Ratgeber

Bald ohne Abschlusskosten?: Riestern für Geringverdiener

Das größte Manko an Riester-Versicherungen sind die hohen Vertriebskosten. Auch großzügige Förderung hilft wenig, wenn sie letztlich in der Kasse der Versicherer landet. Das private Deutsche Institut für Altersvorsorge hat ein Produkt entwickelt, das Riestern auch für Sparer mit wenig Einkommen attraktiv machen soll.

Das Interesse an Riester-Versicherungen ist deutlich abgeflaut.
Das Interesse an Riester-Versicherungen ist deutlich abgeflaut.

Um Geringverdienern einen Anreiz zur privaten Altersvorsorge zu geben, sollen sie staatlich geförderte Riester-Verträge ohne Zusatzkosten abschließen können. Das kündigte das zur Deutschen Bank gehörende Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) an.

Das spezielle Riester-Produkt sei an eine Einkommensobergrenze von 11.000 Euro netto im Jahr geknüpft, sagte ein DIA-Sprecher auf Anfrage. Details dazu sollen demnächst bekannt gegeben werden.

Obwohl die Zulagenförderung vor allem Geringverdiener begünstigt, ist "Riestern" bei Geringverdienern bisher wenig gefragt. Ein Grund dürften die hohen Abschlusskosten der Riester-Versicherungen sein. Bei manchen Versicherern sind sie so hoch, dass die staatliche Förderung weitgehend aufgezehrt wird. Das soll es mit dem neuen Produkt - als Teil einer "Strategie gegen Altersarmut" - vermieden werden. „Wir hoffen, dass damit eine Initialzündung entsteht, die auch andere Produktanbieter veranlasst, sich der Gruppe der Geringverdiener stärker zuzuwenden", so DIA-Sprecher Klaus Morgenstern.

Es sind allerdings nicht nur die Vertriebskosten, die potenzielle Sparer an der Sinnhaftigkeit der Riester-Rente zweifeln lassen. Ein anderes Problem ist, dass die eigene Vorsorge im Alter auf die Grundsicherung angerechnet wird. Wer ohnehin damit rechnen muss, dass er im Alter auf staatliche Hilfe angewiesen sein wird, hat also wenig Motivation, vorher vom ohnehin knappen Einkommen noch Sparbeiträge zu leisten.

Geringverdienern werden beim Riestern nur geringe Eigenleistungen abverlangt. Nach DIA-Beispielrechnung muss etwa eine Alleinerziehende mit einem nach 2008 geborenen Kind und 1000 Euro Bruttoeinkommen nur 60 Euro im Jahr selbst in den Vertrag einzahlen, um die volle Zulage zu erhalten. Zusammen mit Grundzulage und Kinderzulage fließen dann jedes Jahr 514 Euro in den Riester-Vertrag.

Quelle: n-tv.de

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