Ratgeber

Hier sollten Kandidaten suchen: So findet man die besten Jobs

Der Job würde wie maßgeschneidert passen, doch das hilft wenig, wenn der potenzielle neue Mitarbeiter die Stellenanzeige gar nicht liest. Wie stellen Arbeitssuchende sicher, dass sie die relevanten Angebote nicht verpassen?

Ohne Internet läuft bei der Jobsuche heute fast nichts mehr. Manche Stellen werden aber nur in der Zeitung inseriert.
Ohne Internet läuft bei der Jobsuche heute fast nichts mehr. Manche Stellen werden aber nur in der Zeitung inseriert.(Foto: dpa-tmn)

Das Internet hat die Jobsuche einfacher gemacht. Wo man früher die Stellenanzeigen in Zeitungen und Fachmagazinen durchforstete, bekommt man heute nach wenigen Klicks Ausschreibungen geliefert, die zu einem passen könnten. Das Problem ist nur: Keine Jobbörse im Netz deckt wirklich alles ab. Und so kann es sein, dass einem die besten Chancen durch die Lappen gehen. Karriereberater erzählen, wie Bewerber sicherstellen, dass sie die für sie relevanten Angebote finden:

Zeitungen: Mancher Bewerber ist so auf das Netz fokussiert, dass er den Blick in die Print-Stellenmärkte vergisst. Dabei gibt es viele Firmen, die ausschließlich in Zeitungen inserieren, sagt Dietmar Leuninger, Karriereberater aus Harsum in Niedersachsen. Bei vielen Stellen führe kein Weg an der Lokalzeitung vorbei. Andere überregionale Zeitungen sind zum Beispiel für Stellen im Wissenschaftsbereich wichtig.

Meta-Jobbörsen: Wer im Netz nach Stellenanzeigen sucht, probiert es am besten zunächst mit Meta-Suchmaschinen. Dort lassen sich mit wenigen Klicks gleich mehrere Jobbörsen auf einmal absuchen, sagt Leuninger. Dazu gehören Seiten wie indeed.de, kimeta.de oder opportuno.de. Manche von ihnen durchsuchen nicht nur Jobbörsen, sondern auch Firmenseiten nach Jobangeboten. Um sich einen ersten Überblick zu verschaffen, sind die Meta-Suchmaschinen ideal. Allerdings erlauben die Suchmasken oft keine besonders spezifische Einschränkung, so dass die Ergebnisse nicht unbedingt übersichtlich sind.

Branchenspezifische Jobbörsen: Die passendsten Jobangebote finden Bewerber häufig bei Jobbörsen, die sich auf einzelne Branchen spezialisiert haben. So gibt es zum Beispiel mit hotelcareer.de ein Jobportal, das sich auf Stellenangebote im Hotelbereich konzentriert. Nur an Naturwissenschaftler richtet sich jobvector.de. Medienleute und Kreative sehen sich beispielsweise bei dasauge.de um.

Um die für den eigenen Bereich relevanten Jobbörsen herauszubekommen, fragt man am besten bei Kollegen oder dem jeweiligen Branchenverband nach.  Außerdem kann man sich direkt bei Arbeitgebern erkundigen, wo sie typischerweise inserieren.

Jobbörse der Arbeitsagentur: Inzwischen gibt es im Netz so viele Jobbörsen von kommerziellen Anbietern, dass das Angebot der Bundesarbeitsagentur häufig übersehen wird. "Gerade für Jugendliche, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, sollte das aber die Anlaufstelle Nummer eins sein", erklärt Jürgen Zech, Bewerbungsberater aus Köln. Hinzu kommt, dass diese Jobbörse eine lange Tradition hat und es nicht wenige Firmen gibt, die schon immer ausschließlich dort inseriert haben und das auch weiterhin so halten.

Firmen-Homepages durchsuchen: Manche Firmen stellen ihre Gesuche ganz bewusst nicht in Jobbörsen ein, weil sie befürchten, anschließend Hunderte von Bewerbungen sichten zu müssen. Bewerber sollten sich deshalb eine Liste mit Firmen machen, bei denen sie gerne arbeiten würden und deren Seiten sie regelmäßig nach Jobangeboten absurfen. Meta-Suchmaschinen, die darauf spezialisiert sind, Firmen-Homepages zu durchsuchen, sind jobscanner.de, yovadis.de oder jobsuma.de.

Berufliche soziale Netzwerke: Eine andere Möglichkeit, passende Stellenangebote zu finden, bieten die Jobbörsen von beruflichen sozialen Netzwerken wie Xing oder LinkedIn. Wer auf Jobsuche ist, hat hier am besten ein aktuelles Profil. Hilfreich ist es, sich an fachlichen Diskussionen zu beteiligen, um sich so sichtbar zu machen, rät Karriereberater Dietmar Leuninger. Es gibt durchaus Personaler, die sich dort auf die Suche nach Bewerbern machen, bevor Stellen überhaupt ausgeschrieben werden. Sie werden eher auf Jobsuchende aufmerksam, wenn sie in diesen beruflichen sozialen Netzwerken aktiv sind.

Headhunter: Wer schon über ein paar Jahre Berufserfahrung verfügt, kann die Karriere womöglich über Kontakt zum Headhunter pushen. Viele Firmen lagern die Mitarbeitersuche an Personalberater mit speziellen Branchenkenntnissen aus. Oft werden diese Stellen gar nicht erst offiziell ausgeschrieben. Üblicherweise finden Headhunter die Kandidaten, es spricht aber auch nichts dagegen, selbst bei den Vermittlern vorstellig zu werden. Das komme aber erst ab circa dem sechsten Berufsjahr infrage, sagt Leuninger Anfänger vermitteln Headhunter eher weniger. Für Bewerber kostet der Service bei seriösen Anbietern nichts.

Bekanntenkreis: Dieser Punkt versteht sich fast von selbst, aber das eigene Netzwerk wird viel zu wenig genutzt. Wichtig ist, dass Jobsuchende im Bekanntenkreis publik machen, dass sie eine neue Stelle suchen. Viele Stellen gehen unter der Hand weg, bevor sie überhaupt ausgeschrieben werden. Im Übrigen sollten Bewerber sich nicht verrückt machen: "Alle Angebote zu finden, ist utopisch", sagt der Berliner Berufsberater Jürgen Hesse. Wer die Tipps berücksichtigt, stellt aber sicher, dass er zumindest einen Großteil der ausgeschrieben Stellen abgegrast hat.

Quelle: n-tv.de

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