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Begehrte Wohnlagen werden immer teurer, andernorts stehen Flächen leer.
Begehrte Wohnlagen werden immer teurer, andernorts stehen Flächen leer.(Foto: picture alliance / dpa)

Berlin so teuer wie München?: Miete kostet ein Viertel des Lohns

Von Axel Witte

Düsseldorfer müssen einen deutlich höheren Anteil ihres Einkommens für Miete berappen als Berliner? München liegt bei den Wohnkosten deutlich vorn? Nicht unbedingt. Der Maklerverband IVD setzt das durchschnittliche Nettohaushaltseinkommen im Monat mit der Durchschnittsmonatsmiete in Relation – mit erstaunlichen Ergebnissen.

Die Mieten steigen, so weit so schlecht für Nicht-Immobilienbesitzer. Doch stimmt es eigentlich, dass die Wohnkosten in Städten wie Düsseldorf, Hamburg oder München besonders hoch sind? Laut der Wohnkostenkarte des Immobilienverbands IVD nein. Diese bildet die entsprechenden Belastungen der zehn größten deutschen Städte ab, indem sie sowohl die jeweiligen Durchschnittsmieten als auch die lokalen Durchschnittsnettoeinkommen zueinander ins Verhältnis setzt.

Diese Betrachtungsweise ist zumindest interessant, da sie auf einen Blick die Höhe der Ausgaben deutscher Haushalte für Mietzahlungen ersichtlich macht, denn meist beschränken sich Veröffentlichungen zu Mieten und Kaufpreisen auf die Auswertung und grafische Darstellung von Durchschnittsmieten und Durchschnittspreisen, die Höhe des Einkommens findet keine Berücksichtigung.

Und tatsächlich fördert die Berechnung Erstaunliches zu Tage. So beträgt laut IDV die Nettokaltmiete für eine 70 Quadratmeter große Drei-Zimmer-Wohnung mittleren Wohnwerts in Berlin durchschnittlich 6,20 Euro pro Quadratmeter und Monat, in München hingegen 10,70 Euro. Aufgrund des viel höheren Münchner Durchschnittsnettoeinkommens, welches rund ein Drittel höher ist als das in der Hauptstadt, belasten die monatlichen Mietzahlungen die Bayern kaum mehr als die Berliner. Demnach beträgt in Berlin die durchschnittliche Wohnkostenbelastung 23 Prozent und in München 23,7 Prozent. Gemessen am Haushaltsnettoeinkommen ist Berlin hinter München die zweitteuerste Stadt für Mieter.

An dritter Stelle folgt Frankfurt mit einer Wohnkostenbelastung von 22,4 Prozent. Stuttgart liegt mit 22 Prozent an vierter Stelle. Hamburg kommt mit 21,7 Prozent auf den fünften Platz und Dresden ist mit 21,2 Prozent immerhin das sechstteuerste Pflaster der untersuchten Städte.

Insgesamt zeichnet die Auswertung aber ein relativ ausgeglichenes Deutschland-Bild. Die Wohnkosten betragen in den meisten der dargestellten Städte etwa 20 Prozent des Einkommens oder liegen leicht darüber. An den zum Teil drastisch steigenden Mieten - zumindest in City-Lagen - ändert dieses Betrachtungsmodell nichts. Und dass es im Einzelfall, insbesondere bei Neuvermietungen, zu hohen Aufschlägen bei der Miete kommen kann, versteht sich von selbst. Aber so ist das mit der Statistik: Die eine Hand auf der Herdplatte, die andere Hand im Eisfach - fertig ist der Durchschnittswert.

Quelle: n-tv.de

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