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Dispozinsen in Bewegung: Teure Banken bessern nach

Im November kritisiert die Stiftung Warentest zahlreiche Banken wegen überhöhter Dispozinsen. Die öffentliche Rüge scheint zu wirken: Viele Banken bewegen sich - zumindest ein wenig. Selbst bei der teuren Targobank gibt es Bewegung. Teuer bleibt sie aber immer noch.

Die wenigsten Kunden wissen, was ihre Bank für die Kontoüberziehung verlangt.
Die wenigsten Kunden wissen, was ihre Bank für die Kontoüberziehung verlangt.(Foto: dpa)

Mindestens 150 Banken in Deutschland haben nach Angaben der Stiftung Warentest in den vergangenen Wochen ihren Zinssatz für Dispositionskredite gesenkt. Bei 200 anderen seien die Dispozinsen im Vergleich zu Anfang September nicht geändert worden, berichtete die Zeitschrift "Finanztest" in ihrer jüngsten Ausgabe. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) sprach von einem ersten Schritt, "aber die Bankenbranche darf hier nicht stehen bleiben".

Im Oktober hatte "Finanztest" einen Dispozinsvergleich von mehr als 1500 Banken und Sparkassen veröffentlicht. Das Ergebnis: Obwohl sie sich selbst für 0,75 Prozent Geld leihen konnten, verlangten die Institute im Durchschnitt 11,76 Prozent von ihrem Kunden.

Die 350 Kreditinstitute mit den höchsten Dispozinsen - 12,5 Prozent und mehr - wurden nun nochmals überprüft. Das Ergebnis macht Hoffnung: Rund 150 Banken haben den Zins inzwischen gesenkt. Die meisten verlangen bis zu ein Prozent weniger. Den größten Schritt machte die Sparkasse Niederlausitz, die ihren Dispozins um satte vier Punkte auf nunmehr 9,5 Prozent herunterschraubte. Ähnlich drastisch fielen die Zinssenkungen bei der Nordthüringer Volksbank und der VR-Bank Schwerin aus.

Nicht über zehn Prozent

Auch bei den großen Instituten gab es Bewegung. Die Commerzbank, die den Zins in den letzten Jahren auf 13,24 Prozent fixiert hatte, nimmt jetzt noch 11,9 Prozent. Teuer ist das allerdings immer noch. Das gilt auch für den Dispo der Targobank. Sie hat den Zins zwar leicht nach unten korrigiert, doch 14,06 Prozent seien immer noch zu hoch, sagen Verbraucherschützer.

Beim aktuellen Zinsniveau sollten die Dispozinsen nach Einschätzung der Warentester deutlich unter zehn Prozent liegen. Das sieht auch die Verbraucherministerin so: "Bei den Dispozinsen ist zweifellos noch immer Luft nach unten", sagte Aigner. Das Girokonto dürfe nicht zur Kostenfalle werden.

"Finanztest" kritisiert auch, dass viele Banken die Höhe der Dispozinsen nur ihren Kunden nennen. Nur knapp die Hälfte der Banken veröffentliche ihren Preisaushang im Internet – obwohl jede Bank einen Internetauftritt hat. Damit werde ein Vergleich mit Wettbewerbern verhindert.

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Quelle: n-tv.de

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