Ratgeber

Wie die Deutschen Geld anlegen: Das Sparbuch ist nicht totzukriegen

Die Deutschen mögen keine Risiken. Nirgendwo wird das deutlicher als bei der Geldanlage. Trotz Kleckerzinsen lassen die meisten Privatanleger beispielsweise Aktien links liegen. Eine unglaubliche Summe gammelt auf Sparbüchern und Tagesgeldkonten herum.

Wohin mit dem Ersparten?
Wohin mit dem Ersparten?(Foto: imago/Thomas Eisenhuth)

Sparen ja, spekulieren nein. So lässt sich das Anlageverhalten der Deutschen auf den Punkt bringen. Laut Deutscher Bundesbank gehören den Deutschen 5224 Milliarden Euro an Geldvermögen. Davon lägen "wahrscheinlich 4000 Milliarden Euro" zinslos herum, unkt Bert Flossbach von Deutschlands größtem unabhängigen Vermögensverwalter Flossbach von Storch. Ein Einblick, wie das Geld angelegt ist.

- Sparbuch/Tagesgeld/Girokonto: Laut einer Studie von Goldman Sachs liegen hier etwa drei Viertel des Geldvermögens. Obwohl es keine oder kaum Zinsen dafür gibt, sparen die Deutschen dabei genauso viel wie zu Beginn der 2000er Jahre - nach einer Studie der Bundesbank 9 Prozent ihres verfügbaren Einkommens. Wichtig ist Sicherheit.

- Immobilien/Immobilienfonds: Ein wachsender Bereich. Wer in den nächsten zwölf Monaten Geld investieren will, tut dies laut Goldman Sachs verstärkt hier. Das "Betongold" passt zum Sicherheitsdenken der Deutschen.

- Aktien/Investmentfonds: Gerade einmal 8,4 Millionen Deutsche besitzen nach Zahlen des Deutschen Aktieninstituts Aktien oder Aktienfonds. Nur gut sieben Prozent des Geldvermögens seien hier angelegt. "Damit fristet die Aktie in den Depots nach wie vor ein Nischendasein." Denn zu tief sitzen nach Einschätzung der Bundesbank negative Erfahrungen wie mit der Telekom-Aktie um das Jahr 2000 oder der Finanzkrise 2008. Dabei, so rechnet die Bundesbank vor, wirft keine Anlageform mehr ab - im Mittel gab es demnach seit 1991 eine jährliche reale Rendite von gut 8 Prozent.

- Anleihen/Rentenfonds: Jahrzehntelang zählten Bundesschatzbriefe zu den beliebtesten Anlagen in Deutschland, denn sie galten als rentabel und sehr sicher.

Doch Ende 2012 wurde der direkte Verkauf an Privatanleger eingestellt. Zudem haben die Niedrigzinsen diese Anlageklasse zunehmend unattraktiv gemacht. "Die Zeiten, da mit erstklassigen Staats- oder Unternehmensanleihen nennenswerte Erträge erzielt werden konnten, sind vorbei", sagt Vermögensverwalter Flossbach. Laut Goldman Sachs fließt nur noch 12 Prozent des Anlegergeldes in Anleihen oder Rentenfonds.

- Gold: Auch die Krisenwährung Gold steckt in der Krise. Seit dem Rekordsommer 2011, als die Unze auf 1900 US-Dollar gestiegen war, ging es bergab. Aktuell ist die Unze für rund 1100 Dollar zu haben. Nicht einmal 5 Prozent der Deutschen haben laut der Goldman-Sachs-Studie in Edelmetallen wie Gold oder entsprechenden Fonds investiert.

Quelle: n-tv.de

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