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Banken im Test: Die beste Altersvorsorge-Beratung

Wer nur auf die gesetzliche Rente baut, könnte später alt aussehen. Aktuelle Prognosen gehen von massiven Versorgungslücken für breite Teile der Bevölkerung aus – für den Fall, dass nicht zusätzlich privat vorgesorgt wird. Wer sich von Banken und Sparkassen bei den Altersvorsorge-Produkten beraten lässt, muss zudem aufpassen, denn ein aktueller Test deckt Schwachstellen bei der Beratung auf.

Welches Finanzinstitut hat bei der "Altersvorsorge-Beratung" die höchste Kompetenz und Kundenorientierung im individuellen Gespräch? Dies klärt die Studie des Deutschen Instituts für Service-Qualität, das im Auftrag von n-tv 15 regionale und überregionale Finanzinstitute getestet hat.

Beratungsqualität insgesamt "gut"

Die Beratungsqualität der Banken und Sparkassen lag insgesamt auf einem guten Niveau. Gegenüber dem Vorjahr bewegte sich das Ergebnis auf einem annähernd gleichen Level. Drei Institute sicherten sich das Qualitätsurteil "sehr gut", zehn zeigten eine gute Leistung. Zwei Banken kamen über ein befriedigendes Ergebnis nicht hinaus.

Im wichtigsten Bereich der Untersuchung, der Kompetenz, überzeugten die Berater. In den Gesprächen über die Altersvorsorgeprodukte gaben sie zumeist korrekte und vollständige Auskünfte. Lediglich in zwei der 146 durchgeführten Beratungen erhielten die Kunden falsche Informationen – in beiden Fällen zum Thema Wohn-Riester. Auch die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Mitarbeiter wie auch das ansprechende Beratungsumfeld kristallisierten sich als Stärken der Branche heraus.

Kompetent, aber nicht immer individuell

Doch auch Schwachstellen deckte die Servicestudie auf: In gut jedem vierten Gespräch gingen die Berater zu wenig individuell auf die Kunden ein und stellten die Vor- und Nachteile der Produkte nicht umfassend genug dar. "Gerade in diesen Punkten reagieren die Kunden sensibel. So wären auch nur gut 63 Prozent der Interessenten nach der Beratung zu einem Abschluss des Altersvorsorgeprodukts bereit gewesen", bemerkt Markus Hamer, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Service-Qualität.

Im Schnitt nur befriedigend bewertet wurde die persönliche Bedarfsanalyse der Mitarbeiter – hier war der größte Verbesserungsbedarf erkennbar. "Finanzielle Aspekte, wie Einnahmen und Ausgaben, wurden relativ häufig nicht detailliert genug erfragt. Dabei steht und fällt damit letztlich, ob passende Vorsorgeempfehlungen ausgesprochen werden", kritisiert Marktforschungsexperte Markus Hamer.

Die Sieger im Test

Die Commerzbank ging als Testsieger aus der Studie "Altersvorsorge-Beratung bei Banken 2014" hervor. Sowohl im Bereich Beratungskompetenz als auch bei der Bedarfsanalyse erzielte das Unternehmen im Vergleich den besten Wert. Die Berater prüften hier am ausführlichsten und detailliertesten die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Kunden und erfragten stets auch wichtige finanzielle Aspekte wie zum Beispiel bestehende Geldanlagen und das Haushaltseinkommen. Neben der sehr ausgeprägten Kompetenz trug auch die Gestaltung des Gesprächsumfelds zum Gesamtergebnis (Qualitätsurteil: "sehr gut") bei.

Auf dem zweiten Rang platzierte sich die Deutsche Bank. Die Mitarbeiter überzeugten durch eine ausführliche Analyse des Kundenbedarfs und eine kompetente Beratung. In beiden Bereichen erzielte das Unternehmen das zweitbeste Ergebnis des Tests. Die individuelle Beratung und der Vorschlag passender Lösungen kennzeichneten die Gespräche. Zudem bot das Institut in seinen Filialen das ansprechendste Umfeld.

Als bestes regionales Finanzinstitut positionierte sich die Berliner Volksbank, ebenfalls mit dem Qualitätsurteil "sehr gut", auf Platz drei im Gesamtergebnis. Die Bank punktete unter anderem mit kompetenten und ausgesprochen freundlichen Mitarbeitern sowie vergleichsweise kurzen Wartezeiten bis zum Beratungsbeginn.

Quelle: n-tv.de

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