Ratgeber

Groupon & Co: Nicht alles ist ein Schnäppchen

Seit einigen Monaten schießen sie wie Pilze aus dem Boden: Internetportale, auf denen Gutscheine mit Rabatten angeboten werden. Am populärsten ist "Groupon", das am schnellsten wachsende Unternehmen der Welt. Verbraucherschützer sind allerdings skeptisch, was das Sparpotenzial der Angebote angeht.

Macht auch in vielen deutschen Städten bereits Schnäppchen-Angebote: Groupon.
Macht auch in vielen deutschen Städten bereits Schnäppchen-Angebote: Groupon.

90 Prozent bei der Reisebuchung sparen? Im Luxus-Restaurant für die Hälfte dinieren? Oder bei der nächsten Autowäsche 60 Prozent billiger wegkommen? Sogenannte Groupon-Dienste sollen es möglich machen. Nach dem Vorbild von "groupon.de" setzen mittlerweile eine ganze Reihe weiterer Anbieter auf das Konzept der organisierten Mengenrabatte. Das Prinzip ist einfach: Unternehmen bieten auf Seiten wie "dailydeal.de", "dealticket.de" oder "cooledeals.de" Rabattgutscheine für Waren oder Dienstleistungen an. Der Deal kommt aber nur zustande, wenn sich ausreichend Interessenten finden

Die Verbraucherzentrale Hessen hat sich die Internetseiten der Anbieter angesehen und warnt Schnäppchenjäger vor zu großer Euphorie. Die Verbraucherschützer monieren Tricksereien bei Preis- und Rabattangaben, undurchsichtige Vertragsbedingungen und teils erhebliche Lücken in punkto Datensicherheit. Was Kunden auf jeden Fall beachten sollten: Alle Angebote unterliegen mehr oder weniger strengen Einschränkungen, doch sind die nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Meistens sind die Rabattgutscheine zeitlich befristet, manchmal können sie auch nur zu besonderen Zeiten, in bestimmten Filialen oder auch nur nach Verfügbarkeit eingelöst werden.

Rabatt oft schwer zu überprüfen

Oft sollen die Gutscheine Rabatte von 50 bis 90 Prozent sichern. Was erstmal gut klingt, ist schwer nachprüfbar: In den Testfällen blieb oft völlig unklar, worauf sich der angebotene Rabatt überhaupt bezog und wie die Anbieter die ausgewiesene Ersparnis berechneten. Insbesondere bei Warenbestellungen sollte man genau nachrechnen, ob sich die Sache lohnt. Denn durch Mindestbestellwerte und -mengen, hohe Tagespreise, die zur Berechnung der Prozentangabe erhoben worden sind oder auch durch den Aufschlag von Versandkosten verändern sich die Preise schnell und liegen am Ende deutlich höher als im ersten Moment vermutet.

Was den Verbraucherschützern sonst noch negativ auffiel: Schon bevor klar ist, ob der Handel überhaupt zustande kommt, müssen die potenziellen Käufer ihre persönlichen Daten preisgeben, Konto- und Kreditkartennummer inklusive. Doch gerade in puncto Datenschutz und Datensicherheit lassen die Internetseiten zu wünschen übrig: Häufig fehlt es an ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen und verständlichen Datenschutzbestimmungen. Knapp die Hälfte der untersuchten Online-Portale schicken empfindliche Verbraucherdaten unverschlüsselt durchs Netz. Ganze Online-Sitzungen können theoretisch von unberechtigten Dritten ausgelesen werden. Bei einigen Anbietern bleibt zudem völlig im Dunklen, welche Daten für welche Zwecke und in welchem Ausmaß gespeichert werden. Klar ist: Weitergegeben werden die Daten auf jeden Fall. Nur an wen genau, darüber lassen die Portale ihre Kunden meist im Unklaren.

Fazit der Verbraucherschützer: Bei Groupon & Co. lässt sich war durchaus das eine oder andere Schnäppchen machen. Dazu sollte man aber Angebote und Bedingungen ganz genau ansehen.

Quelle: n-tv.de

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