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Oft ranzig, modrig und belastet : Olivenöl? Jedes zweite ist "mangelhaft"

Grünes Gold - so wird das begehrte Öl der Olive in den Herkunftsländern rund um das Mittelmeer genannt. Olivenöl steht für Gesundheit und Genuss. Warentest wollte wissen, was dran ist am Mythos und öffnet damit die Büchse der Pandora.

Olivenöl ist gesund und schmackhaft - eigentlich.
Olivenöl ist gesund und schmackhaft - eigentlich.

Die Etiketten versprechen allerhöchste Qualität. Und das Klischee ist ja auch zu schön. In wildromantischen Landschaften stehen inmitten flirrender Hitze knorrige Olivenbäume, an denen das grüne Gold reift. Um später, im Herbst und Winter, von fleißigen Bauern im Familienkollektiv geerntet zu werden. Wenn das fertige Öl später in Supermarktregalen in klimatisch weit unwirtschaftlichen Gegenden Europas zum Kauf angeboten wird, greifen deutsche Verbraucher gerne zu. Steht Olivenöl doch für Gesundheit, Genuss und südländische Lebensart.

Liebhaber des öligen Lebensmittels müssen jetzt allerdings tapfer sein. Denn eine Untersuchung der Stiftung Warentest offenbart Schlimmes. Werden bei einer Untersuchung doch 13 von 26 Ölen als "mangelhaft" bewertet, nur ein einziges schneidet "gut" ab. Und das, obwohl sich alle mit der Bezeichnung "natives Olivenöl extra" schmücken dürfen, was für die höchste Güteklasse des Produktes steht. Stattdessen schmecken die Produkte oft stichig, ranzig oder modrig. Zudem fielen einige Öle auch durch die Belastung mit Schadstoffen auf. So wurden allein fünf wegen Mineral­ölbelastungen mit der Note "mangelhaft" beurteilt. Weitere Öle fielen durch hohe Gehalte an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), Weichmachern und Pestiziden negativ auf. Allesamt sind als gesundheitsgefährdende Schadstoffe eingestuft.

Und auch die Produktkennzeichnung lässt zu wünschen übrig und ist bei allen untersuchten Olivenölen fehlerhaft. Laut EU-Oliven­ölver­ordnung sind folgende Dreier­angabe Pflicht für das Haupt­sicht­feld: "Natives Olivenöl extra", "erste Güteklasse – direkt aus Oliven ausschließ­lich mit mecha­nischen Verfahren gewonnen" sowie eine Herkunfts­angabe.

Trotz aller Mängel: Einen Testsieger gab es dennoch. Das mit 19,90 Euro pro halbem Liter mit am teuerste "0-Med Picual Extra virgin oil" wurde mit "gut" (2,4) bewertet. Für die weit günstigen Produkte von unter anderem Lidl, Edeka und Aldi Nord gab es hingegen nur ein "befriedigend". Genauso wie für das Bio-Olivenöl von Rapunzel. Die Liste der als "mangelhaft" bewerteten Produkte ist indes ungleich länger. Auf ihr zu finden sind unter anderem das "Espana Natives Olivenöl extra" (Aldi Nord), das "Alnatura italienisches Oliven Öl nativ extra", das "Antico Frantoio della Fattoria Olio Extra Vergine die Oliva", das "Carbonell Natives Olivenöl extra", das "Herdade Paco do Conde Portugal Natives Olivenöl extra", das "Mylos Griechisches Natives Olivenöl extra" sowie das mit ebenfalls 19,90 Euro pro halbem Liter teuerste "Agrestis Nettar Ibleo Organic & DOP Olio Extra-vergine di Oliva" (bio).

Laut den Testern sollte man auf Olivenöl dennoch nicht verzichten. Denn es besteht zu mehr als zwei Dritteln aus Ölsäure. Diese einfach ungesättigte Fett­säure kann helfen, das schlechte LDL-Cholesterin im Blut zu senken. Allerdings nur, wenn sie gesättigte Nahrungsfette ­ersetzt und die Qualität des Produktes stimmt.

Quelle: n-tv.de

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