Ratgeber

Wenn die Pleite droht: Was die Banken garantieren

Früher wähnten Kunden ihr Geld bei der Bank sicher. Nach der Kaupthing-Pleite vor drei Jahren bröckelte das Vertrauen aber. Angesichts der aktuellen Diskussionen um Bankenrettungspakete stellen sich viele Sparer erneut die Frage, wie es um die Sicherheit ihrer Einlagen steht.

Unterm Kopfkissen gibt's keine Zinsen.
Unterm Kopfkissen gibt's keine Zinsen.(Foto: wilhei, pixelio.de)

Viele Kunden der angeschlagenen belgisch-französischen Großbank Dexia haben ihr Geld aus Angst vor einer Pleite in den vergangenen Tagen lieber abgehoben. Der Bundesverband deutscher Banken hat nun noch einmal versichert, dass das Ersparte hierzulande absolut sicher sei. Dafür sollen Gesetze und der freiwillige Sicherungsfonds der Banken sorgen - und nicht zuletzt die berühmte Merkel-Garantie.

Wie ist mein Geld bei einer Bankenpleite geschützt?

Alle Banken hierzulande sind Mitglied in einer gesetzlichen Auffanglösung, der sogenannten Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB). Diese garantiert Kundengelder wie Sparguthaben und Tages- oder Festgeldkonten, maximal bis 100.000 Euro pro Konto. Ein Rechtsanspruch auf Entschädigung ist aber nicht festgeschrieben, weil der Fonds sonst als Versicherung gelten würde.

100.000 Euro sind auch bei Banken im EU-Ausland geschützt. Die Garantiesumme war nach der Finanzkrise am 1. Januar dieses Jahres verdoppelt worden. Das Geld muss im Fall einer Bankenpleite binnen 30 Tagen ausgezahlt werden.

Was ist, wenn ich mehr als 100.000 Euro angelegt habe?

Für Beträge, die über die gesetzliche Garantiesumme hinausgehen, springen Sicherungsfonds ein, bei denen nahezu alle Institute freiwillig Mitglied sind. "Absolutes Minimum" sind laut Bankenverband hierzulande 1,5 Millionen Euro pro Bankkonto, die geschützt sind. Anlagen wie Aktien, Fonds oder Zertifikate fallen jedoch nicht unter die Einlagensicherung. Darüber hinaus gilt auch weiterhin die politische Erklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vom Herbst 2008, dass alle Gelder der Sparer sicher sind. Heute bestätigte ein Regierungssprecher diese Versicherung. Ob sich damit im Fall einer Bankpleite Geld einklagen ließe, ist aber fragwürdig.

Ist meine Bank Mitglied eines freiwilligen Sicherungsfonds?

Das erfährt man aus den Unterlagen der Bank, auf deren Internetseite oder auf Anfrage. Darüber hinaus informieren teilweise auch die Spitzenverbände im Internet über die angeschlossenen Institute. Einige, vor allem ausländische Banken, sind nicht dem freiwilligen Sicherungsfonds beigetreten.

Wie komme ich bei einer Bankpleite an mein Geld?

In aller Regel nehmen die Sicherungsfonds der Banken und Sparkassen Kontakt zu den Sparern auf. Diese erhalten ein Formular, in dem sie Angaben zur eigenen Person und zum Vermögen machen müssen. Die Sicherungsfonds überweisen dann das Geld und holen sich die gesetzliche Mindestsicherung von der Entschädigungseinrichtung EdB. Kunden kleiner Banken, die nicht zu einem freiwilligen Sicherungsfonds gehören, werden von der EdB angeschrieben. Seit der Gründung 1976 wurden laut Bankenverband alle von einer Bankpleite betroffenen Sparer in vollem Umfang entschädigt. 30 Mal war das bis jetzt der Fall, obwohl es keinen Rechtsanspruch darauf gibt.

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Quelle: n-tv.de

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