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Die Zulage für einen Riestersparer mit zwei Kindern kann sich auf über 15.000 Euro summieren.
Die Zulage für einen Riestersparer mit zwei Kindern kann sich auf über 15.000 Euro summieren.(Foto: imago stock&people)
Dienstag, 22. August 2017

Zuschlag von 13,6 Prozent : Mehr Zulage für die Riester-Rente

Die gesetzliche Rente wird für viele im Alter nicht reichen - da tut mangels Alternative eine private Altersvorsorge not. Doch diese wird oft als zu teuer, von vielen Verbrauchern als wenig lukrativ abgelehnt. Damit mehr Bürger zugreifen, wird die Riester-Rente attraktiver.

In Deutschland gibt es rund 16,5 Millionen Riester-Verträge - und jeder fünfte davon ruht. Sparer zahlen also nichts mehr in ihren Vertrag ein. Neben finanziellen Engpässen ist vor allem das schlechte Image des Produktes dafür verantwortlich, das nicht mehr Bürger diese geförderte Altersvorsorge nutzen beziehungsweise diese nicht mehr bedienen. Das ist die schlechte Nachricht.

Um einer drohenden Altersarmut entgegenzuwirken - auch ohne die gesetzliche Rentenversicherung nachhaltig den Gegebenheiten anzupassen -, versucht der Staat zumindest im Rahmen des Betriebsrentenstärkungsgesetzes unter anderem die Riester-Rente für seine Bürger attraktiver zu gestalten. Was wiederum eine gute Nachricht ist.

So hat sich der Gesetzgeber entschlossen, ab dem 1. Januar 2018 die Grundzulage um rund 13,6 Prozent von derzeit 154 Euro pro Jahr auf 175 Euro pro Jahr zu erhöhen. Die volle Zulage erhält dabei derjenige, der mindestens 4 Prozent seiner Bruttoeinkünfte (höchstens 2100 Euro abzüglich Zulage) pro Jahr in seinen Riester-Vertrag einzahlt.

Für jedes Kind, das nach dem 31. Dezember 2007 geboren wurde, erhalten Sparer zusätzlich noch eine Kinderzulage in Höhe von 300 Euro pro Jahr und Kind - für davor geborene Kinder 185 Euro pro Jahr. Derart summieren sich beispielsweise die Zulagen für eine Person mit zwei Kindern, die 20 Jahre in einen Riester-Vertrag einzahlt, auf 15.500 Euro. Hinzu kommen noch die eingezahlten Eigenbeiträge.

Freibetrag bei der Grundsicherung

Darüber hinaus kann der Steuerpflichtige in der Einkommensteuererklärung die Eigenbeiträge - zuzüglich der Zulage - als Sonderausgaben bis maximal 2100 Euro geltend machen. Das kann sich - je nach Einkommensverhältnissen - als noch günstiger im Vergleich zur bloßen Zulage erweisen. Die Differenz zwischen der steuerlichen Auswirkung des Sonderausgabenabzugs und der erhaltenen Zulage bekommt der Riester-Sparer dann von seiner Einkommensteuer abgezogen. Wird der Riester-Vertrag vorzeitig gekündigt, müssen dann aber sowohl alle Zulagen als auch steuerlichen Begünstigungen zurückgezahlt werden.

Eine weitere Neuerung betrifft die Anrechnung der Riester-Rente auf die Grundsicherung, welche bisher bei einkommensschwachen Verbrauchern ebenfalls einen Verzicht auf die staatliche Förderung begünstigt hat. Dem möchte der Gesetzgeber durch die Schaffung eines Freibetrags in der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung begegnen. So sollen Riester-Renten zukünftig bei der Berechnung der Grundsicherungsleistungen nicht mehr voll angerechnet werden. Vielmehr wird ein Grundfreibetrag in Höhe von 100 Euro monatlich für die Bezieher dieser Leistungen gewährt. Ist die Riester-Rente höher als 100 Euro, ist der übersteigende Betrag zu 30 Prozent anrechnungsfrei. Auf diese Weise können bis zu 202 Euro der Rente anrechnungsfrei bleiben.

Schon vor der Neuregelung waren Riester-Verträge bei etwaiger Hartz-IV-Bedürftigkeit vor dem Zugriff des Staates sicher - sprich sie wurden und werden nicht als verwertbares Kapital behandelt.  

Grundsätzlich erhalten die Riesterförderung alle, die verpflichtend in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. So auch Selbstständige, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind. Aber auch Eheleute können beide riestern, sofern einer von beiden Anspruch auf die Förderung hat. Des Weiteren dürfen Auszubildende, Erziehende und Bezieher von Arbeitslosengeld I und II, Beamte, Richter oder Berufs- und Zeitsoldaten riestern.

Quelle: n-tv.de

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