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(Foto: imago/Schöning)
Donnerstag, 28. September 2017

"Das beste Netz": Gericht untersagt 1&1 Werbekampagne

Der Markt ist hart umkämpft. Kein Wunder also, dass sich die Telekommunikationsanbieter auf der Jagd nach Kunden mit ihrer Werbung weit aus dem Fenster lehnen. Doch 1&1 übertreibt es ein wenig, was dem Platzhirsch sauer aufstößt.

Die Werbekampagne der Telekommunikationsfirma 1&1, die im August und September mit der Aussage "Das beste Netz gibt's bei 1&1" geworben hat, ist irreführend. Dies hat Oberlandesgericht (OLG) Köln entschieden (Az.: 6 W 97/17).

Damit gab das Gericht einem Antrag der Telekom statt und untersagte dem Konkurrenten per einstweiliger Verfügung unter anderem, mit der genannten Aussage in Printmedien, auf Plakaten, im Internet und in einem Fernsehspot zu werben. In Letzterem seilt sich ein Repräsentant des Providers an einer Hochhausfassade ab, um ein großflächiges Telekom-Plakat mit einer 1&1-Werbung zu überdecken.

Laut Gericht ist die Werbung deshalb irreführend, weil sie so verstanden werden könne, dass 1&1 selbst Inhaberin eines eigenen, vom Netz der Telekom und anderen Anbietern im Wesentlichen unabhängigen Netzes sei und sich so von anderen Anbietern abgrenze. Tatsächlich greife die Firma aber wesentlich auf die Netze anderer Anbieter, unter anderem auch der Telekom, zurück und nutze diese, so das OLG.

Außerdem sei die Werbung nicht zulässig, obwohl 1&1 beim aktuellen "Festnetztest" der Zeitschrift "connect" unter den bundesweiten Anbietern die höchste Punktzahl erreicht hat. Denn die Werbung stelle nicht auf den Testsieg und die damit verbundene Auszeichnung ab, sondern treffe die irreführende Aussage, dass das Unternehmen über das beste Netz verfüge, ohne dass hierbei weitere Erläuterungen zum Inhalt des Tests deutlich würden.

Außerdem untersagte das Gericht 1&1, im Rahmen der Werbemaßnahmen die eingetragenen Markenzeichen der Telekom (das "T"-Zeichen und die Farbe Magenta) zu verwenden. Eingetragene Markenzeichen der Konkurrenz könnten zwar grundsätzlich im Rahmen zulässiger vergleichender Werbung genutzt werden, dies gelte aber nicht, wenn die Werbung wie vorliegend irreführend ist.

Quelle: n-tv.de

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