Ratgeber

EtikettenschwindelKlasse "A" ist nicht sparsam

25.01.2010, 14:19 Uhr

Wer ein größeres Elektrogerät kauft, achtet dabei normalerweise auch auf das Energielabel. Die Effizienzklassen wurden allerdings vor über zehn Jahren festgelegt und inzwischen erreichen fast alle Geräte "A"-Werte. Sonderlich sparsam sind sie damit aber nicht.

Haushaltsgeräte dürfen nur dann als sparsam im Verbrauch beworben werden, wenn sie auch wirklich energieeffizient sind. Das ist das Ergebnis eines Abmahnverfahrens der Verbraucherzentrale Hamburg gegen die Edeka-Gruppe. Edeka hat sich nun verpflichtet, künftig auf irreführende Werbung für eine Tiefkühltruhe der Energieklasse "A" zu verzichten.

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Was vor zehn Jahren sparsam war, geht heute schon als Stromfresser durch. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Anlass der Abmahnung war eine Anzeige in einem Werbeprospekt der zu Edeka gehörenden Kette Marktkauf. Darin wurde wiederholt ein Gefrierschrank der Energieklasse "A" mit dem Zusatz "ÖKO - Sparsam im Verbrauch" beworben. Bei einem mittelgroßen Nutzinhalt von 162 Litern verbrauchte das Gerät 247 Kilowattstunden Strom im Jahr. Als die Effizienzklassen im Jahr 1998 eingeführt wurden, war dieser Wert tatsächlich günstig. 2004 wurde die Effizienz-Skala aber nach oben erweitert: Sparsame Kühl- und Gefriergeräte tragen seitdem das Label A+ oder A++. Ein A-Verbrauch ist nach heutigem Standard also nur noch drittklassig.

Der Werbespruch sei daher "grüner Etikettenschwindel und irreführend", erklärte Immo Terborg von der Verbraucherzentrale Hamburg. "Wir haben den Eindruck, dass sich immer mehr Unternehmen ein Image als Umwelt- und Klimaschützer geben wollen." Dahinter stecke aber oft nur "Greenwashing", also das Vorgaukeln von Umweltfreundlichkeit. Hinter irreführenden Energielabels sollen sich die Hersteller künftig nicht mehr verstecken können. Die EU will die Verbrauchsklassen in absehbarer Zeit neu regeln.

Quelle: ntv.de, ino/AFP