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Miles and More, Amazon & Co.: Was bringen Bonus-Kreditkarten?

Von Deutscher Bahn über Ebay bis zum Naturschutzbund, zahlreiche Firmen und Organisationen geben Kreditkarten heraus, um Kunden an sich zu binden. Nicht immer lohnt sich das, wie die Verbraucherzentrale NRW feststellt.

Nicht nur Banken geben Kreditkarten heraus.
Nicht nur Banken geben Kreditkarten heraus.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Einkaufen und dafür Vorteile sichern – das kennt man von Bonusprogrammen wie Payback und Happy Digits. Doch auch Kreditkarten zahlreicher Firmen und Organisationen verfahren nach dem Muster "Mit jedem Einkauf Punkte hamstern". Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat in einer Stichprobe überprüft, was solche Angebote, etwa von Amazon, Lufthansa, der Deutschen Bahn, oder dem Naturschutzbund Deutschland (NABU), bringen. Punkte gibt es für jede Karten zahlung, wobei oft nur Einkäufe beim eigenen Unternehmen voll angerechnet werden.  

Hat man genug Punkte gesammelt, kann man sie etwa bei der Bahn gegen Zugfahrten eintauschen, bei der Lufthansa gibt es Freiflüge. TUI lockt dagegen mit Werbegeschenken wie Dart-Spielen und Sitzkissen. Eher unter das Motto "Fanveranstaltung" fallen die Vorteile beim TV-Sender DMAX, wo es Kappen oder Autogrammkarten zu gewinnen gibt. Die "Mercedes Card" bietet einen Kalender zu "Vorzugskonditionen" oder freien Eintritt im hauseigenen Museum.

Happige Zinsen

Die angesammelten Schulden werden am Ende des Monats vom Girokonto abgebucht. Das kostet keine Zinsen - es sei denn, die Karte wird scharf gemacht. Wer im Antrag "Revolvierender Kredit" oder "Teilzahlung" ankreuzt, muss nur einen kleinen Teil der Karten rechnung begleichen und zahlt dafür Zinsen. Und die können ganz schön happig ausfallen, wie die Verbraucherzentrale festgestellt hat: Im Schnitt verlangen die Geldinstitute einen effektiven Jahreszins von 13 Prozent. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Dispozins liegt derzeit bei etwa 11,3 Prozent. Am günstigsten kommen mit 8,9 Prozent die Inhaber der Lufthansa-Miles-&-More-Karten "Classic" und "Gold" weg. DMAX-Kunden sollten ihre Schulden lieber gleich bezahlen, die Bank Valovis Commercial fordert nämlich saftige 17,8 Prozent.

Positiv: Mit den meistenKarten kann man nicht nur Geld ausgeben, sondern sparen. Sieben der elf Karten in der Stichprobe lassen sich mit Guthaben aufladen. Bei der "Lufthansa-Miles-&-More-Credit-Card-Gold" gibt es dafür 1,75 Prozent Zinsen – mehr als auf den meisten Tagesgeldkonten. Das gilt auch für die NABU-Fans, die bis zu 1,35 Prozent auf die Einlage erhalten.

Meist hohe Gebühren

Große Unterschiede auch bei den Jahresgebühren: Bonprix und Otto stellen ihreKarten gratis zur Verfügung, Amazon und eBay erlassen die Gebühren nur im ersten Jahr - danach sind 19,99 Euro, bzw. 24,90 Euro Jahresgebühr fällig. Die "Bahncard Kreditkarte Premium" gibt es für 49 Euro, die "TUI Card Classic" und die "Visa Card Stars Gold" von Vodafone für rund 70 Euro. Die "Lufthansa Miles & More Credit Card Gold" ist mit 85 Euro die teuerste im Test. Eingeschlossene Reiseversicherungen und diverse Zusatzleistungen und Ermäßigungen sollen die Preise rechtfertigen.

Teuer kommt zumeist auch der Gang zum Geldautomaten, wo zwischen zwei und drei Prozent der Abhebesumme einbehalten werden. Im Schnitt liegt der Mindestbetrag bei fünf Euro. Allein mit der "Vodafone Visa Card Stars Gold" kostet es generell nichts, Geld am Automaten zu ziehen.

In Ländern mit fremder Währung kommen Entgelte für den Auslandseinsatz dazu: meistens zwischen einem und zwei Prozent. Darauf verzichten nur die "TUI Card Classic" und - wieder einmal - die "Visa Card Stars Gold" von Vodafone. Wermutstropfen bei letzter: Neben den jährlichen 70 Euro für die Karte bedarf es eines Handyvertrags von Vodafone oder eines Festnetzanschlusses bei Arcor.

Quelle: n-tv.de

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