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Helmpflicht wird geprüft: Führerschein fürs E-Bike?

E-Bikes bringen ihre Fahrer entspannt und schnell ans Ziel. Genau das kann für Autofahrer und Fußgänger zum Problem werden, weil sie nicht einschätzen können, wie rasant die Pedelecs unterwegs sind. Das Verkehrsministerium überlegt, ob für motorisierte Radfahrer Sonderregeln gelten sollen.

Den Hilfsmotor sieht man von Weitem nicht.
Den Hilfsmotor sieht man von Weitem nicht.

Noch sieht man sie im Straßenbild eher selten, doch wer sich im Fahrradhandel umsieht, wird feststellen: Elektrofahrräder werden in Zukunft eine größere Rolle spielen. Und möglicherweise wird es für die Fahrer von schnellen E-Bikes in Zukunft auch andere Regeln geben. Die Bundesregierung erwägt eine allgemeine Helmpflicht für Fahrer von Elektrofahrrädern. Das geht aus der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage der SPD-Fraktion hervor.

Normale Pedelecs erreichen mit Motorunterstützung bis zu 25 Kilometer je Stunde, so viel schafft auch ein halbwegs trainierter Fahrradfahrer mit reiner Muskelkraft. Schnelle E-Bikes riegeln den Motor aber erst bei 45 Stundenkilometern ab. Sie gelten laut EU-Richtlinie 2002/24/EG nicht als Fahrrad, sondern als "Kleinkraftrad" und brauchen unter anderem Rückspiegel, Abblendlicht und Hupe und ein Versicherungskennzeichen. Außerdem muss der Fahrer einen Führerschein besitzen, zumindest eine Mofa-Prüfbescheinigung. Das könnte irgendwann auch für die langsameren Pedelecs gelten: Das Verkehrsministerium will prüfen, ob Elektrofahrräder generell als eigene Fahrzeugklasse gewertet werden sollen, mit den entsprechenden Konsequenzen..

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Verkehrssicherheitsforscher fürchten, dass die steigende Zahl Elektrofahrräder nicht ohne Folgen auf die Unfallzahlen bleiben wird: Wegen der höheren Geschwindigkeiten könnte es zu mehr riskanten Überholmanövern kommen. Außerdem können andere Verkehrsteilnehmer nur schwer abschätzen, wie schnell die Räder unterwegs sind - auf Erfahrungswerte ist kein Verlass. Empirische Belege für die möglichen höheren Risiken durch Pedelecs gibt es aber nicht, nur Einschätzungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Das Verkehrsministerium gibt deshalb eine Studie in Auftrag, um herauszufinden, inwieweit sich Elektroräder auf die Verkehrssicherheit auswirken. Eins scheint derzeit aber sicher: Ein Tempolimit kommt erstmal nicht. "Die Festsetzung einer generellen Höchstgeschwindigkeit für alle Elektrofahrräder von 30 km/h ist zurzeit nicht umsetzbar", heißt es im Schreiben des Verkehrsministeriums.

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Quelle: n-tv.de

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