Ratgeber

Geld sparen, Fehler vermeiden: Strompreis steigt und steigt

Zum 1. April 2014 erhöhen mindestens 32 Stromanbieter in Deutschland ihre Preise. Im Durchschnitt beträgt die Steigerung 4,5 Prozent. Durch einen Wechsel können viele Kunden Geld sparen. Bei der Suche nach einem günstigeren Tarif helfen Stromtarifrechner. Dabei müssen allerdings einige Fallstricke beachtet werden.

Der Strom wird teurer. Wer sparen will, muss auch den Verbrauch senken. Da gilt: Elektrogeräte nur ausschalten reicht nicht - am besten wird der Stecker gezogen.
Der Strom wird teurer. Wer sparen will, muss auch den Verbrauch senken. Da gilt: Elektrogeräte nur ausschalten reicht nicht - am besten wird der Stecker gezogen.(Foto: dpa)

Viele Verbraucher beziehen ihren Strom nach wie vor vom Grundversorger und zahlen damit oft unnötig drauf. Zum 1. April erhöhen laut dem Vergleichsportal Verivox erneut rund 30 Anbieter ihre Preise in der Grundversorgung.

Wie finde ich den günstigsten Anbieter?

Kostenlose Preisvergleiche finden sich im Internet. Die Stiftung Warentest empfiehlt Vergleichsportale wie verivox.de, check24.de und toptarif.de. Zur Berechnung einer Liste mit den günstigsten Tarifen genügen der Jahresverbrauch in Kilowattstunden, abzulesen auf der jüngsten Stromrechnung, und die Postleitzahl. Wer kein Internet hat, kann unter der kostenlosen Telefonnummer 0800/809 80 24 00 einen Termin mit einem Energieberater des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) vereinbaren.

Auf welche Kriterien kommt es an?

Wichtige Kriterien für faire Stromtarife sind eine monatliche Zahlungsweise, eine kurze Kündigungsfrist, eine kurze Anschlusslaufzeit und eine Preisgarantie, die mindestens so lang ist wie die Vertragslaufzeit. Wer Ökostrom möchte, sollte auf Siegel achten wie Ok-Power oder Grüner Strom Label. Der Vergleichsrechner listet die verschiedenen Angebote vom billigsten bis zum teuersten Anbieter auf. Abzuraten ist von Vorkasse, Pakettarifen, bei denen bei geringerem Verbrauch kein Geld zurückerstattet wird, einer kurzen Preisgarantie und langen Kündigungsfristen. Entsprechende Voreinstellungen sollten geändert werden.

Worauf muss ich noch achten?

Wegklicken sollten Verbraucher die Voreinstellung "Boni berücksichtigen". Denn indem die oft hohen Neukundenboni vom Gesamtpreis abgezogen werden, landen ihre Anbieter auf den günstigsten Plätzen der Preislisten. Allerdings werden die Boni oft gar nicht ausgezahlt, weswegen es immer wieder zum Streit zwischen Versorgern und Verbrauchern kommt.

Wie lange dauert der Anbieterwechsel?

Wer von seinem Anbieter ein Schreiben über eine Preiserhöhung erhält, hat in der Regel das Recht zur sofortigen Kündigung. Das muss möglichst bald nach Erhalt der Information erfolgen. Wer noch nie etwas an seinem Grundversorgungstarif geändert hat, hat eine Frist von 14 Tagen. Es darf maximal drei Wochen dauern, bis der neue Anbieter Strom liefert. Die Frist beginnt, wenn der neue Lieferant den Wechsel des Kunden beim Netzbetreiber anmeldet. Die Versorgung kann dann an jedem beliebigen Werktag beginnen.

Wie wechsle ich am bequemsten?

Am einfachsten ist es, dem neuen Anbieter eine Vollmacht zu erteilen. Dieser erledigt meist die Kündigung und alle Formalitäten. Bei Kündigung wegen Preiserhöhung gilt der alte Tarif, bis der Wechsel perfekt ist.

Wie lange sollte ich mich an den neuen Anbieter binden?

Je kürzer desto besser. Da die Strompreise stets in Bewegung sind, empfehlen Verbraucherschützer eine Vertragslaufzeit von höchstens einem Jahr. Die Kündigungsfrist sollte nicht mehr als einen Monat betragen.

Was passiert beim Wechsel konkret?

Der Strom kommt auch nach dem Anbieter-Wechsel vom örtlichen Versorger, die Zähler bleiben die alten. Der neue Anbieter stellt den Strom weiter in das allgemeine Netz ein und zahlt dem lokalen Versorger eine Gebühr für den Transport bis in den Haushalt. Die Gefahr, ohne Strom dazustehen, gibt es auch bei einer Pleite des neuen Versorgers nicht. Der lokale Versorger ist gesetzlich verpflichtet, alle Haushalte zu versorgen - auch wenn sie nicht mehr Vertragspartner sind. Bei Problemen können sich Verbraucher an die Schlichtungsstelle wenden: schlichtungsstelle-energie.de.

Zum Strompreis-Rechner

Quelle: n-tv.de

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