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Wer ein fremdes Profilbild nutzt, läuft Gefahr, eine Abmahnung zu kassieren.
Wer ein fremdes Profilbild nutzt, läuft Gefahr, eine Abmahnung zu kassieren.(Foto: dpa)
Mittwoch, 15. März 2017

Risiko Abmahnung : Wenn das Profilbild Ärger bringt

Das Internet ist voller Möglichkeiten - und Tücken. Das gilt auch für die Nutzung von fremden Profilbildern bei Onlinediensten. Wer kein eigenes Bild zeigt, dem droht Ärger wegen Urheberrechtsverletzung.

Dienste wie Facebook, Twitter oder WhatsApp boomen. Kein Wunder, bieten sie ihren Nutzern doch die Möglichkeit, sich schnell und unkompliziert über die kleinen und großen Freuden, Notwendigkeiten oder aber auch Sorgen via Textnachrichten, Bilder und Videos auszutauschen. Zudem besteht die Möglichkeit, ein eigenes Profilbild zu hinterlegen, das den Kontakten angezeigt wird.

Doch wie so oft bei der Nutzung des Internets lauern auch bei Verwendung des Profilbildes Gefahren. Zumindest dann, wenn es sich nicht um das eigene Bild handelt. Wird ungefragt ein fremdes Foto oder auch Textmaterial verwendet, werden oft Urheberrechte verletzt. Und dies kann eine teure Abmahnung zur Folge haben. Es sei denn, die verwendeten Daten sind zur freien Verwendung freigegeben. Grundsätzlich gilt: der Schöpfer oder aber jener, der die Rechte besitzt, kann bestimmen, wer seine "Werke" nutzen darf. Wird also die Verwendung fremden Eigentums missachtet, beispielsweise indem ein via Messengerdienst übermitteltes Foto kurzerhand als Profilbild verwendet wird, kann Ärger drohen. Wenn sich jemand also bildlich auf seinem Profil als Donald Duck ausgibt, können für den Erpel per entsprechender Abmahnung schnell 1000 Euro anfallen.

Allerdings gilt die Urheberrechtsverletzung nur dann, wenn das Bild auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Ob dies im Falle eines Profilbildes bei einem Messengerdienst tatsächlich der Fall ist, darüber wird gestritten. Es handelt sich um eine Grauzone - entsprechende Urteile sind Mangelware. Einige Juristen argumentieren, dass eine Urherberrechtsverletzung in diesem Fall nicht vorliegt. Schließlich wird das eigene Profil eigentlich nur einem begrenzten Kreis zugänglich gemacht und kann zudem über die Privatsphäreeinstellungen gar nicht oder nur für Freunde einsehbar gemacht werden. Wer aber auf Nummer sicher gehen möchte, unterlässt es, fremde Bilder zu nutzen. Als Profilbild sollte konsequenterweise also nur das eigene Porträt oder Selbstgeknipstes verwendet werden. 

Besser sieht es für jene aus, die fremdes Bildmaterial nur verschicken, ohne es als Erkennungsbild zu nutzen. Denn in diesem Fall sind die juristischen Fachkräfte der Meinung, dass es definitiv an der für eine Abmahnung nötigen Öffentlichkeit mangelt, da das Bild ja nur für den oder die Empfänger sichtbar ist.    

Quelle: n-tv.de

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