 rund 9,6 Millionen Riester-Sparer. Diese Zahlen gehen aus dem bislang unveröffentlichten Altersvorsorgebericht der Bundesregierung hervor, der der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin vorliegt.

Die Gründe für das abgeflaute Interesse an der Riester-Rente vermutet der Bericht in der aktuellen Finanzmarktkrise, "die zu einer zunehmenden, grundsätzlichen Skepsis gegenüber kapitalgedeckten Altersvorsorgesystemen (...) geführt haben dürfte". Auch die "Negativberichterstattung über die Riester-Rente in vielen Medien" habe offensichtlich dazu beigetragen.

Der durchschnittliche Riester-Sparbetrag einschließlich Zulagen lag 2009 bei jährlich 843 Euro je Zulagenempfänger. Angespart wurden in jenem Jahr insgesamt rund 8,1 Milliarden Euro. An Zulagen wurden 2,4 Milliarden bezahlt. Fast ein Fünftel der Riester-Sparer zahlte für die Altersvorsorge jedoch nicht mehr ein: Laut Bericht waren im Jahr 2010 schätzungsweise 18,5 Prozent der Riester-Verträge "ruhend gestellt".

Obwohl vielen Menschen klar ist, dass die Rente niedrig ausfallen wird, steht fest,  dass in der Summe zu wenig getan wird.

Das gesunkene Ansehen der Riester-Rente zeigte sich auch in einer Studie, bei der nur noch 24 Prozent der Deutschen diese für die ideale Form der Alterssicherung hielten. Vor fünf Jahren waren es noch 31 Prozent. Ihr Schicksal teile die Riester-Rente mit anderen Finanzanlagen, deren Verkauf ebenfalls stagniere.

Gefragt sind dagegen Immobilien. Fast jeder Dritte, der seine Altersvorsorge noch ausbauen will, plant den Bau oder Kauf eines Eigenheims. Das ist gut ein Viertel mehr, als vor zehn Jahren.

Quelle: n-tv.de

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