Ratgeber

Verlockende Alternativen zum Niedrigzins: Nicht jede Geldanlage für Einsteiger geeignet

Von Axel Witte

Wohin mit dem Ersparten? Mit der Verzinsung für Geldanlagen wie Tagesgeld, Festgeld oder Sparbrief ist kaum die Inflation auszugleichen. Zeit also für Sparer mehr Risiko zu wagen. Aber nicht jede Anlage taugt für Vorsichtige.

Die Angebot ist verlockend - doch nicht jede Geldanlage eignet sich für Einsteiger.
Die Angebot ist verlockend - doch nicht jede Geldanlage eignet sich für Einsteiger.(Foto: picture alliance / dpa)

Es hat sich herumgesprochen: Nicht nur Sparer, die riskant investieren, verlieren Geld, sondern auch jene, die auf vermeintliche Sicherheit setzen. Letzteres wird möglich durch extrem niedrige Sparzinsen und die aktuelle Teuerungsrate. Denn selbst, wenn die Erträge über der Inflation liegen, macht die Kapitalertragsteuer in vielen Fällen eine negative Realverzinsung perfekt.

Als Folge daraus sollten konservative Sparer über eine Beimischung anderer, renditeträchtiger Anlageklassen nachdenken. "Finanztest" riet jüngst zu einer moderaten Investition in Aktien - neben den herkömmlichen Sparprodukten.

Grundsätzlich gilt die goldene Regel: Nicht alle Eier in einen Korb. Das soll heißen: Auf keinen Fall aus Frustration über die mickrigen Sparzinsen in nur eine, risikoreichere Anlageform flüchten. Vorsicht besteht auch bei entsprechenden Offerten durch Bankberater. Nichtsdestotrotz kann die eine oder andere Empfehlung Sinn machen - als Beimischung zu vertrauten Produkten. Finanztest hat die Alternativen betrachtet.

Die Finger sollten Zinssparer demnach von Aktienfonds lassen, die nur in einzelne Länder oder Branchen anlegen. Hier sind die Risiken zu groß. Deshalb sind diese Produkte nicht geeignet, eine an sich sichere Geldanlage aufzupeppen. Geeigneter sind breit streuende Fonds oder ETFs. Nicht als Basisanlage, aber durchaus als Teil eines gut diversifizierten Depots, können hingegen offene Immobilienfonds sein. Sie konnten - auch dank einer neuen Gesetzgebung - die alte Stabilität zurückgewinnen.

Gänzlich ungeeignet für Sparer, die sich behutsam aus der Niedrigzinsecke tasten möchten, sind einzelne Aktien. Wer diese kauft, sollte sich auskennen und ausreichend Zeit für die Marktbeobachtung mitbringen. Noch weniger empfehlenswert sind Zertifikate. Die Produkte sind oft viel zu komplex und bürgen zudem noch ein Pleiterisiko des Emittenten. Für die einfacheren Indexzertifikate gibt es als günstigere und sichere Alternative börsengehandelte Indexfonds. Diese ETFs zählen zum Sondervermögen und sind so vor einer Insolvenz des Herausgebers geschützt.     

Und auch von sogenannten strukturierten Anleihen sollten Anleger besser ganz die Finger lassen. Auch diese sind zu komplex, unverständlich und deshalb unbrauchbar, so Finanztest.

Geschlossene Fonds, ob Windkraft, Solarpark, Schiffe oder Immobilien, eigenen sich ebenfalls nicht für Sicherheit liebende Sparer. Der Anleger wird hier Mitunternehmer und teilt die unternehmerischen Risiken – bis hin zum Totalverlust.

Und auch das in den letzten Jahren viel beschworene Gold ist nur mit Vorsicht zu genießen. Als Beimischung kann es dem Depot durchaus Glanz verleihen. Als Basisinvestment ist aber auch das Edelmetall viel zu riskant, wie die letzten Monate gezeigt haben. Der heftigste Kurseinbruch, den der Goldpreis in den letzten 40 Jahren hinnehmen musste, lag bei 60 Prozent. Es dauerte 25 Jahre, bis das einstige Hoch aus den 1980er Jahren wieder erreicht war. Der schlimmste Verlust am Aktienmarkt lag bei 50 Prozent - die längste Verlustphase lag in den letzten vier Jahrzehnten allerdings nur bei zehn Jahren.   

Quelle: n-tv.de

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