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Urteil zur Kfz-Steuer: Ist ein Pickup ein Lkw?

Im Spritverbrauch sind Pickups alles andere als sparsam, doch steuerlich rechnen sich die klobigen Lastenfahrzeuge. Zumindest dann, wenn das Fianzamt mitspielt. Ob ein Pickup als Nutzfahrzeug eingestuft werden kann, entscheidet sich nicht nur an der Ladefläche.

Mit seinen fünf Sitzen ist der Defender ein Pkw, entschied der Bundesfinanzhof.
Mit seinen fünf Sitzen ist der Defender ein Pkw, entschied der Bundesfinanzhof.(Foto: burts, wikipedia)

Ein Pickup ist ein praktischesFahrzeug. Nicht nur, weil er reichlich Stauraum bietet, sondern auch, weil er unterUmständen steuersparend als Lkw angemeldet werden kann. Wer das vorhat, sollte sichallerdings vorher genau über die steuerliche Einordnung erkundigen. Der Bundesfinanzhofhat jetzt nämlich konkretisiert, dass Pickups allenfalls dann als Nutzfahrzeuge eingestuftwerden können, wenn die Ladefläche mehr als die Hälfte der gesamten Nutzfläche ausmacht– und selbst dann nicht unbedingt.

Der Fall beschäftigt dieGerichte schon länger. Geklagt hatte der Besitzer eines Landrover Defender 130 CrewCab. Verkehrsrechtlich ist der 2,2 Tonnen schwere Diesel als Lkw zugelassen. DasFinanzamt stufte das Fahrzeug dennoch als Pkw ein und erließ einen entsprechendenSteuerbescheid. Der Fünfsitzer hätte fast 30 Quadratzentimeter mehr Fläche zur Personenbeförderungals für die Lastenbeförderung. Der Autobesitzer ließ daraufhin einen Sachverständigennachmessen. Der zählte auch den Teil über den Radkästen und dem Kraftstoffeinfüllstutzenals Ladefläche und kam zu dem Ergebnis, dass der Lastenraum fünf Quadratzentimetergrößer sei als die Kabine.

Vor dem zuständigen Finanzgerichthalf das dem Autofahrer allerdings nichts. Und nun schmetterte auch die obersteInstanz die Klage ab. Das Flächenverhältnis – wie auch immer es berechnet wird –sei zwar ein Kriterium für die Einstufung, aber nicht allein ausschlaggebend, stellteder Bundesfinanzhof klar. Wenn die Ladefläche nur unwesentlich größer sei, so wiebeim Defender, dann sei auch das äußere Erscheinungsbild entscheidend.  Die Herstellerkonzeption als "Crew Cab" mit vier Türen,fünf vollständigen Sitzen und vollständiger Verglasung der Personenkabine ließendas Fahrzeug als Pkw erscheinen. Und auch die für einen Pkw übliche Motorisierungund die Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h ließen den Schluss zu, dass das Fahrzeugnicht vorwiegend zum Transport von Gütern, sondern von Personen geeignet und bestimmtsei, begründeten die Richter ihr Urteil.

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Quelle: n-tv.de