Ratgeber

4,2 Prozent Nettorendite: Lebensversicherer atmen durch

Isabell Noé

Im letzten Jahr konnten die Lebensversicherer im Schnitt 4,2 Prozent am Kapitalmarkt erwirtschaften. Das ist mehr als 2008, aber in Zukunft dürfte es wohl wieder bergab gehen. Der Garantiezins wackelt.

Wenn die alten Anleihen auslaufen, wird es eng.
Wenn die alten Anleihen auslaufen, wird es eng.

Kein Grund zum Jubeln, aber immerhin eine kleine Erfolgsmeldung für die deutschen Lebensversicherer: Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen ist im letzten Jahr um 0,6 Prozent gestiegen. Im Durchschnitt konnten sie Versicherer für ihre Kapitaleinlagen 4,2 Prozent herausholen. Damit ist das historische Tief aus dem Jahr 2008 überwunden – zumindest vorerst.

Entwarnung kann es für die Branche aber nicht geben, zumal auch viele große Versicherer unterdurchschnittlich abschnitten. Am besten schlug sich mit 5,3 Prozent Zinsen die Postbank-Partnerin PBV. Ansonsten kommen nur zwei weitere Anbieter auf Werte jenseits der fünf Prozent: die Debeka, die auch im jüngsten Rating des Branchendienstes Map Report ganz oben stand, und die Volkswohl Bund Lebensversicherung.

Allianz und R+V haben es immerhin auf 4,5 Prozent geschafft. 13 der 50 größten deutschen Lebensversicherer blieben dagegen unter der Marke von vier Prozent, darunter auch Generali und Nürnberger. Am Ende der Skala steht Delta Lloyd, die auch schon in der Langfrist-Betrachtung des Map Report schlecht weg kam.

Garantiezins in Gefahr

Je weniger die Versicherer mit ihren Kapitalanlagen verdienen, desto geringer fällt auch die Überschussbeteiligung aus, die sie an die Kunden weitergeben können. Einige Versicherer dürften kaum über den Garantiezins hinauskommen. Der liegt momentan bei 2,25 Prozent, allerdings müssen auch noch teure Altverträge bedient werden. Bis zum Jahr 2003 lag der Garantiezins bei 3,25 Prozent, bis 2006 noch bei immerhin 2,75 Prozent, und davon profitieren die Versicherten noch heute. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die Garantieleistung erneut sinken wird.

Experten wie Max Herbst von der Finanzberatung FMH prognostizieren das schon seit Monaten. Denn momentan zehren die Versicherer noch von gutverzinsten Staatspapieren, die vor Jahren abgeschlossen wurden. Die werden aber irgendwann frei – und müssen dann zu schlechteren Konditionen wieder angelegt werden. Man muss also davon ausgehen, dass es sich bei dem kleinen Aufschwung nur um ein kurzes Zwischenhoch handelt.

Quelle: n-tv.de

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