Ratgeber

Tausende Euro sparen : Widerrufsrecht endet am 21. Juni

Bei den meisten Immobilienkreditverträgen sind die Widerrufsbelehrungen fehlerhaft und können deshalb vom Kreditnehmer widerrufen werden. Für Immobilienbesitzer sind so nachträglich enorme Summen zu sparen. Doch die Zeit rennt.

Es geht um Kredite in Höhe von rund 1,6 Billionen Euro.
Es geht um Kredite in Höhe von rund 1,6 Billionen Euro.(Foto: imago stock&people)

Besitzer von Eigenheimen müssen sich auf eine Änderung des Widerrufsrechts bei Immobilienkrediten einstellen. Der Grund ist die Neuregelung des Gesetzes zur Umsetzung der EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie, das der Bundestag am Donnerstag beschlossen hat.

Aufgrund zahlreicher fehlerhafter Widerrufsbelehrungen bei Baukrediten wird das bisher unbegrenzt geltende Widerrufsrecht bei zwischen 2002 und 2010 geschlossenen Immobilien­kredit­verträgen zeitlich befristet. Mit Inkrafttreten des Gesetzes ist der letzte Termin für den Widerruf der 21. Juni 2016.  Betroffen sind Verträge, in denen es um Kredite in Höhe von rund 1,6 Billionen Euro geht.

Tausende Euro Zinsen sparen

Durch eine Erlöschensregelung soll Rechtssicherheit für die Vertragspartner geschaffen werden. Betroffene Darlehensnehmer könnten nun noch rund vier Monate lang prüfen (bis 21. Juni 2016), ob die Widerrufsbelehrung in den damaligen Verträgen fehlerhaft war und dann gegebenenfalls von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen. Verbraucherschützer bemängeln, dass ein erfolgreicher Widerruf mehr Zeit zur Vorbereitung benötigt. Denn wer widerrufe, brauche eine Anschlussfinanzierung und müsse sich möglicherweise langwierig vor Gericht mit seinem alten Kreditgeber über die Wirksamkeit des Widerrufs streiten. Unter Umständen muss der Kreditnehmer am Ende eine doppelte Baufinanzierung stemmen.

Wegen fehlerhafter Widerrufsbelehrungen können Bauherren und Wohnungskäufer nach Angaben von Verbraucherschützern Tausende Euro Zinsen sparen, wenn sie ihre Kreditverträge widerrufen. Problematisch sind Verträge, die zwischen 2002 und 2010 abgeschlossen wurden, weil es damals keine richtige Klarheit über ein Widerrufsformular der Regierung gab, das viele Banken verwendeten.

Banken und Sparkassen hatten in den Belehrungen oft nicht richtig über den Beginn der Widerrufsfrist informiert, oder es fehlten entscheidende Hinweise, insbesondere zu den Rechtsfolgen eines Widerrufs. Teilweise wurden auch ergänzende Formulierungen, die für den Kreditnehmer verwirrend und unverständlich sind, benutzt. Darüber hinaus wurden auch oft keine Anschriften genannt, obwohl ein Telefonanruf für einen wirksamen Widerruf in Textform nicht ausreichend ist.

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Quelle: n-tv.de

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