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Bei einigen VR-Banken werden  Gebühren fürs Geldabheben fällig.
Bei einigen VR-Banken werden Gebühren fürs Geldabheben fällig.(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 12. April 2017

Gebühren für Bargeld : So tricksen Volks- und Raiffeisenbanken

Dass nicht nur Sparkassen Gebühren fürs Geldabheben verlangen, sondern auch Volks- und Raiffeisenbanken, hat für ordentlich Aufregung gesorgt. Doch Letztere kassieren dabei auch noch deutlich weniger transparent, wie eine Untersuchung zeigt.

Mehr als 150 der insgesamt 1000 Volks- und Raiffeisenbanken (VR) haben die kostenlose Bargeldversorgung abgeschafft. Das war die schlechte Nachricht vor einigen Tagen. Die Berichterstattung basierte auf Enthüllungen von "biallo.de" und hatte für einigen Wirbel gesorgt. Auch deshalb, weil das Finanzportal bereits zuvor entdeckt hatte, dass auch 40 von insgesamt 400 Sparkassen in Deutschland Gebühren für das Geldabheben verlangen. Ebenfalls von den eigenen Kunden.    

Nun legt "biallo.de" nach und berichtet, dass die Recherche in Sachen VR-Banken mit einigen Hindernissen verbunden war. Demnach erschwerte die Untersuchung, dass ein Drittel aller Geldhäuser kein Preisverzeichnis im Internet veröffentlicht, Daten auf Anfrage weder bestätigt oder dementiert wurden oder aber nicht zutreffende oder irreführende Aussagen von Seiten der Genossenschaftsbanken getroffen wurde. 

So äußerte sich die Pressesprecherin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) gegenüber dem Finanzportal etwa dahingehend, dass dem Verband keine Mitgliedsbanken bekannt seien, "die ihren Kunden nicht wenigstens ein Kontomodell anbieten, bei dem die Verfügung am eigenen Geldautomaten kostenfrei ist". Diese Aussage wird durch die Untersuchung widerlegt - einige VR-Banken bieten demnach schlicht kein Konto an, bei dem das Bargeldabheben kostenlos ist.

Der Präsident des BVR äußerte bereits zuvor, eine Bank müsse am Automaten anzeigen, dass die Abhebung ein Entgelt koste. Wenn sie das unterlasse, könne der Kunde Klage erheben.

Laut "biallo.de" unterbleibt in vielen Fällen aber genau diese Transparenz, denn viele Banken zeigen ihren Kunden die Gebühren fürs Geldabheben nicht am Geldautomaten an. Obwohl dies eigentlich vorgeschrieben ist. Auf Anfrage des Portals argumentierten einige Genossenschaftsbanker, dass es sich bei den Abhebegebühren um Buchungspostengebühren handele und diese im Kontoabschluss als solche ausgewiesen werden. Demnach handelt es sich nicht um ein gesondertes Dienstleistungsentgelt für die Barauszahlung. Noch dazu werden die Gebühren bei einigen Geldhäusern "zeitgesteuert" erhoben. So müssen Kunden für die Bargeldversorgung nur dann zahlen, wenn die Bank geschlossen ist.

Die Verbraucherzentrale Sachsen prüft ob solcher Gebührenpraxis und der damit einhergehenden Interpretationen rechtliche Schritte gegen die betroffenen VR-Banken.  

So klappt der Kontowechsel

Quelle: n-tv.de

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