Ratgeber

Krankenkasse wird teurer: Zusatzbeitrag steigt wohl auf 1,8 Prozent

Zum Jahresanfang haben viele Krankenkassen die Zusatzbeiträge erhöht. Dennoch erwarten die gesetzlichen Kassen weiter steigende Belastungen für Verbraucher. Der Wechsel zu einer günstigeren Kasse kann sich dann lohnen.

(Foto: imago/Christian Ohde)

Die gesetzlichen Krankenkassen rechnen mit einem weiter kontinuierlich steigenden Zusatzbeitrag. Zu Jahresbeginn 2016 habe es einen durchschnittlichen Anstieg um 0,2 Prozentpunkte gegeben und der Zuwachs dürfte sich in den Folgejahren in einer ähnlichen Größenordnung bewegen, sagte Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Kassen (GKV), der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Daher rechnen wir damit, dass wir bei vorsichtiger Schätzung in 2019 bei 1,8 Prozent sein werden."

Experten sagen aufgrund des medizinischen Fortschritts, der älter werdenden Gesellschaft und einer Reihe von Reformen Steigerungen bei den Zusatzbeiträgen von 0,2 bis 0,3 Punkten pro Jahr bis 2020 voraus. Zu Beginn dieses Jahres erhöhte sich der Zusatzbeitrag im Schnitt von 0,9 auf 1,1 Prozent. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums waren davon rund 44 Millionen Mitglieder betroffen. Die Zusatzbeiträge müssen von den Arbeitnehmern allein getragen werden, während der allgemeine Beitragssatz in Höhe von 14,6 Prozent hälftig von den Arbeitgebern mitfinanziert wird.

Strukturwandel bei Krankenhauslandschaft gefordert

Pfeiffer forderte zudem seine Gesetzesänderung bei der Festlegung der Arzneimittelpreise. Derzeit könne ein Pharmaunternehmen bei einem neuen Produkt den Preis im ersten Jahr beliebig festlegen. Dann erst gelte der mit dem Hersteller zwischenzeitlich ausgehandelte Preis. "Er sollte auch rückwirkend gelten, um Fantasiepreise im ersten Jahr zu verhindern", sagte sie. Zudem müsse es einen Strukturwandel bei der Krankenhauslandschaft geben. Gerade in Ballungsregionen gebe es zu viele Kliniken. Überkapazitäten müssten abgebaut werden.

Wenn den Versicherten ihre Kasse zu teuer wird, können sie zu einer billigeren Kassen abwandern. Denn sie haben ein Sonderkündigungsrecht. Dieses Recht gilt, wenn ein Zusatzbeitragssatz neu festgelegt wird. Die Krankenkasse muss ihre Versicherten schriftlich auf den vom Gesundheitsministerium ermittelten durchschnittlichen Zusatzbeitrag hinweisen sowie auf die Höhe des eigenen Zusatzbeitragssatzes.

Zudem müssen die Kassen generell auf die Beitragsliste des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hinweisen. Sie ist unter gkv-zusatzbeitraege.de abrufbar.

Wenn der eigene Zusatzbeitrag einer Kasse über dem Wert des Jahresdurchschnitts liegt, muss diese in ihrem Anschreiben an die Versicherten explizit darauf hinweisen, dass es günstigere Angebote gibt. Das alles muss sie bis Ende des Monats tun, der dem Monat der Einführung des neuen Zusatzbeitrags vorangeht. In diesem Brief muss auch die Information enthalten sein, bis wann die Versicherten wegen der Beitragserhöhung ein Sonderkündigungsrecht haben. Nach zwei Monaten wird die Kündigung wirksam - bis dahin muss noch der Zusatzbeitrag an die alte Kasse gezahlt werden. 

Quelle: n-tv.de

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