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Tenhagens Tipps: Muss man Gold haben?

(Foto: imago stock&people)

Auch wenn das Edelmetall etwas an Glanz eingebüßt hat: Viele Anleger schwören auf Gold als sicheren Hafen für ihr Geld. Ob dem tatsächlich so ist und wo es gekauft und gelagert werden sollte, verrät Finanztip-Chefredakteur Tenhagen.  

n-tv.de: Ist Gold etwas fürs Depot oder für Verschwörungstheoretiker?

Hermann-Josef Tenhagen: Eigentlich ist Gold etwas für die Mischung im Depot. Allerdings sollte man nur einen kleinen Teil seines Geldes - maximal zehn Prozent - in das Edelmetall investieren. Denn Gold bringt weder Zinsen noch Dividenden. Darüber hinaus ist der Preis sehr volatil, der Goldpreis geht rauf und runter. Wer 1980 gekauft hat, musste beispielweise bis etwa 2005 warten, bis der Kaufpreis  in Dollar wieder erreicht war.

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Nachdem es in den Jahren der Finanzkrise und danach einige Jahre steil bergauf ging, bis über 1900 Dollar pro Feinunze, sind wir seither wieder bei unter 1100 Dollar je Feinunze angekommen. Seit 2012 war hier ein Rückgang von 30 bis 40 Prozent zu verzeichnen. Gold wird nie wirklich wertlos werden, aber Gold ist eine spekulative Anlage.

Sie sind also unbeeindruckt vom Gelddrucken?

An dieser Stelle ja. Im Augenblick ist gar nicht absehbar, dass es eine Inflation geben könnte, die einen beunruhigen sollte. Abgesehen davon ist Gold meiner Meinung nach auch nicht das Mittel gegen die große Krise. Dies wäre nur der Fall, wenn ich meine, dass ich es auch bei einer möglichen Flucht mitnehmen würde. Ansonsten halte ich ein Grundstück mit Schrebergarten gegen ökonomische Verwerfungen für sinnvoller. Hier kann man auch Kartoffeln anbauen - während Gold in solche Teile aufzuspalten, sodass man davon auch Kartoffeln kaufen kann, schon wieder schwierig ist.

Wenn es dann aber doch Gold sein soll, dann physisch, als Xetra-Gold oder Zertifikat?

Wer Gold zum Mischen längerfristig in seinem Depot haben möchte, sollte sich physisches Gold kaufen. Am besten in größeren Stückelungen. Wir haben uns bei Finanztip die Differenz von Ankaufs- und Verkaufspreis angeschaut. Bei einer Zehntel Unze liegt diese bei 13 Prozent, bei einer ganzen Unze liegt die Händlerspanne nur noch bei knapp vier Prozent.

Wie sollte man Gold lagern?

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.
Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Wer sowieso einen Banksafe gemietet hat, kann das Gold dort lagern. Extra für die Goldreserven einen Banksafe zu mieten, ist dann schon wieder ein relativ teurer Spaß. Wer vorhat, größere Mengen Gold zu Hause zu lagern, sollte in jedem Fall mit seiner Hausratversicherung darüber sprechen, ob diese einen Diebstahl abdeckt oder welche Vorsorge gegen einen möglichen Verlust zu treffen ist.

Wenn physisch, wo kaufen?

Bei ordentlich zertifizierten Händlern vor Ort wie bei Degussa oder Pro Aurum. Wir haben bei Finanztip auch den Online-Handel geprüft und empfehlen Gold.de. Hier kann via Zertifikat garantiert werden, dass das Gold die versprochene Wertigkeit hat. Bestätigt von der Londoner Rohstoffbörse DMA.

Wie schaut es steuerlich aus?

Steuerlich ist physisches Gold super. Der Verkauf ist steuerfrei, wenn es länger als zwölf Monate gehalten wird. Außerdem ist der Kauf von Münzen und Barren von der Mehrwertsteuer befreit. Ungeachtet dessen ist Gold aber nicht die beste Wertanlage. In den letzten Jahrzehnten konnte man mit einem Aktiendepot mehr punkten. 

Taugt Gold als Weihnachtsgeschenk für die Gattin?

Ja, unbedingt. Aber vor allem als Investition in die Liebe und nicht als Geldanlage. Schmuck soll der Beschenkten gefallen und den Schenkenden noch großartiger erscheinen lassen. Ansonsten ist Schmuck nicht die beste Form, um in Gold anzulegen.

Hier sicher Gold kaufen

Mit Hermann-Josef Tenhagen sprach Axel Witte

Quelle: n-tv.de

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